Ein Schneemann für Afrika

Eine Liebesgeschichte für Kinder

Ein Schneemann für Afrika
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Asina wartet jeden Tag am Hafen auf ein Schiff aus der fernen Stadt Rostock. Ihr Freund Karli, ein Matrose, hat ihr ein ganz besonderes Geschenk versprochen – etwas, das es in Afrika noch nie gegeben hat. Und wirklich: Auf einem großen Schiff reist ein Schneemann namens Kasimir über das Meer! Im kalten Kühlraum bleibt er schön frostig. Doch als das Schiff den heißen Äquator erreicht, geschieht ein unglaubliches Wunder: Kasimir wird lebendig! Jetzt beginnt ein spannendes Abenteuer auf dem Meer. Wird der Schneemann heil in Afrika ankommen? Und was wird Asina sagen, wenn sie plötzlich einem echten Schneemann begegnet? Eine warmherzige,... alles anzeigen expand_more

Asina wartet jeden Tag am Hafen auf ein Schiff aus der fernen Stadt Rostock. Ihr Freund Karli, ein Matrose, hat ihr ein ganz besonderes Geschenk versprochen – etwas, das es in Afrika noch nie gegeben hat.

Und wirklich: Auf einem großen Schiff reist ein Schneemann namens Kasimir über das Meer! Im kalten Kühlraum bleibt er schön frostig. Doch als das Schiff den heißen Äquator erreicht, geschieht ein unglaubliches Wunder: Kasimir wird lebendig!

Jetzt beginnt ein spannendes Abenteuer auf dem Meer. Wird der Schneemann heil in Afrika ankommen? Und was wird Asina sagen, wenn sie plötzlich einem echten Schneemann begegnet?

Eine warmherzige, lustige und fantastische Geschichte über Freundschaft, Wunder und eine Reise rund um die halbe Welt.

Das Buch wurde 1977 von der DEFA verfilmt.



Unten in der Hafenbucht schaukeln die kleinen Boote mit den roten Segeln. Dort hört man Musik auf dem Wasser. Die kommt aus dem großen Schiff, das „Pinguin“ heißt und aus dem Eismeer kommt. Das weiß Asina von Onkel Kamuk.

Aber ein anderes Schiff ist nicht zu sehen. Auch Onkel Kamuk kann Asina nicht unter den Männern finden.

Asina schlendert weiter zum Strand und taucht die Füße ins Wasser, dass die kleinen Wellen ihre Fußsohlen kitzeln.

Über Nacht haben die großen Wellen aus der Tiefe viele Muscheln und Meeresschnecken an den Strand gespült.

Kleine weiße, braune und zartrosa Porzellanmuscheln, zartgeädert mit wundersamen Mustern, wie sie nur die Natur malen kann. Manche gleichen kleinen Porzellantieren.

Kauri-Muscheln heißen sie. Und vor uralten Zeiten, so hat Onkel Kamuk erzählt, wurden sie von den Menschen als Geldstücke benutzt.

Das muss eine glückliche Zeit gewesen sein, hatte Onkel Kamuk gesagt, als man sein Geld noch in der Natur finden konnte. Die schönsten Muscheln galten als die wertvollsten.

Asina hat große Freude an den Muscheln. Sie sammelt alle in ihr Taschentuch, die kleinen Stachelschnecken, Schraubenschnecken, Zahnschnecken. Und dieses schöne zartrosa Gebilde ist eine echte Venusmuschel.

Dann kennt Asina noch Klappmuscheln, Posthörnchen und Käferschnecken, Sonnenmuscheln und Mondsterne.

Fünfundzwanzigtausend Arten gibt es in den Meeren, sagt Asinas Lehrer, Herr Nilas. Die kennt Asina natürlich nicht alle. Auch Herr Nilas nicht. Denn jede Muschel sieht anders aus.

Bingo sammelt eifrig mit. Er nimmt jede Muschel in seine kleine Affenhand, schiebt sie sogleich in den Mund und prüft, ob sie essbar ist. Wenn er die harte Schale der Muschel spürt, stößt er einen ärgerlichen Affenschrei aus und gibt sie Asina.

Asinas Taschentuch ist längst voll. Sie knotet es zusammen und versteckt es hinter einem Baumstamm. Dann sammelt sie weiter, indem sie das Kleid vorn wie eine Schürze anhebt und die Muscheln und Schnecken hineinlegt.

Dabei träumt sie ein bisschen vor sich hin. Gern würde sie eines der großen weißen Schiffe besteigen und in die Ferne fahren. Und dort könnte sie lustige Dinge kaufen und allen etwas Schönes mitbringen.

