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Frau Boomer badet nackt

Frau Boomer badet nackt
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Vera Pohlmann, Anfang fünfzig, mag sich gerade selbst nicht mehr. Ihre Kamera im Online-Meeting muss den Alterungsfilter aktiviert haben - über Nacht scheinen ihre Gesichtskonturen erschlafft. Allein ihr Körpergewicht zeigt einen Aufwärtstrend. Während Tochter Flora spritzig mit Schönheitsbehandlungen experimentiert und ihrer Mutter zu Hormoncocktails rät, versucht Vera zu akzeptieren, dass mit ihren Kindern die eigene Jugendlichkeit ausgezogen ist. Neue Perspektiven müssen her! Als ihr gleichaltriger Arbeitskollege plötzlich einem Herzinfarkt erliegt, fasst Vera einen Plan. Wenn schon alt werden, dann bitte schlank und gesund! Sie will... alles anzeigen expand_more

Vera Pohlmann, Anfang fünfzig, mag sich gerade selbst nicht mehr. Ihre Kamera im Online-Meeting muss den Alterungsfilter aktiviert haben - über Nacht scheinen ihre Gesichtskonturen erschlafft. Allein ihr Körpergewicht zeigt einen Aufwärtstrend. Während Tochter Flora spritzig mit Schönheitsbehandlungen experimentiert und ihrer Mutter zu Hormoncocktails rät, versucht Vera zu akzeptieren, dass mit ihren Kindern die eigene Jugendlichkeit ausgezogen ist. Neue Perspektiven müssen her! Als ihr gleichaltriger Arbeitskollege plötzlich einem Herzinfarkt erliegt, fasst Vera einen Plan. Wenn schon alt werden, dann bitte schlank und gesund! Sie will ihren Körper in Sachen Fitness und Ernährung auf ein neues Level upgraden. Schließlich liegt Longevity längst im Trend. In ihrer jungen Praktikantin Melissa findet sie eine Verbündete in Sachen Selbstoptimierung, nur ihr Mann Ferdi zieht bei ihrer Challenge „Perfekt altern“ nicht mit …




Ein feelgood-Roman über die große Frage in der Lebensmitte: Wie schaffen wir es, loszulassen und gelassen zu altern?



Inhalt





Angeschwollen




Schlauchboot in Sicht




Fleisch ist dein Gemüse




Alles neu macht der Mai




Abgewogen




Nur nicht hetzen




Schau mich bitte nicht so an




Kurz- oder Langlebigkeit – das ist hier die Frage




Was wirklich hilft




Lauf, Vera, lauf




Lange liegen, statt lange leben




Brain Fog




Flora: Was Frauen brauchen




Die Mitte ist der Anfang




Eingeparkt




Melissa




Willkommen im Club




Normale Milch




Nur Körperfett macht den Körper fett




Gleich und gleich ist noch lange nicht dasselbe




Hormone am Esstisch




Eier, wir brauchen Eier – oder nicht?




Übers Ziel hinaus ist auch daneben




Alle in einem Boot




Flora: Monogam statt Mix?




Vera: Was Sperma über das Leben lehrt




Erstens kommt es anders …




Wir müssen reden




Den Ball flach halten




Die Freiheit, die ich meine




Erst loslassen, dann abstoßen




Ziellos ist auch ein Ziel




Teil 2: Spiel ohne Grenzen




Eine Mutter bleibt eine Mutter – bleibt eine Frau



Kapitel 1 - Angeschwollen




Die Haustür fiel ins Schloss und die Schritte ihrer Tochter entfernten sich.

„Warum hast du nichts gesagt?“

Veras Blick war auf Ferdi gerichtet, der den letzten Rest Nachtisch löffelte. Sie griff zu ihrem Glas und kippte den Riesling in einem Schluck hinunter.

„Was hätte ich denn sagen sollen, was nicht offensichtlich ist?“

„Irgendwas. Warum sie so was macht zum Beispiel.“

Ferdi seufzte.

„Als ich mir in vergleichbarer Situation erlaubt hatte, sie auf ihr großflächig präsentes Tattoo anzusprechen, habe ich mir ja einiges anhören müssen.“

Vera nickte. Natürlich. Ferdi würde nichts Unbedachtes tun, um den – wenn auch fragilen – Frieden seit Floras Asienreise zu bewahren. Insgeheim beglückwünschte Vera ihn zu dieser Besonnenheit. So weit war sie noch nicht, obwohl ihre Tochter bereits 19 Jahre alt war.

