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Der Popanz und Ein Lächeln für Zacharias

Der Popanz Hinter dem Haus von Großmutter Pimpelmut und Großvater Allesnix fließt ein Bach, der den kleinen Petrik magisch anzieht. Die Zauberin Amanda Grollmus, der Schandarm Pannak und Herr Kantor Haubold wollen Petrik Angst vor dem tiefen Bach einjagen, nichts hilft. Doch plötzlich steht ein riesengroßer, gefährlich aussehender Popanz aus Holz oben am Damm. Ein Lächeln für Zacharias Zacharias erhielt in Mathematik eine Fünf. Nun sehen ihn alle böse an: Die Mutter, der Vater und auch die nette Lehrerin Frau Sengewald. Nun ist Zacharias hungrig nach einem Lächeln, das er endlich beim schwerhörigen Großvater... alles anzeigen expand_more

Der Popanz

Hinter dem Haus von Großmutter Pimpelmut und Großvater Allesnix fließt ein Bach, der den kleinen Petrik magisch anzieht. Die Zauberin Amanda Grollmus, der Schandarm Pannak und Herr Kantor Haubold wollen Petrik Angst vor dem tiefen Bach einjagen, nichts hilft. Doch plötzlich steht ein riesengroßer, gefährlich aussehender Popanz aus Holz oben am Damm.



Ein Lächeln für Zacharias

Zacharias erhielt in Mathematik eine Fünf. Nun sehen ihn alle böse an: Die Mutter, der Vater und auch die nette Lehrerin Frau Sengewald. Nun ist Zacharias hungrig nach einem Lächeln, das er endlich beim schwerhörigen Großvater findet, der nichts von einer 5 weiß.



Zwei schöne Geschichten zum Schmunzeln und Nachdenken für Leseanfänger oder die Kleinen zum Vorlesen.



Der Popanz

Ein Lächeln für Zacharias



Wie sie geht und steht, zieht sie Petrik auf die Gasse. Neben dem Spritzenhaus wohnt der Schandarm Pannack. Der will gerade seine Plempe umschnallen, aber ihm fehlt die Scheide. Er kann nicht gut mit nacktem Säbel das Dorf inspizieren, da sähen die Leute, dass er ihn wieder nicht geputzt hat.

Also ruft er seinen Hund.

„Laufschritt, marsch, marsch!“

Der Hund kommt unter dem Bett hervor. Dorthin hatte er die Scheide geschleppt; nun apportiert er sie mit angelegten Ohren. Der Schandarm kann umschnallen und einen Blick für Großmutter Pimpelmut erübrigen.

„Wo brennt’s? Was fehlt? Wen soll ich einsperren?“

Die Großmutter fasst Petrik und stellt ihn neben sich.

„Ans Wasser zieht’s ihn, alleweil ans Wasser. Und kann doch nicht schwimmen."

Der Schandarm legt eine Hand auf Petriks Schulter, nimmt einen Zug aus der Tabakspfeife, lässt die Kehle schnarren, spuckt auf den Fußboden und stößt den Säbel klirrend auf.

„Laufschritt, marsch, marsch!“

Als er sieht, dass sich Petrik fürchtet, hält er der Großmutter die Hand hin.

„Zwei Sechser für Tabak.“

Großmutter Pimpelmut zahlt und seufzt.

„Hoffentlich hat’s geholfen.“

Aber das Wasser fließt und fließt. Und kaum steht sie mit dem Enkel auf der Gasse, da zupft Petrik an ihrem Ärmel.

„Großmutter, wie heißt der Hund?“

„Stabsgefreiter Gernegroß.“

Petrik kann nicht an sich halten und lacht laut heraus. Großmutter Pimpelmut aber fasst sich ans Herz. Ihr Leute, ihr Leute! Es hat wieder nicht geholfen. Wird der sich fürchten, der so lacht?



Joachim Nowotny entstammt einer Arbeiterfamilie. Er absolvierte eine Lehre als Zimmermann und arbeitete in diesem Beruf. 1954 legte er an einer Arbeiter-und-Bauern-Fakultät die Reifeprüfung ab und studierte anschließend bis 1958 Germanistik an der Universität Leipzig. Nach Abschluss des Studiums arbeitete er als Verlagslektor. Seit 1962 lebt er als freier Schriftsteller in Leipzig. Von 1967 bis 1982 wirkte er als Dozent am dortigen Literaturinstitut Johannes R. Becher.

Joachim Nowotny ist Verfasser von Erzählungen, Romanen, Hör- und Fernsehspielen. Den Schwerpunkt seines Werkes bilden Kinder- und Jugendbücher; thematisch ist er eng mit seiner Heimatregion, der Lausitz, verbunden. Nowotny behandelte als einer der ersten DDR-Autoren am Beispiel des Lausitzer Braunkohle-Tagebaus Themen wie Landschafts- und Umweltzerstörung.

Joachim Nowotny ist seit 1990 Mitglied des Verbands Deutscher Schriftsteller.

Auszeichnungen:

1971 Alex-Wedding-Preis,

1977 Heinrich-Mann-Preis

1979 Nationalpreis der DDR (II. Klasse für Kunst und Literatur)

1986 Kunstpreis des FDGB.

Bibliografie (Auswahl)

Hochwasser im Dorf, Der Kinderbuchverlag, Berlin 1963

Jagd in Kaupitz, Der Kinderbuchverlag, Berlin 1964

Hexenfeuer, Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 1965

Jakob läßt mich sitzen, Der Kinderbuchverlag, Berlin 1965

Labyrinth ohne Schrecken, Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 1967

Der Riese im Paradies, Der Kinderbuchverlag, Der Kinderbuchverlag, Berlin 1969

Sonntag unter Leuten, Mitteldeutscher Verlag, Halle (S.) 1971

Ein gewisser Robel, Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 1976

Die Gudrunsage, Der Kinderbuchverlag, Berlin 1976

Ein seltener Fall von Liebe, Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 1978

Abschiedsdisco, Der Kinderbuchverlag, Berlin 1981

Letzter Auftritt der Komparsen, Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 1981

Die Äpfel der Jugend, Aufbau Verlag, Berlin 1983

Ein Lächeln für Zacharias, Der Kinderbuchverlag, Berlin 1983

Der erfundene Traum und andere Geschichten, Der Kinderbuchverlag, Berlin 1984

Schäfers Stunde, Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 1985

Der Popanz, Der Kinderbuchverlag, Berlin 1986

Wo der Wassermann wohnt, Domowina Verlag, Bautzen 1988 (zusammen mit Gerald Große)

Adebar und Kunigunde, Der Kinderbuchverlag, Berlin 1990

Als ich Gundas Löwe war, Faber & Faber, Leipzig 2001

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