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Russos Plan
Instrument der Rache - Band 1
Sieben Opfer, zwei unerbittliche Gegner und ein perfider Plan
Dashiell Russo will Rache nehmen an den Mördern seiner Frau und sie durch eine Attentäterin hinrichten lassen. Aber damit gefährdet er die Pläne der kriminellen Organisation, der er früher angehörte. Auch das FBI ist hinter ihm her und sieht ebenso wie die Organisation in der Attentäterin eine Chance, ihn zu fassen. Zwar gelingt es dem FBI, die Frau zu verhaften, aber sie schweigt eisern über seinen Aufenthaltsort. Als sie schließlich begreift, dass sie nur ein Bauernopfer in Russos Plan sein sollte, flieht sie. Doch nicht nur FBI Agent Aidan Cressman heftet sich an ihre Fersen, auch die Organisation hetzt ihre Killer auf sie. Denn die Attentäterin ist der Schlüssel zu Russos Masterplan.
Band 1 der Trilogie „Instrument der Rache“
14. Juli 2015
Taylor stoppte den Wagen in ausreichendem Abstand zu dem Auto vor ihr. Zähflüssiger Feierabendverkehr auf der Interstate 90 in Richtung Albany war nichts Ungewöhnliches. Ein kompletter Stau aufgrund einer Polizeiabsperrung kam dagegen seltener vor. Taylor konnte das beständige Flackern der roten und blauen Lichter mehrerer Polizeiwagen in einiger Entfernung sehen. Das beunruhigte sie nicht. Im Gegenteil kam ihr gerade heute der unvorhergesehene Aufenthalt gelegen. Falls er lange genug dauerte, wäre die Dunkelheit schon hereingebrochen, wenn sie ihr Ziel erreichte, was das Erledigen ihres Auftrags beschleunigen würde.
Nur noch wenige Stunden bis sie ihre Mission erfüllt hatte. Sie erlaubte sich kein Gefühl der Erleichterung und erst recht keine Vorfreude, denn beides wäre verfrüht, solange der letzte Teil noch nicht abgeschlossen war. Stattdessen ging sie in Gedanken jedes Detail ihres Plans noch einmal durch, bedachte alle Eventualitäten und möglichen Zufälle. Sie hatte den Standort sorgfältig gewählt, ebenso ihre anschließende Fluchtroute mit zwei Alternativen. Selbst wenn jemand sie sähe – was nahezu ausgeschlossen war –, würde er der Polizei keine brauchbare Beschreibung liefern können. Und Spuren hinterließ sie nie.
Sie war wie ein Phantom, ein lautloser Schatten, schnell und tödlich. Ihr ganzes Leben lang war sie auf diese Mission vorbereitet worden, hatte unzählige Stunden damit verbracht, ihre körperlichen und mentalen Fähigkeiten bis an die äußersten Grenzen zu entwickeln. Sie war das optimale Werkzeug für diese Aufgabe, perfekt in allem, was sie brauchte, um die Mission heute abzuschließen. Danach ...
Sie erlaubte sich auch nicht, an die Zukunft zu denken. Nur ihr Auftrag zählte.
Die Autoschlange setzte sich in Bewegung und rollte langsam auf die Polizeiwagen zu, deren Besatzungen mit müden Gesichtern den Verkehr überwachten, Notizen machten oder Meldungen über Funk durchgaben. Taylor sah einen uniformierten Cop am Straßenrand stehen und einen weiteren auf der Straße. Beide winkten die Wagen einzeln durch eine schmale Lücke zwischen zwei Autowracks. Auf der Fahrbahn waren getrocknete Blutlachen zu sehen. Offenbar hatte es hier einen schweren Unfall gegeben, aber die Verletzten, vielleicht auch Leichen waren bereits abtransportiert worden. Taylor täuschte Neugier vor und blickte wie alle anderen im Vorbeifahren auf die Unfallstelle, ohne den Cops Beachtung zu schenken.
