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Der Fall Kussmund
Jonathan erwacht nach einer durchzechten Nacht mit einem Kater und findet einen Abschiedsbrief seiner Freundin Mariella vor. Sie wirft ihm vor, ihr ein Foto geschickt zu haben, das ihn beim Küssen einer fremden Frau zeigt. Sein Handy ist verschwunden. Als weitere verstörende Fotos auftauchen - darunter ein Deepfake, das Mariella gefesselt und geknebelt zeigt - wird klar, dass ein Unbekannter Jonathans digitale Identität missbraucht. Die Kriminalbeamtin Gisela Reinhardt erkennt Parallelen zu einem alten Fall und befürchtet, dass der Sadist "Kussmund" zurückgekehrt ist
Ein Spitzenthriller aus Österreich. Autor Mart Schreiber schafft es, auch ohne drastische Schockmomente eine fesselnde Spannung zu erzeugen.
Mart Schreiber wurde in Niederösterreich geboren, lebte aber seit Beginn seines Studiums und sein gesamtes Berufsleben über i Wien. Seit 2025 lebt er un einem kleinen Ort im Butgenland.
Ein stechender Schmerz pulsierte in Jonathans Schläfen, als er die Augen öffnete. Die Welt schwamm in einem trüben Nebel aus Übelkeit und Desorientierung. Seine Zunge fühlte sich pelzig an, und ein schaler Geschmack von abgestandenem Bier und Zigarettenrauch klebte hartnäckig in seinem Mund. Er lag seltsam verdreht auf der Couch, die Kissen unter seinem Kopf waren feucht von nächtlichem Schweiß. Seine Jeans hatte er ausgezogen und auf dem Boden liegen gelassen. Sein T-Shirt klebte feucht an seiner Haut. Die Luft roch muffig.
Warum hatte er hier draußen geschlafen und nicht im Bett? Seine Erinnerungen an die letzte Nacht waren nebelhaft, nur Fetzen von dröhnendem Lärm, schrillem Gelächter und zu viel Alkohol blieben übrig - Bruchstücke, die wie verzerrte Fragmente eines zerbrochenen Spiegels wirkten. Eine Nacht, die sich seiner Kontrolle entzogen hatte. Jedenfalls war er mit Konrad und Timon, seinen Freunden seit Schulzeiten, unterwegs gewesen.
Es musste kurz vor zehn Uhr sein, das verriet ihm der Stand der Sonne, die auf seinen Kopf schien. Er setzte sich auf, rieb sich die brennenden Augen und spürte, wie sein Kopf hämmerte. Auf dem Couchtisch, umgeben von verstreuten Zeitschriften und einem leeren Pizzakarton, klebte ein gelbes Post-it. Es stach wie ein Fremdkörper aus dem Chaos hervor. Er erkannte sofort Mariellas schwungvolle Handschrift - ein kalter Schauer der Vorahnung durchzog ihn, noch bevor er die Worte las.
„Warum schickst du mir ein Foto, auf dem du eine mir fremde Frau heftig küsst? Ruf mich nicht an. Ich brauche Abstand.“
Jonathan hielt das Ganze für einen schlechten Scherz. Er hatte mit Sicherheit kein solches Foto gesendet, und schon gar keines, auf dem er beim Küssen zu sehen war. Ein merkwürdiges Gefühl beschlich ihn. „Ich brauche Abstand“, wiederholte er Mariellas Worte wie ein bitteres Mantra und ging ins Schlafzimmer. Die Türen des Kleiderschranks standen offen. Mariella hatte einige Kleidungsstücke mitgenommen. Ihr großer Reisekoffer, der sonst auf dem Schrank lag, war nicht mehr da.
Eine eiskalte Welle der Panik überrollte ihn. Das Handy. Er brauchte sein Handy. Seine Finger tasteten hektisch über den Nachttisch, tauchten unter die Kissen, dann schaute er unter das Bett, was in seinem Zustand eine enorme Anstrengung war. Staub und vergessene Socken starrten ihn an, aber kein vertrautes Aufblinken eines Displays. Mit Mühe richtete er sich wieder auf, das Blut rauschte in seinen Ohren. Warum sollte das Handy auch im Schlafzimmer sein? Er hatte es nicht bis dorthin geschafft. Wann hatte Mariella den Koffer gepackt? Das musste geschehen sein, nachdem sie dieses ominöse Foto erhalten hatte. Sie hatte doch bei einer Freundin übernachtet, oder? Sie musste also in die Wohnung gekommen sein, während er auf der Couch seinen Rausch ausschlief.
