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Orte der Erinnerung

Heft 3 über den Alten Friedhof Schwerin

Orte der Erinnerung
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Der Alte Friedhof in Schwerin zählt zu den ältesten Landschaftsfriedhöfen Deutschlands und ist das kulturelle Gedächtnis der ehemaligen Residenzstadt und seit 2025 zum UNESCO-Welterbe gehörenden Landeshauptstadt Schwerin. Auf einer Fläche von etwa 24 Hektar befinden sich zahlreiche Grabanlagen von Personen, die die Geschichte des Landes und der Stadt Schwerin mit gestaltet haben, aber auch Grabanlagen von architektonischer Bedeutung. Die Autoren des dritten Bandes „Orte der Erinnerung“ erinnern an den Architekten Erich Bentrup, die Offiziersfamilie Huth oder den letzten Ministerpräsidenten des Großherzogtums Mecklenburg Schwerin... alles anzeigen expand_more

Der Alte Friedhof in Schwerin zählt zu den ältesten Landschaftsfriedhöfen Deutschlands und ist das kulturelle Gedächtnis der ehemaligen Residenzstadt und seit 2025 zum UNESCO-Welterbe gehörenden Landeshauptstadt Schwerin. Auf einer Fläche von etwa 24 Hektar befinden sich zahlreiche Grabanlagen von Personen, die die Geschichte des Landes und der Stadt Schwerin mit gestaltet haben, aber auch Grabanlagen von architektonischer Bedeutung. Die Autoren des dritten Bandes „Orte der Erinnerung“ erinnern an den Architekten Erich Bentrup, die Offiziersfamilie Huth oder den letzten Ministerpräsidenten des Großherzogtums Mecklenburg Schwerin Dr. Adolf Langfeld. Aber auch heute vergessene Persönlichkeiten wie Johann Albrecht Strenge, der nicht nur Buchhändler und Verleger, sondern auch ein Schweriner Original war, werden vorgestellt. Die Autoren nehmen Sie mit auf eine Entdeckungsreise in die Geschichte Schwerins und Mecklenburgs und laden zu einem Spaziergang auf dem Alten Friedhof ein. Mit dem beigefügten Friedhofsplan können Sie die Grabstellen selbst entdecken.



PROF. DR. MED. HABIL. EKKEHARD SCHÜTZE: EIN WAHRHAFT VERDIENTER ARZT DES VOLKES

DIE FAMILIE ARFERT UND IHRE BEDEUTUNG ÜBER DIE LANDESGRENZEN MECKLENBURG-VORPOMMERN HINAUS

PAUL BARD: EIN PASTOR IM DIENSTE SEINER HERREN

JOHANN ALBRECHT STRENGE: AUCH JONNY GENANNT ODER GEHEIMRAT ZIPFELBECHER – MULTITALENT, FLINKFLÖTER, EIN SCHWERINER ORIGINAL

CARL LANGE: VOM SCHMIEDEGESELLEN ZUM KAMMERDIENER DES GROSSHERZOGS

EHRENHAIN ODER SOLDATENFRIEDHOF

ERICH BENTRUP: EIN ARCHITEKT IM STROM DER ZEIT

EDUARD BECKER: MITBEGRÜNDER DES MÄNNER-TURNVEREINS SCHWERIN UND DER FREIWILLIGEN FEUERWEHR IN SCHWERIN

HESSEN IN MECKLENBURG? DIE FAMILIE VON HUTH IM MECKLENBURGISCHEN DIENST 1821 – 1918/19

ADOLF LANGFELD: JURIST, MINISTER UND DIPLOMAT

GENERALARZT ADOLF FRIEDRICH STÖRZEL – EIN MILITÄRARZT MITTE DES 19. JAHRHUNDERTS MIT BLICK FÜR DAS ZIVILE LEBEN ODER EIN FRÜHES BEISPIEL FÜR ZIVILMILITÄRISCHE ZUSAMMENARBEIT

ICH BIN DIE AUFERSTEHUNG UND DAS LEBEN. EINE SITZENDE CHRISTUSSTATUE AM TALWEG UND DIE FAMILIE MEISSNER

DER WEISSE ENGEL ADE DER GRABANLAGE BAUCH: EINE BESONDERE BEZIEHUNG



GENERALARZT ADOLF FRIEDRICH STÖRZEL – EIN MILITÄRARZT MITTE DES 19. JAHRHUNDERTS MIT BLICK FÜR DAS ZIVILE LEBEN ODER EIN FRÜHES BEISPIEL FÜR ZIVILMILITÄRISCHE ZUSAMMENARBEIT