Nachdem sie die Wracks passiert hatte, beschleunigte sie auf die höchstmögliche erlaubte Geschwindigkeit und setzte ihren Weg fort. Sie nahm die Abfahrt auf die Everett Road und folgte der Straße südwestwärts zur Central Avenue, die an Upper Washington grenzte, einer gepflegten Siedlung mit getrimmten Vorgartenrasenflächen und Laubbäumen, die die Straßen säumten und in den Gärten hinter den Häusern wuchsen. Die Dämmerung hatte bereits eingesetzt und das restliche Tageslicht schwand schnell. Sie nahm den Weg über die North Allen Street und die Washington Avenue und bog schließlich in die Van Buren Street ein.
Taylor fuhr in angemessener Geschwindigkeit an dem Haus vorbei, in dem ihre Zielpersonen wohnten. Sie vermied, den Kopf in die entsprechende Richtung zu drehen und blickte lediglich aus den Augenwinkeln hin. Trotzdem nahm sie alles wahr und stellte fest, dass sich nichts verändert hatte, seit sie sich vorgestern Nacht und noch einmal gestern Nacht mit dem Ort vertraut gemacht hatte. Im Haus brannte Licht und vor der Doppelgarage parkten zwei Autos.
Die Zielpersonen waren also beide anwesend.
Doch etwas anderes stimmte nicht. Um die angrenzenden Häuser herum befand sich niemand auf der Straße. Auch die Autos, die wie die der Zielpersonen gestern und vorgestern Abend sowie in der Nacht auf der Straße oder vor den Garagen geparkt hatten, standen heute nicht dort. Bei einem Haus oder zweien, vielleicht sogar dreien hätte das Zufall sein können, aber nicht bei allen angrenzenden Häusern, deren Fenster dunkel waren. Dafür stand ein Van mit der Aufschrift des städtischen Elektrizitätswerks vor einem anderen Haus ein Stück die Straße hinunter, in dem sich Überwachungsequipment verbergen konnte. Offenbar hatten die Zielpersonen den richtigen Schluss aus den sieben vorangegangenen Todesfällen in ihren Reihen gezogen und gingen völlig zu Recht davon aus, dass sie die Nächsten und Letzten auf der Abschussliste waren. Bestimmt saßen in den angrenzenden Häusern, die so leer wirkten, Wachleute, um Taylor eine Falle zu stellen.
Sie erwog, die Aktion abzubrechen und zu warten, bis die Zielpersonen ihre Wachsamkeit aufgaben. Schließlich konnten sie sich nicht ewig in ihrem Haus verschanzen, umgeben von Bewachern. Außerdem hatte Taylor noch weitere Standorte ausgekundschaftet, die für ein Attentat ideal waren. Doch nur in ihrem Haus konnte sie beide Objekte gleichzeitig eliminieren. Und das war essenziell, denn jeder weitere Tag, an dem die beiden noch lebten, gab ihnen Gelegenheit, die Russos erneut aufzuspüren und ihnen ihrerseits ein Killerkommando auf den Hals zu hetzen, wie sie das schon einmal getan hatten. Deshalb durfte Taylor so kurz vor dem Ziel nicht aufgeben.
Dass sich unter den angeheuerten Wachleuten welche befanden, die auch nur annähernd Taylors umfassende Kampfausbildung besaßen, war relativ unwahrscheinlich. Wenn sie unbemerkt ihre geplante Schussposition erreichte, konnte sie ihren Auftrag erledigen und wieder verschwinden, bevor jemand sie würde aufhalten können. Sollte sie trotzdem Probleme bekommen, machte das nicht viel aus, denn sie war darauf trainiert zu improvisieren und alle Arten von Schwierigkeiten zu bewältigen.
Taylor bog an der nächsten Straßenkreuzung in die Danker Avenue ein, die parallel zur Van Buren Street verlief. Hier stand eine ganze Reihe von Autos auf der Straße. Ein Wagen mehr würde nicht auffallen. Sie parkte an einer unauffälligen Stelle vor einem Haus, dessen dunkle Fenster davon zeugten, dass es momentan leer war. Im Haus gegenüber waren die Vorhänge zugezogen und machten den Bewohnern unmöglich, Taylor durch einen zufälligen Blick auf die Straße zu sehen.
