Sherlock Holmes 47 - Sturmtage in Kerry

Sturmtage in Kerry

Ich erhob mich, um das Brett und die Figuren aus dem Wohnzimmer zu holen, als uns ein Knall zusammenzucken ließ. »Herrje!«, rief ich. »Was war das?« Auch Holmes hatte sich aufrecht gesetzt. »Jäger gibt es hier nicht.« »Kann es von der See gekommen sein?« Ich reckte den Kopf, konnte aber von meiner Position nichts ausmachen. So liefen wir um das Haus herum. Von dort führte ein Weg über die halbhohen Klippen zum Strand. »Dort!«, rief ich aus. Ich hatte einen Teil eines im Sand liegenden Körpers entdeckt. Holmes eilte hinter mir her und bald standen wir vor einer männlichen Person. Sie... alles anzeigen expand_more

Ich erhob mich, um das Brett und die Figuren aus dem Wohnzimmer zu holen, als uns ein Knall zusammenzucken ließ.

»Herrje!«, rief ich. »Was war das?«

Auch Holmes hatte sich aufrecht gesetzt. »Jäger gibt es hier nicht.«

»Kann es von der See gekommen sein?« Ich reckte den Kopf, konnte aber von meiner Position nichts ausmachen.

So liefen wir um das Haus herum. Von dort führte ein Weg über die halbhohen Klippen zum Strand.

»Dort!«, rief ich aus. Ich hatte einen Teil eines im Sand liegenden Körpers entdeckt.

Holmes eilte hinter mir her und bald standen wir vor einer männlichen Person. Sie trug nur ein Badedress. Holmes sah sich um. »Keinerlei Fußspuren.«

Ich bückte mich zu dem Liegenden, erkannte aber an der Menge des Blutes, das in den Sand sickerte, dass ich nicht mehr helfen konnte. Ich hob den Kopf des Toten an.

»Du liebe Zeit!«, stieß ich aus. »Ein Teil des Schädels ist weggerissen.«

»Keinerlei Fußspuren«, kam es von Holmes.

Ich richtete mich auf. »Der Schuss muss vom Meer her gekommen sein.«

»Ja, vom Schusswinkel wohl, aber wir müssten noch ein Boot sehen. So rasch kann es nicht bis zu der Landzunge gekommen sein.«

»Eventuell doch ein Schuss von oben?«, mutmaßte ich.

Doch mein Freund schüttelte den Kopf. »Nein, dann müsste sich der Körper des Mannes gedreht haben. Er fiel platt aufs Gesicht. Sehen Sie hier …«, er zeigte auf den Schädel. »Die Kugel drang hinter dem Ohr ein und riss ein Stück beim Austritt von der Stirn weg.«

Vorsichtig umrundete Holmes den Toten. Dann stutzte er. »Hier! An diesem Stück Fels ist die Kugel abgeprallt.«

Nach einer Viertelstunde zog er die Kugel aus dem Sand.

»Sehen Sie sich das an, Doktor. Angefeilt vorn. So etwas machen Profikiller, um eine große Verletzung herbeizuführen.«

»Teufel«, knurrte ich. »Die Partisanen in Afghanistan machten so etwas.« Ich blies die Backen auf. »Was tun wir?«

»Eine Polizeistation gibt es in Kerry nicht. Nicht einmal ein Telegrafenamt.«

»Demnach keine Möglichkeit, den Yard zu informieren.«

Holmes schüttelte den Kopf. »Wir müssen selber ran. Außerdem darf die Flut den Körper nicht fortspülen.«

Wir packten an und schleppten die Leiche ein Stück einen Hang hoch.

»All right«, meinte Holmes und wischte sich über die Stirn. »Wir legen eine Plane darüber. Ich habe so etwas im Gartenhaus der Villa gesehen.«

»Ich könnte im Dorf Bescheid sagen, damit …«

Holmes winkte ab. »Das werden wir vorerst nicht tun, Doktor. Mal sehen, ob in kurzer Zeit jemand in Kerry oder Umgebung vermisst wird. Zu niemandem ein Wort. Auch zu Mrs Brian nicht. Das ist wichtig!«

Ich fügte mich also.

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