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Nach Onkalo
Roman
Matuschek ist vierzig, als seine Mutter stirbt, mit der er das Haus teilte. Ohne ihre Fürsorge weiß er nicht, wie es weitergehen soll. Eine Frau hat er nicht und von dort, wo er wohnt, geht man weg, wenn man kann. Aber Matuschek ist einer, der bleibt, Bewohner des Hinterlands, einer längst von allen aufgegebenen Welt. Zum Glück gibt es Nachbarn. Igor, der Russe, wird zum Freund. Den alten Witt kennt er seit seiner Jugend. Und dann sind da die Tauben, die Matuschek als Junge bekam und seitdem züchtet. Brieftauben haben einen inneren Kompass und kehren stets nach Hause zurück. Das kann schon reichen fürs Leben. Als Matuschek Irina kennenlernt, winkt das Glück. Aber dann geht etwas schief und er beginnt von neuem. »Nach Onkalo« zeigt eine Welt am Rand, in der sich die großen Fragen nicht weniger deutlich stellen: was einen zusammenhält und wie man glücklich wird. Matuschek stellt sich diese Fragen nicht, er will nur seinen Alltag meistern. Doch vielleicht befähigt ihn genau das zur Erkenntnis »ob das Leben die Mühe lohnt«.
Kerstin Preiwuß, geboren 1980 in Lübz (Mecklenburg), lebt als freie Autorin mit ihrer Familie in Leipzig. 2006 debütierte sie mit dem Gedichtband "Nachricht von neuen Sternen". 2008 erhielt sie das Hermann-Lenz-Stipendium. 2012 erschien ihr zweiter Gedichtband "Rede", der von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in die Liste der Lyrikempfehlungen des Jahres aufgenommen wurde. Zuletzt erhielt sie den Mondseer Lyrikpreis und im September 2018 den Eichendorff-Literaturpreis. Im Berlin Verlag erschienen ihr vielbeachtetes Romandebüt "Restwärme" (2014), der Lyrikband "Gespür für Licht" (2016) sowie ihren zweiter Roman "Nach Onkalo" (2017), der für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde. Kerstin Preiwuß ist Mitglied des P.E.N..
»Dass der schräge Sonderling letztendlich doch noch die Kurve kriegt, gehört zu den versöhnlichen Wendungen dieses versteckten Entwicklungsromans, den Kerstin Preiwuß still und ruhig inszeniert, mit dem trügerisch poetischen Unterton einer Lyrikerin.«
»Der größte Reiz dieses Buches aber liegt in seinen vielen versteckten Schichten.«
»Das Buch schiebt sich nicht mit aufdringlichen Diagnosen nach vorne, sondern gewinnt seine Wahrnehmungskraft aus der Dichte seiner Szenen und Sätze. (…). Eine geschickt gesetzte Offenheit bestimmt den Bau des Romans, die in ihrer Schlichtheit manchmal an Kerstin Preiwuß' Gedichte erinnert.«
»Es ist eine Emanzipationsgeschichte, die sie so erzählt, dass wir mitfiebern und mitleiden. Fesselnd ist sie geschrieben, in einer äußerst konzentrierten, dichten, genauen Sprache.«
»›Nach Onkalo‹ von Kerstin Preiwuß hat poetischen und psychologischen Tiefgang.«
»Kerstin Preiwuß verfügt über die hohe Tugend einer unsentimentalen Menschenfreundlichkeit.«
»Wer Literatur der etwas schrägen Art liebt, ist mit diesem äußerst eigenwilligen Roman bestens beraten.«
»›Nach Onkalo‹ zeigt mit großer Sympathie und Genauigkeit eine Welt am Rand, in der einer nur den Alltag schaffen will. Gerade in der Reduktion stellen sich all die großen Fragen, die das Menschsein ausmachen. Beide Kritiker sind stark beeindruckt von der Dichte der Erzählung.«
»In Matuscheks Geschichte wird im Kleinen das Große sichtbar. Preiwuß, 1980 in Lübz geboren, beweist sich als genaue und bei aller erzählerischen Distanz als respekt- bis liebevolle Beobachterin eines abgehängten Menschen, der sich in seiner Sprachlosigkeit und Antriebsschwäche eingenistet hat.«
»Es gelingt der Autorin, ihren Nicht-Helden Matuschek so unprätentiös und in gewisser Weise hilflos, aber mit vielen sprachlichen Details und Bildern dem Leser näherzubringen. Und es liegt vor allen Dingen daran, dass es ihr im Kontrast zur Dekonstruktion jeglichen Lebenssinns gelingt, Bildebenen aufzubauen, die tragen.«
»Eine Studie angewandter Menschlichkeit.«
»Kerstin Preiwuß' Roman unterscheidet sich von den zahlreichen anderen Büchern über die ostdeutsche Provinz – durch die Wahl eines besonderen Milieus, durch die Prägnanz ihrer eigenwilligen Charaktere wie auch durch die unerwartete Schluss-Volte.«
»Wer Literatur der etwas anderen Art liebt, ist mit diesem eigenwilligen Roman bestens beraten.«
»Lakonisch und zärtlich erzählt Kerstin Preiwuß vom Überlebenskampf ihres sprachlosen Protagonisten und zeigt uns die Welt der Abgehängten in Nahaufnahme.«
»In ihrem zweiten Roman ›Nach Onkalo‹ erzählt die in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsene Autorin Kerstin Preiwuss mit sprachlichem Feingefühl von einem einfachen Mann, der sein Glück in der Welt nicht findet.«
»Matuschek stolpert wie ein moderner Woyzeck durchs Leben.«
»Es geht der Autorin keineswegs darum, sie vorzuführen und mit dem Finger auf sie zu zeigen, um ihre ganze Rückständigkeit und geistige Beschränktheit darzustellen. Im Gegenteil: Ihr Roman handelt auch von Verbundenheit und Freundschaften, die weit weg von jeder Oberflächlichkeit sind.«
»Kerstin Preiwuß erzählt leise, präzise und respektvoll. Und in einer Sprache, die in ihrer Schlichtheit auch Matuscheks Sprache sein könnte.«
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- Artikel-Nr.: SW9783827079343425031
- Artikelnummer SW9783827079343425031
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Autor
Kerstin Preiwuß
- Wasserzeichen ja
- Verlag eBook Berlin Verlag
- Seitenzahl 240
- Barrierefreiheit
- ISBN 9783827079343