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Manro - Kleiner Troll ganz groß
Als Manro ein Ei fand / Der Ruf des Drachenfels
1. Abenteuer: Wie Manro ein Ei fand
Manro, der kleine, tapfere Troll aus dem großen Wald. Er bringt es nach Hause und seine Freunde und er rätseln, was wohl daraus werden würde. Schließlich schlüpft eine kleine Raupe, die sofort zu fressen beginnt. Der große Hunger der Raupe beanspruchen die Hilfsbereitschaft und Geduld sehr und Manro ist in Gefahr , alle seine Freunde zu verlieren.
Doch dann beginnt eine große Verwandlung . . .
2. Abenteuer: Der Ruf des Drachenfels
Als Manro und seine Freunde wieder einmal im Wald spielen, werden sie von einem lauten, tiefen Grollen erschreckt, das sogar den Boden unter ihren Füßen beben lässt Natütlich forscht der wissbegierige Manro nach, woher das Donnern wohl gekommen war.
Er findet heraus, dass der Drachenfels der Ursprungsort ist. Dort würdeein uralter Drache leben, der nur alle hundert Jahre aus einem tiefen Schlaf erwacht und dann unweigerlich großes Unglück über den Wald bringt.
Manro und seine Freunde brechen auf, um das Geheimnis zu ergründen und den Drachen zu besänftigen. Eine lange Reise mit zahlreichen Abenteuern und Gefahren beginnt . . .
Eines Tages fand der kleine Troll Manro am Rande des großen Waldes ein Ei. Es war ein schönes Ei, groß und weiß. Es war mehr rund als oval und seine Schale war nicht hart, spröde und zerbrechlich, wie die eines Vogeleies, sondern weich und nachgiebig.
Manro schien es, als sei das Ei von dem Baum herabgefallen, unter dem es lag, und weit und breit war niemand zu sehen, dem dieses Ei wohl gehören könnte, kein Vogel, keine Eidechse und auch keine Schlange.
Mühsam schleppte und rollte er das Ei, das doch fast so groß war wie er selbst, bis zu dem Haus, in dem er wohnte, und das unter einer großen Baumwurzel verborgen war.
Ihr müsst nämlich wissen, dass die Trolle draußen im Wald kaum größer sind als der Daumen eines Mannes. So kommt es, dass ihre Häuser unter die Wurzeln eines Baumes passen und Eier, die wir Menschen leicht zwischen Daumen und Zeigefinger nehmen können, für sie fast so groß sind, wie sie selbst.
Manros Mutter schimpfte, als er das Ei angeschleppt brachte, und der Vater schüttelte nur mit dem Kopf.
„Auf welch seltsame Ideen der Junge doch nur immer kommt“, brummte er, „jetzt schleppt er auch noch so ein riesiges Ei hier an.“
„Dies Ei kommt mir nicht ins Haus“, schalt die Mutter, „sieh nur zu, wo du es hinschaffst, aber ins Haus kommt es mir nicht!“
Manros Freunde aber, der kleine Hase Hoppelmann, Quax, die Ente und das Trollmädchen Irisa, waren neugierig und halfen dem Trolljungen, das Ei ein kleines Stück weiter zu einem dicken Moospolster zu bringen, wo es sicher lag. Aus Zweigen und Blättern bauten sie ein Dach, damit kein Regen dem Ei etwas anhaben konnte, und Quax zupfte sich sogar ein paar Daunenfedern aus, damit das Ei noch sicherer und wärmer liegen könnte.
„Was mag das wohl sein?“ fragten sie immer wieder, „Was wird wohl da aus dem Ei kriechen, wenn es fertig ist?“
Und aus dem ganzen Trolldorf, den vielen Häusern, die rundherum unter den Wurzeln der Waldbäume versteckt lagen, kamen die Trolle, das Ei anzusehen. Sogar einige Elfen kamen aus ihren Blütenwohnungen her geflogen, schauten das Ei an, raunten sich leise etwas zu und flogen dann wieder fort.
Manro aber und Hoppelmann, Irisa und Quax sorgten von morgens bis abends für das Ei, hielten es warm und trocken und warteten, bis endlich etwas geschehen möge, aber es geschah nichts.
Tag um Tag verging, und nichts veränderte sich an dem Ei, nichts deutete darauf hin, dass jetzt bald irgendetwas aus dem Ei schlüpfen würde. Immer weniger Trolle kamen, um sich das wunderbare Ei anzuschauen, und die Elfen schickten nur noch ab und zu eine der Ihren, die dann auch nur kurz einmal um das Ei herumflog, schaute, ob sich etwas daran verändert hatte, und dann wieder verschwand.
Und irgendwann einmal sagte Quax: „Ach, das hat ja alles keinen Zweck. Warum habe ich nur meine guten Daunen für diese dumme Ei geopfert, da schlüpft ja nie etwas aus.“
Dann ging sie fort und kam an diesem Tag nicht mehr wieder und auch am nächsten nicht und nicht am übernächsten, Und Manro, Irisa und Hoppelmann waren traurig. Aber zu dritt sorgten sie weiter für das Ei.
Irgendwann aber, viele Tage waren vergangen, merkte Manro, dass sich mit dem Ei etwas veränderte. Zuerst konnte er gar nicht sagen, was es war. Es war einfach nur so ein Gefühl. Aber dann merkte er deutlich, dass die Farbe des Eies dunkler wurde und ein Zittern durchlief die ledrige Eierschale.
Aufgeregt rief er nach seinen Freunden, die auch gleich eiligst angelaufen kamen.
