Imaginierte Gemeinschaft

Zugehörigkeiten und Kritik in der europäischen Einwanderungsgesellschaft

Palästinenser, Muslime und Kabylen in Deutschland und Frankreich stellen in Interviews dar, über welche imaginierte Gemeinschaft sie ihre Zugehörigkeiten definieren: über den palästinensischen Nationalismus, über den Islam beziehungsweise über die kabylische Sprachkultur. So entstehen transnationale Zugehörigkeitskonstruktionen, die aufgrund ihrer religiösen, sprachlichen oder auch politischen Bezüge die Einheitsvorstellungen europäischer Nationalstaaten durchbrechen. Mit der Herausbildung von Zugehörigkeiten entstehen Kritikpotenziale, die die Immigrationsgeschichte europäischer Nationalstaaten in den Kontext der damit verbundenen rechtlichen, ökonomischen und sozialen Ungleichheiten wie... alles anzeigen expand_more
Palästinenser, Muslime und Kabylen in Deutschland und Frankreich stellen in Interviews dar, über welche imaginierte Gemeinschaft sie ihre Zugehörigkeiten definieren: über den palästinensischen Nationalismus, über den Islam beziehungsweise über die kabylische Sprachkultur. So entstehen transnationale Zugehörigkeitskonstruktionen, die aufgrund ihrer religiösen, sprachlichen oder auch politischen Bezüge die Einheitsvorstellungen europäischer Nationalstaaten durchbrechen. Mit der Herausbildung von Zugehörigkeiten entstehen Kritikpotenziale, die die Immigrationsgeschichte europäischer Nationalstaaten in den Kontext der damit verbundenen rechtlichen, ökonomischen und sozialen Ungleichheiten wie auch Ungerechtigkeiten stellt. Auf welche Weise kommt Kritik der Nachkommen von Einwanderern an gesellschaftlichen Verhältnissen im Zusammenhang mit Zugehörigkeitskonstruktionen zum Ausdruck? Zugehörigkeiten werden hier unter dem Gesichtspunkt betrachtet, auf welche Weise subjektives Ungerechtigkeitsempfinden mit welchen normativen Grundsätzen und Maßstäben in den Bedeutungshorizont institutionalisierter Prinzipien und staatlicher Praxis eingeordnet und insofern Kritik geäußert wird. Auf der Grundlage von Fallstudien zu muslimischen, kabylischen und palästinensischen Gemeinschaftsimaginationen in Deutschland und Frankreich werden allgemeine Modalitäten von Zugehörigkeitskonstruktionen in der europäischen Einwanderungsgesellschaft herausgearbeitet und auf die Semantiken der europäischen Territoriums-, Religions-, Sprachkategorie sowie auf die staatliche Praxis in Deutschland und Frankreich bezogen.

Nikola Tietze, Dr. Phil., geb. 1965, Soziologin im Arbeitsbereich "Nation und Gesellschaft" am Hamburger Institut für Sozialforschung; 2010 Gastdozentin an der Universität Victor Segalen-Bordeaux 2; Promotion an der École des Hautes Études en Sciences Sociales Paris und der Universität Marburg.

Inhalt Vorspiel Empirie: Zur Methode I Gemeinschaftserzählungen II Gemeinsamkeiten glauben und Zugehörigkeiten konstruieren III Zugehörigkeitskonstruktion in der Innenansicht Zidane - Variation I IV Das nationalstaatliche Territorium im Geflecht europäischer Institutionen, Rechtsverhältnisse und normativer Standards V Religionssemantiken im Europarat und in der EU VI Semantiken der Sprachkategorie: Europäische Pluralismusordnung und ihre Eigendynamik Zidane - Variation II VII Die territorialstaatliche Inklusion der Muslime in Deutschland und in Frankreich: Ein historischer Aufriss Palästinenser in Berlin - Exkurs I VIII Die institutionelle Inkorporation islamischer Religionspraxis in Deutschland und Frankreich IX Sprachpolitik für Einwanderer in Deutschland und Frankreich Kabylen in Frankreich - Exkurs II Zidane - Variation III X Muslime, Kabylen und Palästinenser in Deutschland und Frankreich erzählen ihre Alterität XI Muslimische, kabylische und palästinensische Alteritätserzählungen und Kritik XII Zugehörigkeitskonstruktionen und ihr kritisches Potenzial Nachspiel Bibliografie weniger anzeigen expand_less
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  • SW318762
  • Artikelnummer SW318762
  • Autor Nikola Tietze
  • Wasserzeichen ja
  • Verlag Hamburger Edition HIS
  • Seitenzahl 494
  • Veröffentlichung 19.11.2012
  • ISBN 9783868545401

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