„Wieso hast du eigentlich nichts gesagt?“, fragte Ferdi und deutete mit dem Nachtischlöffel in ihre Richtung.

Vera dachte nach. „Ich stehe noch unter Schock“, sagte sie schließlich, mehr zu sich selbst als zu Ferdi. „Ich war darauf nicht vorbereitet.“

Nicht auf das Aussehen ihrer Tochter und auch nicht auf deren Pläne für den kommenden Herbst. Aber war sie das jemals gewesen?

„Lass uns eine Nacht darüber schlafen“, schlug Ferdi vor.

Davon geht das Problem nicht weg, dachte Vera, doch sie nickte.




Vera konnte nicht mit Bestimmtheit sagen, ob es ein Geräusch oder die unerträgliche Hitze im Schlafzimmer war, die sie aufwachen ließ. Schwungvoll stieß sie die leichte Sommerdecke von ihrem Körper und wartete, bis der feuchte Film auf ihrer Haut zu trocknen begann. Ein Blick auf ihre Smartwatch zeigte 2:50 Uhr. Die Blase drückte und Vera überlegte, ob sie aufstehen sollte und ob es ihr danach gelingen könnte, vor 4 Uhr wieder einzuschlafen. Die Chancen standen fifty-fifty. Irgendwo hatte sie gelesen, ein Wachwerden um diese Uhrzeit könnte auf Leberprobleme hindeuten. Aber die halbe Flasche Wein zum Abendessen war doch nicht wirklich zu viel Alkohol, oder? Wenn sie den neuesten Forschungsergebnissen Glauben schenken durfte, wurde selbst das früher gepriesene Gläschen Rotwein nicht mehr empfohlen. Jeglicher Alkohol war – gerade für Frauen – ein potenzieller Sargnagel an der ohnehin ungewissen Lebenserwartung. Bestimmt war sie schon auf dem Weg zur Fettleber. Wann hatte sie zuletzt ihre Blutwerte testen lassen? Die Leber machte bekanntlich erst Schmerzen, wenn es zu spät war. Vera spürte plötzlich ihr Herz laut und deutlich pochen. In der Nacht wurde der Körper immer so laut. Jetzt bloß nicht panisch werden. Viel wahrscheinlicher war es, dass diese ewigen Temperaturschwankungen ihre Schlafprobleme auslösten. Ihr körpereigenes Thermostat war eindeutig defekt. Zudem war das zurzeit kein Frühling wie er im Kalender stand, sondern Hochsommer. Neben Vera gab Ferdi leise, schnurrende Geräusche von sich. Obwohl sie es nicht wollte, weil sie dann bestimmt nicht mehr einschlafen könnte, wanderten ihre Gedanken zu Flora. Wie Geister huschten die Sorgen um die Tochter durch die Nacht, tänzelten um sie herum und ließen sie nicht los. Vorsichtig und mit angehaltenem Atem – was sie albern fand, als es ihr auffiel – stieg Vera aus dem Bett und schlich aus dem Schlafzimmer. Sie schloss die Tür hinter sich, tapste barfüßig ins Erdgeschoss und öffnete in der Dunkelheit mit routiniertem Griff die Terrassentür. Der Mond war nicht zu sehen, auch keine Sterne. Eine leichte Wolkendecke hielt die Wärme des Tages in der Luft. Deckel auf Topf. Vera ließ sich im Liegestuhl nieder und starrte in die stille Nacht.

Morgen würde sie es ansprechen, wenn sie mit ihrer Tochter alleine wäre. Ganz entspannt und beiläufig würde sie hinterfragen, was Flora sich dabei gedacht hatte, solche Eingriffe vorzunehmen. Im Gesicht! Vera legte sich gedanklich geschickte Formulierungen zum Gesprächseinstieg zurecht, die lässig und ungezwungen rüberkommen sollten. Bevor ihre Grübeleien in Dauerschleife Karussell fahren konnten, stand sie mit dem ersten Vogelzwitschern auf und ging zurück ins Schlafzimmer, um wenigstens noch für ein paar Stunden zu ruhen. Kaum lag sie, spürte sie ihre Blase wieder.

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