Mama eine Brille, damit sie besser die Namen und Adressen auf den Briefen lesen könnte, die sie den Leuten als Postbotin jeden Tag bringen muss. Papa würde sie ein kleines Kofferradio kaufen, weil er sich das schon lange wünschte. Den Brüdern vielleicht einen Fußball oder Boxhandschuhe. Und Onkel Kamuk ein Hörgerät, weil er manchmal so schlecht hört.

Da sieht sie plötzlich vor sich eine wunderschöne weißrosa Muschel. Sie ist größer als Asinas Hand, und innen schimmert sie perlmutterfarben und zartlila.

So eine Muschel findet man nur an einem Glückstag. Vielleicht ist heute mein Glückstag, denkt Asina und hält sich die große Muschel ans Ohr.

Ihr werdet es vielleicht nicht glauben, aber in manchen großen Muscheln oder Meeresschnecken hört man das Rauschen des Meeres. Das ist rätselhaft und wundersam. Aber wer es einmal gehört hat, der weiß es.

Asina lauscht verzückt diesem fernen Meeresrauschen in der Muschel. Dann nimmt sie die Muschel vom Ohr und flüstert in ihre zartrosa Öffnung hinein wie in einen Telefonhörer: „Wann kommt das Schiff mit Karli aus Rostock?“ Ganz fern und gleichmütig rauscht das Meer an Asinas Ohr, rauscht und rauscht.

Da bläst Asina hinein, und dabei erklingt ein wundersamer Ton. Der Ton des Muschelhorns. Er trifft mitten ins Herz und erweckt im Menschen eine große Sehnsucht nach der Ferne.

Diese Muschel wird sie Karli zur Begrüßung schenken. Und sie wird ihm sagen, dass er sie ans Ohr halten kann, wenn er in seinem Europa Sehnsucht nach ihr hat.

Auch Bingo hält sich jetzt die Muschel ans Ohr und bekommt ein verzücktes Affengesicht.

Asina packt alle ihre Schätze zusammen und schlendert zurück zum Hafen. Onkel Kamuk ist jetzt da. Aber er ist beschäftigt, denn er hilft den Fischern, die heute gefischt haben, die Kisten aus den Booten zu verladen und sie mit Sand zu bestreuen, um die Fische ein wenig vor der Sonne zu schützen.

Asina stellt sich neben Onkel Kamuk. Sie will ihm die Muscheln zeigen. Aber Kamuk sagt nur kurz: „Tag, Asina, geh weg, sonst machst du dir dein schönes Sonntagskleid schmutzig.“

Traurig trottet Asina mit Bingo nach Hause.



Geboren am 1. Januar 1941 in Liegnitz, 1945 Umsiedlung nach Thüringen. Ab 1955 Besuch der Oberschule in Kleinmachnow bei Potsdam, Lehre als kartographische Zeichnerin. 1963 Heirat des Musikers Christian Kožik, 1963 und 1966 Geburt der Söhne Adrian und Sebastian.

1969 Assistentin im DEFA-Dokfilmstudio, 1970-1976 Studium der Dramaturgie an der Hochschule für Film und Fernsehen Babelsberg, 1977-1978 Studium am Literaturinstitut in Leipzig,

Christa Kozik lebt in Potsdam-Babelsberg. Sie schreibt Kinderbücher, Spielfilme, Gedichte und Geschichten.

Preise:

Nationalpreis für Kunst und Literatur,

diverse Filmpreise im In- und Ausland,

1991 Kinderbuchpreis der Akademie der Künste Berlin,

1997 Hauptpreis für Kinofilm beim Kinderfilmfestival "Goldener Spatz" in Gera,

2024 Lebenswerk-Preis der DEFA-Stiftung

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Ein Blick ins Buch

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  • Artikelnummer SW9783689126551458270.1
  • Autor find_in_page Christa Kozik
  • Verlag find_in_page EDITION digital
  • Veröffentlichung 10.03.2026
  • Barrierefreiheit
    • Barrierefrei nach: EPUB Accessibility Spec 1.1
    • Aussehen von Textinhalten kann angepasst werden
    • Enthält ausführliche Alternativtexte
    • Navigation über Inhaltsverzeichnis
    • Für TTS-Nutzung optimiert
    • Kommentar vom Verlag: Dieses E-Book ist barrierefrei nach EPUB Accessibility 1.1. Es enthält strukturierte Navigation, maschinenlesbare Spracheinstellungen, Alternativtexte für alle Bilder und keine bekannten Zugangshindernisse. Geeignet für Screenreader und barrierefreie Lesesysteme.
  • ISBN 9783689126551

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