Im Jahr 1865 wendet sich der Magistrat der Stadt Schwerin mit der Bitte um Unterstützung an die Großherzoglich Mecklenburgische Division. Es ging dabei um die in der Stadt stationierten Militärärzte, die am Stadtkrankenhaus den medizinischen Dienst übernehmen sollten. Das Stadtkrankenhaus war nach Plänen von Georg Adolph Demmler (1804-1886, auf dem Alten Friedhof in seiner eigenen Grabkapelle bestattet) 1841 in der Werderstraße als eines der ersten Krankenhäuser Mecklenburgs eröffnet worden. Heute im Übrigen im Besitz der VR-Bank. Der damalige Divisionskommandeur von Bilguer (1812-1894, siehe Orte der Erinnerung Heft 2) erkannte die Vorteile für die Militärärzte (praktische Ausbildung und in Übung halten) und legte das Ansinnen der Stadt seinem Dienstherren Großherzog Friedrich Franz II. zur Genehmigung vor. Nachdem der Großherzog am 28. März 1865 seine Zustimmung erteilt hatte, übernahmen ein Oberarzt und ein Assistenzarzt den ärztlichen Dienst am Stadtkrankenhaus. Nebenbei sei bemerkt, dass der Assistenzarzt auch gleich am Krankenhaus eine Wohnung bekam. Einzelheiten des Wirkens regelte eine Vereinbarung vom 20. Mai 1865 zwischen dem Magistrat und dem damaligen Divisionsarzt Adolf Friedrich Störzel. Leider musste auf Grund der Umstände die für beide Seiten erfolgreiche Zusammenarbeit zum 1. Oktober 1869 beendet werden. Der Grund lag in der Eingliederung des Mecklenburgischen Militärs ab August 1867 in die Preußische Armee (siehe auch Text weiter unten, Schreiben des Generalarztes Störzel an das Militärdepartement vom 19. August 1868).

Lebensweg des Generalarzt Adolf Friedrich Störzel

Wer war nun dieser Divisionsarzt, der die Vereinbarung mit der Stadt getroffen hatte? Adolf Friedrich Störzel wurde am 21. Juli 1815 in Dargun (nach anderen Quellen 4. Juli) als Sohn des Amtmanns und späteren Geheimen Ministerialrats zu Schwerin Johann Georg Heinrich Störzel und der Julie Passow (Tochter des Amtshauptmanns Carl Friedrich Passow zu Rühn) geboren.

Dass er später die medizinische Laufbahn einschlägt, könnte auch mit dem Großvater väterlicherseits, Hofrat Dr. med. Johann Georg Störzel (1741-1828), zusammenhängen. Der war Leibmedicus oder besser herzoglicher Leibarzt in Ludwigslust.

1836 begann der junge Störzel sein Studium der Medizin an der Universität Heidelberg und wurde dort auch Mitglied des Corps Guestphalia Heidelberg. Vier Jahre später erfolgte seine Promotion (Diss. inaug. de Paracelsi vita et doctrina) an der Universität Halle. Daran schloss sich bis zum 1. März 1843 eine Zeit als praktischer Arzt in Schwerin an. Warum dann der Wechsel zum Militär erfolgte, konnte bisher nicht geklärt werden. Möglicherweise ein wirtschaftlicher Hintergrund. Störzel begann seine Militärkarriere als Assistenzarzt und Unterarzt bei der Artillerie mit Garnison in Schwerin. Zum Jahresende 1845 mit Wirkung 1. Januar 1846 wurde er zum Oberarzt befördert mit dem Hinweis: „Bei Ernennung des Dr. Störzel zum Oberarzte ist jedoch ausdrücklich allerhöchst bestimmt worden, daß durch dieses Avancement keineswegs die Anstellung eines Batterie-Chirurgen hervorgerufen, sondern Ersterer gehalten sein soll, alle bei der Artillerie vorkommenden ärztlichen und chirurgischen Dienstleistungen, sie mögen sein welche sie wollen, zu verrichten. gez. v. Elderhorst.“ (Zitiert nach Aktenbestand LHAS Aktenbestand Militärdepartement; Elderhorst – Hartwig von, 1789–1871, Brigadekommandeur). 1849 wurde Störzel Oberarzt im Leichten Infanterie-Bataillon, dem späteren Jäger-Bataillon, mit Garnison Schwerin. Diese Dienststellung bekleidete er acht Jahre. Dann vermutlich mit der Beförderung zum Oberstabsarzt erfolgte die Versetzung zum IV. Bataillon, das ebenfalls in Schwerin stationiert war.

Am 8. Juli 1857 stellt der Divisions-Kommandeur von Witzleben folgenden Antrag:



Der Förderverein ALTER FRIEDHOF Schwerin e.V.

Der Verein setzt sich für die Bewahrung des ältesten noch genutzten Friedhofes in Schwerin ein. Dabei arbeitet er eng mit der Landeshauptstadt zusammen.

Ziele:

- Erweiterung der Liste der erhaltenswerten Grabanlagen

- Bestandsaufnahme der gefährdeten Grabanlagen und deren Sicherung

- Wiederherstellung und Pflege von Grabanlagen

- Gewinnung von „Grabpaten“, Fördermitgliedern und von Unternehmen und Institutionen

- langfristig die Wiederherstellung der alten parkartigen Struktur des Alten Friedhofes

Um diese Ziele zu erreichen, brauchen wir auch Ihre Hilfe.

Möchten Sie helfen, ein Stück altes Schwerin zu bewahren?

Werden Sie Mitglied des Fördervereins! Selbstverständlich können Sie auch als Förderer aktiv werden.

Förderverein Alter Friedhof Schwerin e.V. Obotritenring 245, 19053 Schwerin

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