Sie stieg aus, nahm ihren Gitarrenkoffer und schloss den Wagen ab, ehe sie die Straße hinunterging. Wer immer ihr begegnete, würde ihr keine Beachtung schenken, sondern nur jemanden mit einem Musikinstrument sehen, der offenbar zum Haus 1020C auf der Washington Avenue um die Ecke wollte, in dessen Fenster zur Straße hin ein Schild anzeigte, dass dort eine gewisse Joan Jenkins Musikunterricht erteilte. Sollte sie doch jemand beachten, so genügte ein kurzes Exerzieren von Hsi Men Jitsu – der Technik der Beeinflussung des Geistes anderer Menschen –, um zu verhindern, dass der Passant sie bewusst wahrnahm. Sein Gehirn würde die dunkel gekleidete Frau als völlig unbedeutend einstufen und augenblicklich aus dem Kurzzeitgedächtnis löschen. Falls er sie überhaupt als Frau erkannte, denn Taylor hatte auch ihr Geschlecht bestmöglich verschleiert mit einem militärisch kurzen Haarschnitt, einer tief ins Gesicht gezogenen Baseballkappe, Männerkleidung und der Bandage unter dem T-Shirt, die ihre Brüste flachdrückte. Sich zu bewegen wie ein Mann war ebenfalls Bestandteil ihrer Ausbildung gewesen.
Inzwischen hatte die Nacht das letzte Tageslicht verschluckt. Die Dunkelheit war Taylors Freundin. Besonders in dieser Gegend, wo nur die Straßenkreuzungen beleuchtet waren und die Schatten der Bäume am Straßenrand ihr Deckung gaben. Schließlich war sie auch eine Meisterin des Onshin Jitsu, der Kunst des Unsichtbarmachens, die darin bestand, sich ihrer Umgebung so perfekt anzupassen, dass sie niemandem auffiel.
Sie nutzte einen Schatten, um ungesehen auf ein Grundstück einzubiegen und von dort aus ihren Weg zwischen den Häusern, durch Gärten, Hecken und über Zäune zur Van Buren Street gegenüber dem Haus ihrer Zielpersonen zurückzulegen. Auch diesen Weg hatte sie vorletzte Nacht sorgfältig ausgekundschaftet und sich vergewissert, dass sie an keiner bewohnten Hundehütte vorbeimusste, dessen Insasse sie verbellt hätte. Hinter dem letzten Zaun vor der Van Buren Street hielt sie an, nahm das Gewehr aus dem Gitarrenkoffer, setzte es mit geübten Handgriffen zusammen und schraubte den Schalldämpfer auf. Sie ließ den Koffer unter einer Hecke zurück, schnallte sich das Gewehr auf den Rücken, damit es sie nicht behinderte, und streifte sich die schwarze Sturmhaube über den Kopf, die unter der Mütze verborgen war.
Mit einem kurzen Anlauf und einem Flickflack überwand sie die brusthohe Trennmauer und kam nahezu lautlos auf der anderen Seite auf. Einen Moment verharrte sie regungslos und lauschte. Alles war still. Durch die Lücke zwischen den Gebäuden konnte sie das Haus auf der gegenüberliegenden Straßenseite sehen. Das Wohnzimmerfenster, das den Vorgarten überblickte, war hell erleuchtet, und die Zielpersonen saßen vor dem Fernseher, was das typische Flackern der wechselnden Szenen auf dem Bildschirm verriet. Ihre Zielpersonen sah Taylor nicht, denn direkt vor dem Fenster wuchs ein Holunderbusch und verdeckte es halb. Kein Problem. Am Straßenrand zwischen Gehweg und Fahrbahn stand ein großer Ahornbaum, von dessen unterster Astgabel aus sie ein freies Schussfeld hatte.