Ein rasender Puls pochte in seinen Ohren, während er ins Vorzimmer ging und seinen Blick über die Anrichte schweifen ließ. Das Handy war nicht zu sehen. Dieses kleine Gerät, das normalerweise wie eine Verlängerung seines Arms wirkte, stellte seine einzige Verbindung zur Welt dar. Es war seine einzige Möglichkeit, Mariella zu erreichen und die Wahrheit über dieses verdammte Foto herauszufinden. Er versuchte sich zu erinnern, ob er mit einer Frau zusammen gewesen war. Er konnte sich an keine Frau erinnern, zumindest nicht an diesem Abend. Er war nicht dieser Typ. Timon hingegen, der ein Womanizer und gerade solo war, traute er so etwas zu. Er öffnete die Schränke im Vorzimmer, griff in Jackentaschen und wühlte in den Schubladen. Auch im Wohnzimmer wurde er nicht fündig. Nicht unter den herumliegenden Zeitschriften, nicht unter dem Pullover auf der Anrichte. Wo könnte er noch gewesen sein, bevor er sich hingelegt hatte? Im Badezimmer? Auf der Toilette? Auch dort fand er nichts.
Hatte er sein Handy vielleicht im letzten Lokal liegen gelassen? Aber welches war das letzte Lokal? Die Erinnerung war ein schwarzes Loch, das alle Details verschluckt hatte. Wenn Mariella noch hier wäre, könnte sie ihn mit ihrem Handy anrufen. Der Klingelton würde ihn zu seinem Gerät führen. Oder hatte Mariella das Handy in ihrer Wut mitgenommen, damit er sie nicht erreichen konnte? Mari, wie sie von ihm und ihren Freunden genannt wurde, neigte zu übertriebenen Reaktionen wie ein Sturm, der aus heiterem Himmel aufzog. Einmal hatte sie sogar ein fast neues Notebook vom Balkon geworfen - Jonathans Notebook. Er konnte sich nicht mehr an den genauen Grund erinnern, aber sie hatte ihm am nächsten Tag ein identisches Gerät gekauft, obwohl sie damals weniger Geld hatte als er.
Was für ein Desaster. Er brauchte sein Handy. Ohne Handy fühlte er sich hilflos wie ein Schiffbrüchiger auf einer einsamen Insel. Er fühlte sich wie ein Käfer, der auf dem Rücken lag und es nicht schaffte, aus eigener Kraft wieder auf die Beine zu kommen. Ein Festnetztelefon besaß er schon lange nicht mehr. Und abgesehen von seiner eigenen Nummer konnte er sich keine weiteren Telefonnummern merken.
Er machte sich einen Espresso und nahm ein Seractil, um die Kopfschmerzen zu lindern. Sollte er sich unter die Dusche stellen oder gleich zu Timons Wohnung gehen? Er entschied sich für eine kalte Dusche, um seinen Kopf freizubekommen, und fühlte sich danach etwas besser. Ruhig bleiben, das war die Devise. Er musste bedacht handeln, sagte er sich, während er sich mit einem rauen Handtuch abtrocknete. Telefonzellen gab es kaum noch. Selbst wenn, konnte er niemanden anrufen, weil er keine Nummern kannte.
Konrad wohnte am anderen Ende der Stadt, während Timon nur etwa zehn Gehminuten entfernt wohnte. Jonathan wusste, dass Timon manchmal auch von zu Hause aus arbeitete. Die Chancen, ihn dort anzutreffen, standen gut.
Das Haus, in dem Timon lebte, war ein gesichtsloser Neubau aus grauem Beton und spiegelnden Fenstern. Beim ersten Klingeln tat sich nichts. Er versuchte es noch einmal, dann noch einmal. Vielleicht war Timon genauso erschöpft wie er und würde selbst durch das Läuten nicht geweckt. Oder er war nicht zu Hause, vielleicht einkaufen oder spazieren, um seinen Kopf nach dieser Nacht auszulüften. Oder er hatte sich zur Arbeit begeben. War das nicht das Naheliegendste?
