Die Stadt am Rosenstock

Besondere Worte und Auszüge der einzelnen Autoren aus dem gemeinsamen Buch „Die Stadt am Rosenstock“ Günter Stürmer, Wehrstedt, aus „Der Brückenbauer“: Mein Großvater war eine bedeutende Persönlichkeit. Das stand für mich fest. Wo immer ich eine Gelegenheit dazu fand, erzählte ich von ihm, und die Geschehnisse wurden immer farbiger und aufregender. Er hatte heftige Kämpfe mit allen möglichen Gegnern seiner Brückenpläne zu bestehen, aus denen er natürlich stets als stolzer Sieger hervorging. Eines Tages beschloss ich: Auch ich werde Brückenbauer! Doch dann verriet mir... alles anzeigen expand_more

Besondere Worte und Auszüge der einzelnen Autoren aus dem gemeinsamen Buch „Die Stadt am Rosenstock“

Günter Stürmer, Wehrstedt, aus „Der Brückenbauer“:
Mein Großvater war eine bedeutende Persönlichkeit. Das stand für mich fest. Wo immer ich eine Gelegenheit dazu fand, erzählte ich von ihm, und die Geschehnisse wurden immer farbiger und aufregender. Er hatte heftige Kämpfe mit allen möglichen Gegnern seiner Brückenpläne zu bestehen, aus denen er natürlich stets als stolzer Sieger hervorging. Eines Tages beschloss ich: Auch ich werde Brückenbauer! Doch dann verriet mir jemand…………

Christian Engelken, Hannover, aus „ROSEN, SOMMER“:
ROSEN, SOMMER:
Die Blüte nicht zu weit, ein unbekannter Rest –
Die Farben reif und etwas schleierhaft, so dass sich deuten lässt –
Wenn so die Rosen sind, so sinnig, jung und alt zugleich –
Wie krönen sie das Sommer-Fest!

Peter Hereld, Hildesheim, aus „Das Hexenbad“:
„Ein ausgewachsener, kräftiger Mann vielleicht, aber doch kein zartes Mädchen wie dieses!“ „Sei es wie es sei – ihre Schuld ist unbestritten und die Wasserprobe beschlossene Sache. Sie wird eh oben schwimmen und so auch kein Wasser zu schlucken kriegen“, stellte der Henker fest und hob Katharina an, um sie ins Wasser zu schmeißen. „Untersteht Euch“, zischte Robert und drückte das Mädchen wieder auf den Boden herab, wenn Ihr sie hineinwerft, schmeiß ich Euch hinterher, allerdings nicht, ohne……….“

Diana Krewald, Schellerten, aus „Das Geheimnis der Ebenholzschatulle“:
Vorsichtig stellte Josèfine Heart das kleine Paket auf den Küchentisch. Seltsam, die junge Frau konnte darauf keinen Absender entdecken. Beherzt durchschnitt sie die Schnur, die das braune Packpapier zusammenhielt. Das Innere beherbergte eine rechteckige Ebenholzschatulle. Ihre Finger glitten ungläubig über die kunstvollen Schnitzereien des dunklen Deckels. Sie überlegte. Wer konnte ihr diese Kostbarkeit geschickt haben? Ein reicher Onkel, von dem sie nichts wusste? Seit Grandmas Tod war sie allein. Josie öffnete den Deckel…..

Karla Baier, Hildesheim, aus Gedichte „ZWEI REGENTROPFEN“ und „SCHON WIEDER“:
ZWEI REGENTROPFEN:
Auf einem Blatt
Rollen aufeinander zu
Vereinigen sich
Verlieren sich.
Aus ich und ich wird: wir
SCHON WIEDER:
Nicht richtig hingehört
Falsch interpretiert
Glänzend missverstanden.
Schon wieder
Vergessen zu lächeln.

Heinrich Leonhardt Hillmann, Bad Salzdetfurth, aus „Die Kunst des Schweigens“:
WORTE DES KAMPFES:
Jeder Mann ist für die Frau eine Versuchung, jede Frau für den Mann. Ist man zusammen, bedarf es jeden Augenblicks äußerster Wachsamkeit, um den Bluthunden der Männer zu begegnen. In einer Sekunde der Unachtsamkeit verschlingen sie die sanften Augen der Frau und nennen sie ihr Eigentum. Umgekehrt zeigt sich das Weib leicht geneigt, die Sehnsucht der Männer zu erfüllen, ihnen ihre eigene Weiblichkeit zu schenken, die nur sie hat…..

