Welttag des Buches 2020

Aufgrund der aktuellen Lage muss der Welttag des Buches digital stattfinden. Zwar dürfen Buchhandlungen wieder öffnen, aber trotzdem wurden zahlreiche geplante Veranstaltungen abgesagt. Manche Autoren und Autorinnen veranstalten Onlinelesungen, wieder andere nehmen Videobotschaften für ihre Fans auf.

Da der Welttag des Buches dieses Jahr digital gefeiert wird, dachten wir uns: Feiern wir doch dieses Jahr insbesondere auch das digitale Buch. Aber wie kam es überhaupt dazu, dass wir Bücher heute elektornisch lesen?

 

Das erste eBook

Welches Buch war das erste eBook? Und wer hat eBooks eigentlich erfunden? Bei diesen Fragen scheiden sich die Geister. Manche sagen, ein Mann namens Michael S. Hart hat das erste eBook erschaffen, als er 1977 die amerikanische Unabhängigkeitserklärung auf einem Computer abtippte und das Plain Text Dokument anschließend zum Download zur Verfügung stellte. Vielleicht war es auch der Index Thomisticus, angefertigt von Robert Busa, der zwischen 1949 und 1970 erstellt und auf CD-ROM verfügbar gemacht wurde. Seit 1971 gibt es auch das Projekt Gutenberg, dessen Ziel es ist, rechtefreie Literatur elektornisch verfügbar zu machen. Anfangs wurden diese Texte aber in einer unstrukturierten Form angeboten, daher kann man zumindest in diesem Fall streng genommen noch nicht wirklich von einem "eBook" sprechen. 

Wilfried A. Hary, ein deutscher Science Fiction Autor, hat ab 1986 einige Romane auf Disketten (Discromane) veröffentlicht. Das erste kommerzielle Buch, das komplett am Computer gelesen werden konnte, erschien 1988 (William Gibson, Mona Lisa Overdrive). Richtig attraktiv wurde das elektronische Buch dann ab Mitte der 90er Jahre, als viele Investoren auf den Zug ausprangen: eBooks können schließlich verhältnismäßig einfach produziert und vertrieben werden. Bevor aber die heute bekannten Formate und Reader auf den Mark kamen, wurden eBooks oft als CD-ROM oder Disketten verkauft. 

Wer erinnert sich noch an die Bookshelf-CDs von O'Reilly oder die Bertelsmann Electronic Edition (BEE)? Heute ist es fast unvorstellbar, dass eBooks einmal so aussahen. 

 

Die Idee für e-Reader

Das Konzept von eReadern, wie wir sie heute kennen, ist reale Scienct Fiction. Manche sagen, dass ein Mann namens Bob Brown (Autor und Verleger)  bereits im Jahr 1930 die Idee dazu hatte. In einem Manifest, verfasst, nachdem er seinem ersten richtigen Film mit Ton gesehen hatte, äußerte er den Wunsch, für das Lesen ein neues Medium zu finden. "Eine einfache Lesemaschine, die ich ich mit mir herumtragen und an den Strom anstecken und dann 100.000-Wörter-Romane in 10 Minuten lesen kann, wenn ich das will. Und ich möchte das!" Er hätte sich wahrscheinlich nie träumen lassen, dass wir irgendwann einmal handliche Maschinen haben würden, auf denen eine komplette Bibliothek gespeichert ist. Gut, das mit dem superschnellen Lesen können wir elektronisch (noch) nicht lösen, aber immerhin haben wir jetzt eReader, die hunderte Bücher enthalten können! Manche eBooks sind sogar schon interaktiv, mit bewegten Bildern. 1930 quasi unvorstellbar!

 

eBooks im Jahr 2020

Heute haben wir viele verschiedene Lesegeräte von den unterschiedlichsten Marken und diverse Formate, in denen eBooks veröffentlicht werden. Bei Beam finden Sie EPUBs und PDFs und unsere Kunden und Kundinnen lesen am Computer, Tablet, Smartphone oder ihrem Lieblings-eReader. Da wir nur eBooks ohne hartes DRM vertreiben, haben Sie die Wahl und können entscheiden, wo und wie Sie lesen möchten.

Es dürfte kaum einen Verlag geben, der keine eBooks veröffentlicht. Manche Werke erscheinen sogar nur digital und sind in gedruckter Version gar nicht erhältlich. Die Produktion und der Vertrieb gestaltet sich wesentlich einfacher als Taschenbücher oder Hardcover: Falls es zum Beispiel mal irgendwo einen Schreibfehler gibt, kann dieser in eBooks einfach korrigiert und Updates ausgeliefert werden. Sogar deutschlandweite Preisaktionen sind für eBooks möglich. Natürlich gilt hier noch immer die Buchpreisbindung, aber eBooks können anders als gedruckte Bücher mit nur wenigen Handgriffen vergünstigt werden. eBooks haben dazu beigetragen, den Buchmarkt für noch mehr Menschen zu öffnen und zugänglicher zu machen.