Jonathan blieb keine andere Wahl, als zu Timons Büro zu fahren, trotz des Risikos, ihn auch dort nicht anzutreffen. Timon arbeitete in einer Werbeagentur, und wenn kein wichtiger Kundentermin anstand, war die Anwesenheit der Mitarbeiter nicht streng geregelt.
Am Empfang saß eine auffällig gekleidete Blondine mit knallrotem Lippenstift und einem Lächeln, das zu perfekt wirkte, um echt zu sein. Sie trug ein eng anliegendes Kleid, das ihre Kurven betonte, die Timon anrief, um seinen Besuch abzuholen. Jonathans Blick schweifte immer wieder zur Empfangsdame. Hatte er wirklich eine fremde Frau geküsst? Wer konnte schon sagen, was sonst noch in dieser Nacht passiert war? Nach fünf Minuten, die sich wie eine Ewigkeit anfühlten, kam Timon die Treppe herunter, seine Schritte hallten auf dem Marmorboden.
„Lass uns rausgehen“, sagte er, seine Stimme gedämpft und vorsichtig.
Kaum waren sie draußen, umhüllt von der warmen Stadtluft und dem Lärm des Verkehrs, sagte Timon mit aufgebrachter Stimme: „Ich habe dich schon hundertmal angerufen. Warum hebst du nicht ab?“
„Ich kann mein Handy nicht finden“, sagte Jonathan, seine Worte klangen hohl in seinen eigenen Ohren. „Ich habe zu Hause alles durchsucht. Vielleicht habe ich es im Lokal liegen lassen. In welchem waren wir zuletzt?“
„Lass uns irgendwo hinsetzen“, sagte Timon, sein Gesicht blass unter der Mittagssonne. „Mir geht es heute nicht besonders gut.“
Sie gingen in einen nahe gelegenen Park und setzten sich auf eine Bank im Halbschatten. Die Luft roch nach warmem Gras und fernen Blüten.
Timon runzelte die Stirn. „Was soll das, Jo? Sieh dir an, was du mir gerade eben geschickt hast. Ich kann nur hoffen, dass es sich um einen dummen Scherz handelt.“
Er zeigte Jonathan das Display.
„Ich weiß nichts davon“, stammelte Jonathan. „Was ist das überhaupt? Warum ist Mari gefesselt? Und geknebelt? Woher hast du das?“
Er nahm Timon das Handy aus der Hand, seine Finger zitterten leicht. Auf dem Display sah er Mariella. Sie war an einem Stuhl mit Kabelbindern gefesselt, die sich tief in ihre Handgelenke schnitten, ihr Mund mit breitem Klebeband verklebt. Ihre Augen waren weit aufgerissen, von blanker Panik erfüllt. Ihre Beine waren nackt, ihre Jeans lag vor ihr wie ein weggeworfenes Symbol ihrer Würde. Jonathan glaubte, auf ihren Oberschenkeln unnatürliche Verfärbungen oder Linien zu sehen, wie von Schnitten, war sich aber wegen der Unschärfe des Fotos und einer seltsamen Bildstörung nicht sicher. Der Anblick ließ sein Blut in den Adern gefrieren. „Verdammt, was ist das?“
„Du hast es mir gesendet. Sieh nur. Du bist der Kontakt, der es gesendet hat.“
„Wie soll ich es senden, wenn ich mein Handy nicht mehr habe. Mein Handy muss gestohlen worden sein“, stotterte er.
„Das ist doch Mari“, sagte Timon und fügte hinzu, dass das Foto sehr echt aussehe, zu echt für seinen Geschmack.
„Mari ist in der Schule“, sagte Jonathan, klammerte sich an diese Gewissheit wie an einen Rettungsanker. „Sie hat mir am Morgen einen Zettel hinterlassen und behauptet, ich hätte ihr ein Foto geschickt, auf dem ich eine andere Frau leidenschaftlich küsse.“
„Das Foto habe ich auch bekommen“, sagte Timon, seine Stimme wurde leiser.