Egbert Brandt, Hildesheim, aus „Die Begegnung“:
Es ist so: „Ich bin eine männliche Jungfrau, die noch keine Affäre gehabt hat. Glück und Liebe haben in den letzten Wochen um mich einen Bogen gemacht. Meine Beziehung ist zerbrochen. Ich sehne mich nach Fröhlichkeit, Harmonie nach einer jugendlichen, frischen, verführerischen Lady. Trotz meines Beziehungsstresses habe ich meinen Blick für das weiblich Reizvolle nicht verloren. Da lese ich in der Wochenendausgabe meiner Tageszeitung unter der Rubrik „Bekanntschaften“: „Später Sommerwind“ sucht charmanten Partner für den Herbst des Lebens…..

Elviera Kensche, Hildesheim, aus „Der alte Saaldiener im Bundestag“ (Gedicht):
Blond war er, als er hier begann, das war vor vielen Jahren. Und heut ist er ein alter Mann mit stark ergrauten Haaren.
Langsam schlurft er durch den Saal, hebt kaum die Füße mehr. Und er seufzt so manches Mal, die Füße sind so schwer.
Er war Diener schon in Bonn, dann zog er an die Spree. Manchmal träumt er noch davon, dann tut das Herz ihm weh…….

Jonas Philipp Dallmann, Berlin, aus „Die Modellbahn“:
Schon oft hatte er von ihr gesprochen, in Wendungen, die das Belanglose dieser Liebhaberei zu entschuldigen suchten; womit er sich da beschäftigte an seinen freien Abenden, sei ein hoffnungslos altmodisches Steckenpferd, eine indiskutable Marotte; dennoch könne er von ihr, die Modellbahnerei nicht lassen; es falle ihm selbst schwer, zu erklären, warum. Natürlich beeilte ich mich, Fink zu versichern, dass ich die Vorurteile, die man seinem Hobby entgegenbringe, nicht teile, sondern im Gegenteil immer interessant gefunden habe; ich sogar der Meinung sei.....

Altje Hornburg, Wesseln, aus „Die Essenden“:
Das Mädchen aß seinen Teller leer. Blitzblank, sagt der Vater stets, und wenn gute, saftige Soße dabei wäre, dürfe man sie mit der Zunge ausschlecken. Das Mädchen war sich nicht sicher, ob es das hier auch dürfe. Andere Länder, andere Sitten, hatte die Mutter zu ihr gesagt, und sie hatte verstanden.
Das Essen war schmackhaft und die braune Bratensoße saftig. Unter der Zunge des Mädchens lief noch etwas Speichel zusammen, sie hatte bei sich selbst die Erfahrung gemacht, dass sie erst satt war, wenn es sich unter der Zunge stumpf anfühlte…..

Gaby Memenga, Hildesheim, aus „Die Kartoffel“
Anne schlang ihre erschöpften Arme um den Hals der Großmutter und blieb für ein paar Sekunden in dieser Umarmung stehen. Seit ihrer Kindheit liebte sie diesen Geruch der Oma, ein Gemisch von Bratfett und anderen Gerüchen, das sich in der Kleidung festgesetzt hatte und Anne wohlvertraut war. Vor allem aber roch die Großmutter nach Ruhe und Gelassenheit, auch, wenn Anne nicht beschreiben konnte, wo und wie sie diese besonderen Eigenschaften im Geruch wahrnehmen konnte.
Die Großmutter war eine einfache Frau, die in ihrer Jugend als Großmagd auf mehreren Bauernhöfen gearbeitet hatte, bis sie ihren Mann……

Sonja Klima, Harbarnsen, aus „die zeitspanne“:
die wäsche, die ich wusch war voller blut…ratten waren viel in diesem jahr…gestank – weit und breit. und dann kamst du. fünf burschen noch im studium, betrunken…wankten sie die gosse entlang. hämisch grinsend, mich am arm gepackt…um mich rum scharwenzelnd…schlecht gemacht. vier hatten ihren spaß daran…doch der fünfte…der warst du. haare blond, dein gesicht so zart, augen so blau, wie ich sie vormals niemals sah…mitleid und verzweiflung in ihnen lag. du solltest deine unschuld verlieren bei mir, ich fand die schuld wieder in dir…sie schubsten mich in ein zimmer….