Sie dehnte ihre Wahrnehmung in alle Richtungen aus und vergewisserte sich, dass niemand sie bemerkt hatte, ehe sie lautlos vorwärts schlich. Das Sommerlaub des knorrigen Ahorns schluckte das Mondlicht und warf einen tiefen Schatten auf Taylor. Ein leichter Windstoß bewegte dessen Blätter und hob sie ein wenig an, sodass für einen kurzen Augenblick etwas Licht in das Dunkel fiel, in dem Taylor sich verbarg. Es wurde für eine Sekunde von einer daumennagelgroßen Fläche reflektiert, die sich links von ihr in einem Gebüsch befand. Sie ließ sich in eine geduckte Hockstellung fallen und erstarrte. Der kurze Lichtschimmer hatte genügt sie erkennen zu lassen, dass die reflektierende Fläche die Linse einer Kamera war, die sich gestern noch nicht dort befunden hatte. Sie war genau auf den Ahornbaum ausgerichtet.
Man hatte ihr also tatsächlich eine Falle gestellt. Und ein kompetenter Stratege der Leute, die die Zielpersonen für diese Falle angeheuert hatten, hatte wie Taylor den Ahornbaum als bestmöglichen Standort für ein Attentat erkannt. Sie durfte diesen Menschen nicht unterschätzen. Sie blieb am Boden hocken, starrte in die dunkelste Stelle der Schatten und wartete, bis sich ihre Augen vollständig an die Finsternis gewöhnt hatten. Anschließend blickte sie sich sorgfältig um und entdeckte eine zweite Kamera am Sims eines der Fenster des ausgebauten Obergeschosses. Die wurde ihr jedoch nicht gefährlich, denn sie war in einem Winkel angebracht, dass sie den Boden in dem Bereich erfasste, den Taylor hätte passieren müssen, wenn sie von der Straße gekommen wäre. Solange sie auf dieser Seite des Baums blieb, war die Kamera im Busch die einzige Unannehmlichkeit.
Man hatte auch drahtlose Lampen in der Umgebung angebracht, die vermutlich mit einem Funkimpuls eingeschaltet wurden. Kein Problem, solange Taylor nicht durch die Kamera entdeckt wurde und dadurch ihre Gegner veranlasste, die Lampen einzuschalten.
Sie bewegte sich lautlos zur Seite, legte sich unmittelbar am Rand des Gebüschs auf den Boden, um nicht in den Erfassungsbereich der Kamera zu geraten, und kroch vorwärts. Minuten später hatte sie die erreicht. Es handelte sich um ein hochwertiges Gerät mit Infrarotsensoren; Taylor hatte ein solches Modell einmal in einem Katalog für Profi-Fotografie und Tierfilme gesehen. Allerdings wusste sie auch, dass solche Geräte von der Polizei für Überwachungen verwendet wurden. Das sprach dafür, dass die Bewacher der Zielpersonen keine angeheuerten Söldner waren, sondern Polizisten. Auch mit dieser Möglichkeit hatte Taylor gerechnet, denn nach ihren Informationen hatten die Zielpersonen und ihre inzwischen toten Komplizen schon immer blendend verstanden, die Behörden von ihrer Unschuld und im Gegenzug von der Schuld der Russos zu überzeugen, die sie zum Anlass für ihren Vernichtungsfeldzug gegen diese Familie genommen hatten. Nun, der fand heute durch Taylor ein endgültiges Ende.
Sie schob ihre Hand hinter die Kamera, die auf einem vom Blattwerk verborgenen Stativ befestigt war, und ertastete dessen Aufbau. Es handelte sich um ein herkömmliches Schwenkstativ. Taylor drehte es Millimeter für Millimeter immer mit mehreren Sekunden Pause vor jeder weiteren Bewegung so, dass die Linse schließlich auf einen etwas höher gelegenen Teil des Baums zeigte und sie nicht mehr erfassen konnte, wenn sie ihre Stellung bezog. Wer die von der Kamera übertragenen Bilder nicht allzu genau oder ständig betrachtete, würde allenfalls auf den zweiten Blick die Veränderung bemerken.
Sie zog sich ein Stück zurück und wartete, ob derjenige, dem die Kamera ihre Überwachungsbilder auf einen Monitor spielte, ihren veränderten Blickwinkel bemerkte und kam, um ihn zu korrigieren. Doch alles blieb ruhig. Mit doppelter Vorsicht und aufs Äußerste gespannten Sinnen setzte Taylor ihren Weg fort.