„Da war doch keine andere Frau, oder?“
„Du hast dich schon ziemlich aufgeführt. Aber wer sollte dein Flirten fotografiert haben? Und wurde das Foto in der vergangenen Nacht aufgenommen?“
„Keine Ahnung. In welchem Lokal waren wir zuletzt?“
„In der Bettelalm. Ich habe dich in ein Taxi gesetzt, weil du kaum noch gehen konntest. Den Taxifahrer musste ich erst überreden, dich mitzunehmen, da er Angst hatte, du würdest ihm das Auto vollkotzen.“
„Das ist im Moment nicht wichtig“, sagte Jonathan, seine Stimme gewann an Entschlossenheit. „Wir müssen es bei der Polizei melden. Am besten fahren wir gleich zur nächsten Polizeidienststelle und zeigen ihnen das Foto.“
„Ich versuche zuerst, Mari zu erreichen“, sagte Timon. „Es könnte gerade ihre große Pause in der Schule sein.“ Nach einigen Sekunden meldete sie sich.
„Geht es dir gut?“, fragte Timon. Jonathan hörte Mariella sprechen, ihre Stimme klang dünn und fern durch den Lautsprecher.
„Mir fällt ein Stein vom Herzen, liebe Mari. Mir wurde ein Foto von Jos Handy gesendet, auf dem du gefesselt bist. Es sieht schrecklich aus.“
„Gib sie mir bitte“, sagte Jonathan und versuchte, Timon das Handy aus der Hand zu nehmen, seine Bewegungen hastig und verzweifelt.
Nach einem kleinen Gerangel sagte Timon, dass Mari nicht mit ihm sprechen wolle.
„Mari, bitte sprich mit mir“, flehte Jonathan. „Irgendjemand hat mein Handy gestohlen und missbraucht es jetzt, um schreckliche Fotos zu versenden.“
Timon sprach noch kurz mit Mari und legte dann auf.
„Sie muss wieder unterrichten“, sagte er. „Mari hat mir von einem Foto erzählt, das du kennen müsstest. Du hast es vor einigen Monaten gemacht. Es zeigt Mari nackt auf dem Bett. Dieses Foto hat sie heute Morgen von deinem Handy erhalten. Und übrigens ich auch. Wer weiß, wer es noch alles gesehen hat.“
„Das passt doch ins Bild. Dieses Schwein, das mein Handy gestohlen hat, verschickt die dort gespeicherten Fotos und sogar eines, das er auf die Schnelle gefälscht hat.“
„Aber warum?“, fragte Timon.
Jonathan schüttelte den Kopf. Seine Kopfschmerzen hatten wieder zugenommen. Er wirkte immer noch neben der Spur. Timon informierte die Agentur und begleitete seinen Freund zum nächsten Handy-Shop. Für die Sperrung der SIM-Karte benötigte Jonathan einen Ausweis, sein Kundenpasswort hatte er längst vergessen. Er kaufte ein neues Handy und erhielt eine neue SIM-Karte mit derselben Telefonnummer. „Ob er nicht noch warten will?“, fragte der Verkäufer, ein junger Mann mit müden Augen. „Es könnte ja sein, dass das Handy noch gefunden wird. Und wenn er sich sicher ist, dass es gestohlen wurde, sollte er unbedingt eine Diebstahlsanzeige bei der Polizei erstatten.“ Es wäre hilfreich gewesen, wenn Jonathan die IMEI-Nummer des Handys irgendwo notiert oder gespeichert hätte. Natürlich hatte Jonathan diese Nummer nirgendwo notiert, er wusste nicht einmal, dass sie existiert.
Also ging es zur nächsten Polizeistation. Jonathan meinte, dass er das auch alleine erledigen könnte. Timon müsste ihm nur die inkriminierten Fotos schicken. „Ein Zeuge für die letzte Nacht wäre vielleicht hilfreich“, argumentierte Timon.
Sicherheitshalber rief er Jonathan an. Ja, das neue Handy gab einen Klingelton von sich, schrill und fremd, den Jonathan später ändern wollte.
