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Dein schwarzes Herz
EIN UNSICHTBARER FREUND. EINE OBSESSIV-DÜSTERE LIEBE. UND DIE FRAGE, WER HIER WIRKLICH DAS MONSTER IST. - Die erste Liebe ist ein flammendes Schwert, das dich durchbohrt - Die stark vernachlässigte siebenjährige Juniper sehnt sich nach nichts mehr als einem Freund, um der unerträglichen Einsamkeit zu entfliehen, die sie tagtäglich umgibt.
Als plötzlich der mysteriöse gleichaltrige Mortecai wie aus dem Nichts auftaucht und ihr Freund sein will, ist sie überglücklich.
Und das Beste daran: Niemand außer ihr kann Mo sehen. Er ist ihr eigener ganz besonderer unsichtbarer Freund.
Für Mo, der alle Erinnerung an seine Zeit vor Juni verloren hat, ist sie die ganze Welt, doch schon bald muss sie erkennen, dass er für alle anderen um sie herum eine immer größer werdende Gefahr darstellt.
Als Juni zur jungen Frau heranwächst, kann der nun auch zum Teenager gewordene Mo nicht begreifen, dass sie mehr vom Leben will als ihn, und so tut er alles in seiner Macht, um sie an sich zu binden.
Juniper will Mo nicht verlieren, doch die brennende Frage in ihrem Inneren lässt sie nicht los:
Ist Mo wirklich real, oder ist Juni gar selbst das Monster aus dem Spiegel?
Kerstin Horton hat als Kunsthistorikerin ein geschultes Auge für die außergewöhnlichen Dinge dieser Welt. Das und ihre unerschöpfliche Phantasie legen den Grundstein für ihre Ideen und Geschichten. Kerstin lebt als freie Autorin in Österreich und den USA.
Ja, ich bin seit den "Schattenkind Chroniken" Fan der Autorin. Im letzten Jahr schaffte es "Endymion" zu meinem Jahreshighlight. Umso gespannter war ich auf ihr neues Buch. Und was gibt es zu sagen, außer, dass sich K. Horton mit "Dein schwarzes Herz" noch einmal übertroffen und gesteigert hat.
Was erhält der interessierte Leser? Ein spannendes, wunderschön geschriebenes, komplexes, tiefgründiges und melancholisches Buch. Ein Buch über die Liebe - in seiner reinsten Daseinsform.
Liebe, nicht immer einfach - insbesondere, wenn es sich um die erste Liebe handelt. Wer von uns kennt sie nicht, all die Zweifel, (Selbst-)Unsicherheiten, Missverständnisse, die damit einhergehen können.
Allein diese Motive hat K. Horton schon grandios umgesetzt und dann noch ein gewisses Extra hinzugefügt. Die erste Liebe kann kompliziert sein und alles mit sich reißen ... Aber was wäre, wenn deine erste Liebe ein Geschöpf ist, dass nur für DICH sichtbar ist? Und was ist es? Eine Einbildung? Ein Wahn? Ein Monster?
Juniper, "Juni", ist ein einsames, verwahrlostes, trauriges Kind, das unter Bedingungen aufwachsen muss, die schlimmer nicht sein können. Ihre verantwortungslose Mutter schleppt einen gewalttätigen Mann nach dem Nächsten an, kümmert sich kaum um ihre Tochter und deren Bedürfnisse, kreist sich um sich und ihr eigenes Elend. Damit beginnt das Buch - und man ahnt, es geht richtig tief ins Herz hinein. In dieser Einsamkeit des Kindes taucht wie aus dem Nichts Mortecai "Mo" auf. Imaginärer Freund, wie im weiteren Verlauf gesagt wird? Nachtmahr, und zwar von der gefährlichsten Sorte, wie später vermutet wird?
So oder so entsteht zwischen Juni und Mo eine Bindung, aus inniger Freundschaft wird ab dem Zeitpunkt, als sie beide das Jugendalter erreichen, mehr. So vieles mehr. Das verwirrt sie beide - bislang verlief ihre freundschaftliche Beziehung miteinander nahezu störfrei. Juni fängt erstmals an, ihre Bindung zu hinterfragen. Sie zweifelt, an sich, an Mo, seinen Absichten, verstrickt sich in ihrem Kampf, sich von ihm lösen zu wollen - oder ihm nahe zu sein. Noch näher als vorher.
Mit viel Liebe zum Detail zeichnet K. Horton die innere Zerrissenheit ihrer Hauptfiguren und erweckt sie zum Leben. Dabei ist Mo eine charakterliche Urgewalt, die niemanden loslässt, die sich mit ihr näher befasst. Ein Hauch "Das letzte Einhorn" umwabert die Kreatur, die sich nichts sehnlicher wünscht, als sichtbar - ein Mensch zu sein. Doch bis dahin scheint der Weg weit. Am Ende lässt einen K. Horton zurück mit der bangen Frage: Wie? Man hofft auf Erlösung für Mo. Und auch für Juni.
Aber nicht nur die Hauptcharaktere sind bis ins feinste Detail von der Autorin ausgearbeitet. Am Ende hat man zu allen handlungstragenden Figuren eine Beziehung aufgebaut. Josi - ich liebe sie anders. Das robuste Mädchen mit der großen Klappe hat K. Horton ihr eigenes Schicksal verliehen, das einen ebenso anrührt wie die Entwicklung der beiden Protagonisten.
Der sprachliche Stil ist einfach überwältigend. Vielfältig. Trifft tief, trifft emotional an den richtigen Stellen. Die Spiceszenen zwischen Mo und Juni gehören zum Besten, das ich jemals gelesen habe, und ich habe viel gelesen. Das ist pure Leidenschaft, die dort stattfindet, das ist nicht nur Spice, sondern einer, der eine Geschichte erzählt und den Leser emotional gefangennimmt.
Ganz klare Leseempfehlung für alle, die ein Buch über die Liebe suchen, reich mit Metaphern bebildert, voll von Symboliken und Emotionen, und auch hier sei nochmals erwähnt: K. Horton braucht nicht mir morally grey Charakteren zu werben. Sie erschafft sie einfach.
Danke für dieses berührende Leseerlebnis. Wenn jemand es schafft, mich zu Tränen zu rühren, hat nichts weiter als ein echtes Meisterwerk verfasst.
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- Artikel-Nr.: SW9783952646113110164
- Artikelnummer SW9783952646113110164
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Autor
K. Horton
- Verlag Fairy Books
- Seitenzahl 418
- Barrierefreiheit
- ISBN 9783952646113
- Verlag Fairy Books