Als Lady Raytham die langen Samtvorhänge beiseite schob, blickte sie hinunter auf den Berkeley Square. Es war halb fünf an einem tristen Februarabend. Regen und Graupel fielen, und ein dünner gelber Nebel verstärkte die düstere Stimmung des ausklingenden Tages. Eine endlose Kolonne von Autos und Taxis bog in die Berkeley Street ein, ihre glänzenden schwarzen Dächer reflektierten das grelle Licht der Straßenlaterne, die gerade erst zischend und knisternd angegangen war.
Sie blickte ausdruckslos auf die Ödnis der Gärten, einen Ort mit kahlen Bäumen und zitternden Sträuchern – starrte, als ob sie erwarten würde, dass ein Nebelgespenst eine bestimmte und bedrohliche Gestalt annimmt und den Schatten, die Vernunft und Leben bedrohten, greifbare Form verleiht.
Sie war eine achtundzwanzigjährige, schlanke und aufrechte Frau. Ihre Schönheit war von klassischer Art, die den Zeichen des Alters ein Leben lang trotzen würde. Ein faszinierendes Gesicht, ruhig und streng. Ihre Augen hatten ein kühles, englisches Grau. Man hätte sie sich als vornehme Äbtissin eines großen Klosters vorstellen können oder als Herrin eines weitläufigen Anwesens, die unerbittlich die karge Burg ihres Herrn gegen den Feind verteidigte, der in seiner Abwesenheit gekommen war. Analysierte man ihr Gesicht, Zug für Zug, setzte man sie zusammen und beurteilte sie nach den Maßstäben, die solche Dinge angeblich messen, so sprachen Stirn und Kinn mit unmissverständlicher Entschlossenheit.
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- Artikel-Nr.: SW9783738989038458270
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Autor
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Edgar Wallace
- Verlag find_in_page Uksak E-Books
- Veröffentlichung 29.03.2026
- Barrierefreiheit
- ISBN 9783738989038
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