„Warte mal, ich versuche schnell, mich in meinen E-Mail-Account einzuloggen.“
Er hatte es schon befürchtet. Das Passwort war nicht mehr gültig, wie ein Schlüssel, der plötzlich nicht mehr ins Schloss passte. Er war sich absolut sicher, dass es sein korrektes Passwort war. Auch die Anforderung eines neuen Passworts war nicht möglich. Der Dieb muss die Sicherheitsfragen geändert haben. Möglicherweise hatte er sogar schon eine andere Telefonnummer eingetragen. Jonathans in der Cloud gespeicherten Daten waren somit nicht mehr für ihn zugänglich. Alle Fotos, darunter nicht nur die Nacktfotos von Mari, sondern auch erotische Fotos seiner Ex-Freundin, waren in die Hände des Täters gelangt. Jonathan hatte auch seine Kreditkarteninformationen als Dokument in der Cloud abgelegt und dummerweise auch seine Verfügernummer und das Passwort für das Online-Banking.
Jonathan befürchtete das Schlimmste. In der nächsten Bankfiliale wurde ihm bestätigt, dass kürzlich sein gesamtes Guthaben abgehoben worden war.
„Was für ein unglaublicher Mist“, sagte Jonathan, seine Stimme zitterte vor Wut und Verzweiflung. „Damit bin ich pleite, Timon.“
„Natürlich helfe ich dir“, sagte Timon und klopfte seinem Freund auf die Schulter.
„Ich muss dringend einen Artikel veröffentlichen“, sagte Jonathan.
„Hast du momentan nichts in Arbeit?“
Jonathan schüttelte den Kopf. Seine Recherchen waren in letzter Zeit ins Stocken geraten. Entweder konnte er keine weiteren Informationen finden, oder seine Quellen erwiesen sich als unzuverlässig. Er hatte gehofft, dass die Dinge so reibungslos laufen würden wie vor zwei Jahren, als er den Lebensmittelskandal bei einer Fast-Food-Kette aufdeckte.
Die Anzeige wegen Diebstahls wurde von Inspektor Gruber, einem jungen Beamten mit scharfen Augen und einem müden Lächeln aufgenommen. Die Frage nach der IMEI-Nummer stellte er eher rhetorisch, da nur einer von hundert sie kennt. Als mutmaßlichen Tatort gab Jonathan die Bettelalm an und als wahrscheinlichen Zeitraum zwischen zwei und vier Uhr morgens.
„Also wart ihr bis zur Sperrstunde dort“, sagte der Inspektor. Er kannte die Bettelalm, war vielleicht selbst schon dort und wusste, dass es kurz vor vier den „last call“ gab.
„Bitte schauen Sie sich dieses Foto an“, sagte Timon und zeigte dem Inspektor das Display seines Handys.
Grubers Augen weiteten sich. Sein freundliches Lächeln verschwand. „Woher haben Sie das?“, fragte er, und sein Blick wurde ernst.
„Es wurde von seinem Handy gesendet“, er zeigte auf Jonathan, „vor einer halben Stunde.“
„Wer ist auf dem Foto zu sehen?“
„Seine Freundin, also die Freundin dieses Mannes hier.“
„Und wer hat das Foto gemacht?“
„Der Dieb“, platzte es aus Jonathan heraus.
Gruber nickte bedächtig, seine Finger trommelten leise auf dem Schreibtisch. „Ich verstehe. Und das Plündern Ihres Kontos geht über Cyber-Mobbing hinaus. Das ist ernster. Hier ist die Kriminalpolizei zuständig. Ich muss unverzüglich meine Vorgesetzte informieren.“ Er griff zum Telefon, seine Bewegungen plötzlich zielstrebig und professionell. „Major Reinhardt wird sich darum kümmern müssen. Das ist ihr Spezialgebiet. Sie hatte schon vor Jahren mit einem ähnlichen Fall zu tun.“
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Vorbestellerartikel: Dieser Artikel erscheint am 6. Juni 2026
- Artikel-Nr.: SW9783961274727458270
- Artikelnummer SW9783961274727458270
-
Verlag
vss-verlag
- Veröffentlichung 06.06.2026
- ISBN 9783961274727
- Veröffentlichung 06.06.2026