„Seht, seht, es verändert sich!“ rief er aufgeregt, und alle drei hüpften um das Ei herum. Im Dorf der Trolle blieb dies nicht unbemerkt. Immer mehr der Däumelinge kamen herbei, neugierig, was da wohl los sei.
Und als hätten sie eine geheime Botschaft erhalten, kamen plötzlich auch die Elfen angeflogen und ließen sich auf den Blüten nieder, die rund um das Moospolster wuchsen, auf dem das geheimnisvolle Ei lag.
Das Ei aber bewegte sich jetzt immer deutlicher, Es zitterte und bebte, schließlich liefen richtige Wellen über die nachgiebige Schale. Und aus dem Innern war deutlich ein Nagen und Schaben zu hören.
Schließlich war ganz unten, dort wo das Ei auf dem Moospolster ruhte, ein kleiner Riss zu sehen, der aber zusehends größer wurde. Der Riss schlug einen Bogen und wurde kreisrund. Und als sich schließlich die beiden Enden des Risses berührten, fiel – plop – eine runde Scheibe aus dem Ei heraus- Und herausgekrochen kam – eine winzig kleine grüne Raupe, viel zu klein eigentlich für das riesige Ei.
„Hunger!“, piepste die kleine Raupe. „Ich habe mächtigen Hunger.“
Ein Raunen ging durch die Reihen der Trolle, und aus dem Raunen wurde ein Murren.
„Ein Wurm nur, ein winziger Wurm“, zeterte es, „und dafür sind wir tagelang immer wieder hergekommen, dieses blöde Ei zu schauen. Und jetzt haben wir Stunden lang gewartet, und dann kommt dann nur so ein winziger Wurm herausgekrochen. Und die Trolle drehten sich einer nach dem anderen herum und gingen schimpfend nach Hause.
Und auch die Elfen zischten missbilligend: „Da hatten wir aber etwas ganz anderes erwartet“ und surrten mit schwirrenden Flügeln davon.
Schließlich standen nur noch Manro, Irisa und Hoppelmann bei dem Ei und der kleinen Raupe und schauten sich ratlos an.
„Hunger!“, piepste die kleine Raupe. „Ich habe mächtigen Hunger.“
„Wir müssen ihr was zum Fressen suchen“, sagte Manro und lief auch gleich los. Hoppelmann und Irisa schauten sich verdutzt an. Doch dann begriffen sie und liefen ebenfalls los.
Und so suchten sie das beste Grün für die kleine Raupe. Die zarten Blätter der Gänseblümchen und die aus den Rosetten der Schlüsselblumen brachten sie ihr und zarte Knospen von Haselnuss und Buche und noch viele Leckereien mehr.
Doch sie konnten bringen was und soviel sie wollten, die kleine Raupe stopfte alles nur so in sich hinein.
„Hunger, ich habe mächtigen Hunger“, war alles was sie sagte, nicht ein einziges „Dankeschön!“
Am dritten Tag platzte Irisa der Kragen. „Ich bin doch nicht blöd“, schimpfte sie. „Die ganze Zeit rackere ich mich ab für diesen blöden Wurm und bekomme keinen Dank dafür. Nein, das mach ich nicht mehr mit“
Und so warf sie den letzten Arm voller Kräuter vor die Raupe hin und ging nach Hause.
Manro war traurig als seine Freundin ging, doch zusammen mit Hoppelmann fütterte er sein gefräßiges Findelkind weiter.
Am nächsten Tag war es aber auch dem Hasen zu viel. „Hör mal, Manro“, sagte Hoppelmann, „das hat doch alles keinen Sinn. Diese Raupe frisst und frisst nur und wir schuften uns hier ab. Lass sie sich doch ihr Futter selbst suchen.“ Sprach´s und hoppelte von dannen.
Manro wurde noch trauriger, aber er biss die Zähne zusammen. Jetzt, da ihn alle seine Freunde verlassen hatten, schuftete er unermüdlich, um der Raupe ihr Futter zu besorgen. Und je dicker das verfressene Tier dabei wurde, umso dünner wurde Manro, dem bei all dieser Schufterei Schlaf und Essen fehlten. Aber Aufgeben kam für ihn nicht in Frage. Er war davon überzeugt, genau das tun zu müssen, was er tat, und trotz aller Schwierigkeiten tat er es gern und mit frohem Mut.
Die Tage vergingen. Eines Morgens kam Manro nach viel zu kurzem Schlaf zu dem Nest mit der Raupe zurück und fand diese total verändert vor. Sie hatte sich in viele hauchdünne Seidenfäden eingesponnen. Mit einem Faden hatte sie sich an einem Ast fest geheftet und baumelte da sacht im sanften Wind. Durch dir wie gesponnenes Glas wirkenden Seidenfäden aber konnte man erkennen, dass sich ihr Körper völlig verändert hatte. Nicht mehr grün war ihre Haut, sondern von einem dunklen, schmutzigen Braun und dick wie Leder. Sie hatte jetzt weder Beine, noch Kopf noch irgendwelche anderen Gliedmaße, keine Augen und auch von dem Maul, in das sie sich in den letzten Wochen Portion um Portion Futter gestopft hatte, war nichts mehr zu sehen. Steif und starr baumelte sie an ihrem Ast.
Und Manro saß traurig darunter. Wusste er doch nicht, was mit seiner kleinen Raupe geschehen war. Er hatte Angst, sie wäre gestorben.
Aber irgend etwas in seinem Inneren sagte ihm, das es nicht so war und er warten müsse.
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- Artikel-Nr.: SW9783961274758458270
- Artikelnummer SW9783961274758458270
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- ISBN 9783961274758