Als sie an der Hausecke stand und nur noch wenige Schritte von dem Baum entfernt war, nahm sie eine Präsenz wahr, die dort, wo sie sie lokalisierte, ebenso wenig zu suchen hatte wie die Kamera im Gebüsch. Zu ihrer Rechten befand sich auf dem Nachbargrundstück, das nur durch die Garagenauffahrten von diesem getrennt war, eine große Hundehütte, die bei ihren vorherigen Besuchen immer leer gewesen war. Jetzt saß jemand darin, allerdings kein Hund, sondern eindeutig ein Mensch. Zwar konnte sie ihn weder sehen noch hören, aber sie spürte ihn so deutlich, als stünde er direkt neben ihr.
Ihre Wahrnehmung erfasste innerhalb von Sekunden alles von ihm. An seiner kraftvollen und dennoch harmonischen Ausstrahlung erkannte sie, dass er kein Obdachloser oder Betrunkener war, der sich dort einen Schlafplatz für die Nacht eingerichtet hatte. Dieser Mann war eindeutig ein ernst zu nehmender Gegner, und er wartete offenbar auf sie. Sie dehnte wieder ihre Sinne aus und erspürte die Anwesenheit weiterer Menschen, die auf strategisch günstigen Positionen verteilt waren. Einige befanden sich bei den Zielpersonen im Haus. Taylor schätzte die Entfernung zur Hundehütte ab: ungefähr dreißig raumgreifende Schritte; zwanzig bei einem großen Mann. Wenn er lief, hätte er die Distanz bis zum Baum in etwa fünf Sekunden überwunden. Doch selbst wenn er sich optimal in die Hundehütte gesetzt hatte, um schnellstmöglich herauszukommen, brauchte er mindestens fünf weitere Sekunden, um sie zu verlassen.
Sobald Taylor die erste Zielperson erschossen hatte, benötigte sie nur eine weitere Sekunde für die zweite. Das klirrende Glas der zersplitternden Fensterscheibe würde den Mann und seine Leute auf den Plan rufen. Selbst wenn er sofort die Hütte verließ und zum Baum rannte, blieben ihr noch ungefähr acht Sekunden, um herunterzuspringen und denselben Weg zurückzulaufen, den sie gekommen war. Sie hätte bei ihrer bestmöglichen Laufgeschwindigkeit abzüglich der zwei Sekunden, die sie für den Flickflack über die Hecke brauchte, in der Zeit mindestens fünfzig Yards hinter sich gebracht. Das genügte, um zwischen den Häusern außer Sicht zu verschwinden und über Umwege durch die Hinterhöfe und Gärten, bei denen sie jede Deckung ausnutzte, ihr Auto zu erreichen und zu verschwinden. Sie war sich sicher, den Mann abhängen zu können, denn er und seine Leute hatten sich nur in der Van Buren Street postiert, nicht in den angrenzenden Straßen.
Taylor vergewisserte sich noch einmal, dass ihr keine unmittelbare Gefahr drohte. Sicherheitshalber passte sie die Energie ihrer natürlichen Ausstrahlung der Umgebung an. Falls der Mann in der Hundehütte über ähnliche Fähigkeiten verfügte wie sie, vielleicht sogar ebenfalls Ninjutsu beherrschte, würde er sie nun nicht mehr wahrnehmen. Falls er daraus die richtigen Schlüsse zog, hätte sie keine Chance mehr, die Mission heute zu beenden.
Doch der Mann in der Hütte blieb, wo er war. Dennoch hatte sich das Risiko, die Sache noch durchzuziehen, erheblich erhöht. Taylor wog erneut das Für und Wider ab und kam zu demselben Schluss wie zuvor. Wenn sie die Zielpersonen heute nicht eliminierte, würde sie möglicherweise keine weitere Chance bekommen, dafür aber nicht nur sich selbst, sondern auch ihren Vater einer unkontrollierbaren tödlichen Gefahr aussetzen.
Sie überwand die letzten Schritte zum Ahornbaum und stieg lautlos an dessen sehr kletterfreundlichen Stamm zur Astgabel hoch.
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- Artikel-Nr.: SW9783961274697458270
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- ISBN 9783961274697