 

Warum wir eBooks lieben

Denken Sie nur an alle diejenigen, deren Augen langsam nachlassen und die Dank eReadern heute einfach die Schriftgröße und das Layout so umstellen kann, dass lesen trotzdem möglich und nicht so anstrengend ist. Oder alle diejenigen, die so schlecht oder gar nicht sehen können, und die sich digitale Bücher vorlesen lassen und für die sich das Angebot an Titeln so stark verfielfacht hat. Selbst fremdsprachige Titel machen nun mehr Spaß, wenn man nicht mehr ein Wörterbuch zum Nachschlagen braucht, sondern sich einzelne Wörter und Phrasen direkt von seinem Lesegerät übersetzen lassen kann! Dank eBooks können heute auch viele Autor oder Autorin werden, deren Bücher von Verlagen früher abgelehnt worden wären, weil sie den Markt dafür nicht sahen. Es gibt tausende Selfpublisher, für die eBooks der einzige Weg sind, ihre Werke unter Menschen zu bringen und noch mehr Menschen, die deren Bücher mit Freude lesen.

Gehören Sie zu denen, die ihre Bücher immer markiert und darin Dinge notiert haben? In eBooks geht das noch komfortabler und Sie können Ihre Anmerkungen teilweise sogar für andere Menschen verfügbar machen. Oder sie setzen sich mehrere Lesezeichen, ohne eine Seite umknicken zu müssen. Sie können eBooks sogar durchsuchen, falls Sie eine ganz bestimmte Stelle im Kopf haben aber nicht wissen, auf welcher Seite oder in welchem Kapitel diese zu finden ist. Geht das mit gedruckten Büchern? Nein.

Das sind nur einige Gründe dafür, warum wir solche großen Fans von eBooks sind und warum wir gerne mehr Menschen davon begeistern möchten

 

eBook oder gedrucktes Buch? Warum nicht beides?

Viele sind noch immer skeptisch. Sie sagen, dass sie es vermissen, Seiten umzublättern und nicht ohne den Geruch von echtem Papier in der Nase lesen wollen. Das sind valide Gründe. Aber niemand sagt, dass man komplett auf eBooks umsteigen muss. Viele von denen, die eBooks lesen, gehören trotzdem zu den Bibliophilen: Menschen, die Bücher lieben. Die meisten von uns haben trotzdem noch volle Bücherregale zuhause. Aber unser Kaufverhalten hat sich oftmals ein wenig geändert. 

Ich persönlich kaufe aus als eBook-Leserin manchmal noch gedruckte Bücher: Weil mir das eBook so gut gefallen hat, dass ich gerne auch das Buch im Regal stehen habe. Weil es eine besonders schöne Schmuckausgabe ist. Weil es von einer Autorin stammt, von der ich schon alle Bücher habe und meine Sammlung gerne fortführen möchte. Vor Jahren habe ich oft Bücher gekauft, die nach einmal lesen dann in einem Regal verstaubten. Heute kaufe ich eBooks und spare dabei nicht nur Geld, sondern auch unheimlich viel Platz. Bei meinen Umzügen gibt es außerdem weniger schwere Bücherkisten. Im Urlaub muss ich mich nicht entscheiden, welche Bücher ich mitnehme: Ich packe einfach meinen eReader ein und habe meine ganze Bibliothek in meiner Tasche.

Komplett auf eBooks umsteigen werde ich wahrscheinlich nie, dazu mag ich die Optik eines vollen Bücherregals zu sehr. Aber durch digitale Versionen wurden die Bücher, die ich mir dann doch als Hardcover oder Taschenbuch kaufe, plötzlich viel bedeutungsvoller für mich. Ich schätze diese Ausgaben mehr als früher, als ich so viele Bücher hatte, dass sich schon fast nichts Besonderes mehr waren.  Ich bin wählerischer dabei geworden, welche Bücher sich einen Platz im Regal verdient haben: Ich kaufe eBooks um des Lesens willen und Bücher, weil ich die Geschichte darin wirklich liebe.

 

Was sind Ihre Gründe, warum Sie eBooks schätzen? Hat sich durch das Lesen von eBooks etwas für Sie geändert? Wir freuen uns über alle Kommentare!

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