Maria Marhauer, Hildesheim, aus „Der Literaturabend“:
Der Geist hatte natürlich längst mitbekommen, dass Matthes wach geworden war und vor Entsetzen nichts sagen konnte. „Komm her zu mir“, befahl er dem Kleinen und bot ihm von den gerösteten Fröschen an. Dann erzählte er von einem magischen Dritten Auge, dass jeder Mensch auf der Stirn trüge. Die meisten wüssten nur nichts davon und würden folglich von ihm keinen Gebrauch machen. Zum Beweis seiner gruseligen Geschichte schlug er dem kleinen Matthes kräftig auf dessen Stirn. An jetzt, so der Gnom, könne Matthes alles in seiner Vision voraussehen. Und tatsächlich…….

Gabriele Arnicke, Sarstedt, aus „Zufriedenheit“ (Gedicht):
Zufriedenheit
Loslassen der Gedanken
Sein im Jetzt
Fühlen im Hier
Spüren vom ICH
Ohne Schranken
Unverletzt
Fern von Gier
FRIEDLICH!

Renata Maßberg, Hildesheim, aus „Die Natur“:
Tief gebohrt und hoch gebaut, stark besiedelt unsere Erde,
bis der Mensch auf etwas schaut, was ihm zum Verderben werde.
Wenn Eisbär, Wildkatz, Auerhahn und sogar die Bienen weichen,
wird es karg und leer, welch Wahn, wird’s nicht mehr für alle reichen.
Wenn kein Halm den Boden ziert, kein Holz mehr wärmt. Welch eine Wüste!
Weil der Mensch so weiter giert, sind betoniert bald Land und Küste.

Bernward Schneider, Hildesheim, aus „Nosferatu kehrt zurück – Eine böse Geschichte“:
Das Läuten des Telefons riss mich aus einem dunklen Traum. „Du musst sofort herkommen, Karl“, sprach Johnny leise in die Leitung, als hielte sich jemand in seiner Nähe auf. „Es gibt da ein Problem, und ich brauche deine Hilfe, damit es schnell wieder aus der Welt geschafft ist.“
„Was ist los?“, wollte ich wissen. „Und warum mitten in der Nacht?“ Johnny wiegelte ab. „Frag jetzt nicht! Nimm dir ein Taxi und komm in mein Büro! Und pack dir ein paar Sachen ein! Wir müssen eine kleine Reise unternehmen, und vor morgen Abend sind wir nicht…..

Dr. Jörg Hellmann, Heinde, aus „Die Abschlussfahrt der Golf-Damen“
Alle Damen möchten im Bus gerne hinten sitzen, einige aber nur, wenn Karin, Lolita und Christine nicht hinten sitzen. Hannelore würde nur mitfahren, wenn ihr erspart bliebe, mit Josefa zu spielen. Ihr reiche schon deren Mann. Bea teilte mir unverblümt mit, dass sie das ständige Getuschel in unserem Kreise nicht mehr mitmachen wolle und deshalb nicht mitfahre. Hinter vorgehaltener Hand erzählt sie mir dann, Margarete habe ein Verhältnis mit dem 2. Vorsitzenden. Angeblich. Die Betreffende, von mir daraufhin angesprochen, hat dies empört von sich gewiesen. Sie stellte richtig, sie habe……..

Heide Kloth, Alfeld, aus „Der tausendjährige Rosenstock“:
So recht schlau wurde mein neuer Gesprächspartner, bei dem es sich um den Küster von St. Godehard, Herrn Wolke, handelte, aus meinen Andeutungen nicht. Nachdem wir uns miteinander bekannt gemacht hatten, fragte er mich, ob ich über mein Erstaunen berichten möchte. Außerdem würde er mir, wenn ich etwas Zeit und Lust hätte, gern Spannendes und Unbekanntes über St. Godehard verraten. Also begann zuerst ich zu erzählen, was sich vor einigen Jahren ereignet hat.
Seit mehr als drei Wochen hatten die Menschen in diesem Winter keine Sonne mehr gesehen. Unaufhörlich schneite es. Unsere Bären hatten sich zur Winterruhe zurückgezogen und schauten kaum einmal heraus aus ihren Häusern……


Eckehard Haase, Laatzen“ aus „Die Macht des Schicksals“:
Oh ja, das allgewaltige Schicksal, literarisch verewigt und oft besungen, geheimnisvoll, magisch, düster rätselhaft, übermächtig, faszinierend, für den Menschen nicht fassbar…Es ist wahrlich eine Macht! So scheint es zumindest, besonders für denjenigen, der daran glaubt. Aber was ist eigentlich Schicksal?
Mit dem Schicksalsbegriff wird immer eine höhere Macht verbunden, die uns lenkt, die sich in unseren Lebensweg einmischt – auch als Inbegriff unpersönlicher Mächte, denen der Mensch restlos ausgeliefert zu sein scheint…..

Marlene Wieland, Hildesheim, aus „Menschen im Hotel“:
Sie können sich vorstellen, wie ein Hotel vor dem Zweiten Weltkrieg aussah, und auch, wie das Leben aussah, dass sich darin abspielte. Wir hatten ein internationales Publikum. Greta Garbo besuchte uns jedes Jahr, sie liebte unser Bergmassiv und konnte sich an der Jungfrau nicht sattsehen. Nur diese vielen Hutschachteln, die sie hatte, und der Stab von Menschen, die mit ihr reiste, führten immer zu Problemen.
Ganz anders bei dem Schotten Robert Louis Stevenson, Autor der „Schatzinsel“ und Erfinder von Dr. Jekyll und mr. Hyde. Er stieg ebenfalls bei uns ab….

Henning Reichrath, Hildesheim, aus „Ich bin ein Cabin Interior Specialist“:
So sind sie also, diese reichen Interessenten, die uns vorschreiben, was „VIP-Qualität“ bedeutet. Es heißt zwar: „Der Kunde ist König“, aber unser Kunde ist „KönigHochKönigHochKönig“. Diese höchste Sphäre aller Qualitätsklassen erfordert superkritisch mit mir selbst zu werden. Also überprüfe ich ständig die Qualität meiner Arbeit, ich kontrolliere meine Sorgfalt und denke mich hinein in die zukünftige Umwelt meines Werkstücks. Das erfordert Fantasie und sogar meine nächtlichen Träume handeln schon von meiner Arbeitswelt. Ich versuche also ein „Mitgefühl“ mit den Superreichen zu entwickeln….

Petra Hartmann, Holle, aus „Das Mädchen mit den wehenden Zöpfen“:
Da lief sie wieder vorbei, die Kleine mit den wehenden Zöpfen. Matthissen sah das grüne Haargummi aufblitzen, ein helles, grelles Neongrün mit leuchtenden Blond, gar nicht so grün wie Wiesen oder Bäume hielt es die pralle Haarpracht des linken Zopfes zusammen, der flatterte hinter ihr her. Wie der im Wind flog. Matthissen holte tief Atem.
Vor zehn Jahren war Hermine gestorben. Und als wäre das noch nicht Unglück genug, waren ihm in den beiden darauffolgenden Jahren die Heringsschwärme ausgeblieben. Eine Pfändung folgte schließlich auf die andere, und am Ende hatten sie sogar seine Liebe zwangsversteigert., das kleine Kajütboot, auf dem Helmine und er ihren Lebensabend hatten verbringen wollen.
Mein Gott, wie flink die Kleine hin und her lief. Und das rote Haargummi auf der rechten Seite des Kopfes leuchtete weithin sichtbar…..

Sabine Kosubek, Hildesheim, aus „Der Sprung“:
Ohne überflüssige Schritte flammt seine Leidenschaft auf, konzentriert sich auf das, was er ans Bühnenlicht bringen will. Hoch fliegt die Primaballerina mit graziös ausgestreckten Armen, getragen von der Kraft ihres Partners und der Anfeuerung ihres Maestro. Sanft liegt ihr Kopf im Nacken, der Dutt ihrer aschblonden Haare verrückt nicht einen schwebenden Millimeter.
Flüsternd wiegen sich winzige permuttene Perlen an ihren schmalen Ohrläppchen und erzählen ihr von der Freiheit der Leichtigkeit. Stolz gleiten die Augen des Maestro über ihre zierliche Gestalt, er weiß, es ist nur ein kurzer Herzschlag lang Platz für die schwebende Perfektion, bevor sie erneut auf dem Boden der Tatsachen und der westlichen Bühne landet…..

Thomas-W. Becker, Hildesheim, aus seinem „Fotobeitrag:“
Beckers Fotografien sind aus der Serie Hildesheim! Sie ist ein Porträt dieser Stadt und zeigt gleichermaßen wohl bekannte und weniger beachtete Orte Hildesheims. Ein charakteristisches Merkmal von Hildesheim! ist, dass Becker häufig mit Modellen gearbeitet hat, die er in die Stadtansicht integriert hat. Hierdurch transportieren die Aufnahmen zwei Erzähl-Ebenen, die im Kontrast zueinander stehen. Ein gewisses ironisches Augenzwinkern beim Betrachten der Aufnahmen ist durchaus beabsichtigt.

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