Die Rückseite des Krieges

Literarische Reportagen

Andriy Lyubka, einer der bekanntesten ukrainischen Autoren der jüngeren Generation, ist seit Beginn des russischen Überfalls als Freiwilliger an und hinter der Front unterwegs, um über Spenden geländegängige Autos für die Armee zu erwerben, sie aufarbeiten zu lassen und zu den kämpfenden Truppen zu bringen. In seinen literarischen Reportagen porträtiert er Soldatinnen und Soldaten, Freunde, die freiwillig an die Front gehen, Frauen, die ihre Männer oder Söhne verlieren, Menschen verschiedenster Her-kunft und Religion, Roma, Juden, Muslime, Baptisten, die die Frei-willigen unterstützen – berührend, aufregend und... alles anzeigen expand_more

Andriy Lyubka, einer der bekanntesten ukrainischen Autoren der jüngeren Generation, ist seit Beginn des russischen Überfalls als Freiwilliger an und hinter der Front unterwegs, um über Spenden geländegängige Autos für die Armee zu erwerben, sie aufarbeiten zu lassen und zu den kämpfenden Truppen zu bringen.

In seinen literarischen Reportagen porträtiert er Soldatinnen und Soldaten, Freunde, die freiwillig an die Front gehen, Frauen, die ihre Männer oder Söhne verlieren, Menschen verschiedenster Her-kunft und Religion, Roma, Juden,

Muslime, Baptisten, die die Frei-willigen unterstützen – berührend, aufregend und manchmal mit einer Prise schwarzen Humors. Für dieses Buch erhielt er 2024 den hochangesehenen Joseph Conrad-Preis.

Mit zahlreichen Fotos von Serhiy Horbatenko



Andriy Lyubka, geboren 1987, wuchs in Transkarpatien auf, wo er heute noch lebt, studierte Literatur und Sprachen, wurde während des Maidan-Aufstands verhaftet.

Zahlreiche Gedicht-, Essaybände und Romane. Zu seinen Auszeichnungen zählen das Central European Initiative Fellowship, Slowenien 2017, und der Jurij-Schewelow-Preis für den Band »Saudade« (2017). Für »Die Rückseite des Krieges« erhielt er 2024 den Joseph-Conrad-Preis, den wichtigsten polnisch-ukrainischen Literaturpreis.

Seit dem Angriff Russlands im Februar 2022 arbeitet er als Freiwilliger im Nachschub für das ukrainische Militär.



Alexander Kratochvil, geboren 1965 in München, Studium der Slawistik, Osteuropageschichte und Germanistik. Übersetzungen aus dem Ukrainischen und Tschechischen. 2024 wurde er gemeinsam mit Maria Weissenböck und Sofia Andruchowytsch mit dem Internationalen Hermann Hesse Preis ausgezeichnet.



Johannes Queck, geboren 1995 in ­Kronach, übersetzt aus dem Englischen, Französischen, Schwedischen und Ukrainischen. Er studierte Geschichte, Anglistik, sowie Ethik der Textkulturen in Augsburg, wo er nun mit einer literaturwissenschaftlichen Arbeit promoviert.



Deutsche Schule Vorwort

Roasted Uganda

Autos

Um die Wurst

Roma

Traum auf einer Wiener Flughafentoilette

Tetschyk

Ein Schlauch

Chrestyschtsche

Baptisten

Alarm in Bachmut

On the Road

Eine Erzählung, die ich nie schreiben werde

Lambertsnuss

Heilender Humor

Das Grinsen der Bestie

Alien

Evakuierung

Schwarze Listen

Am Grab des Achill

Orientalismus

Seltsame Verrücktheiten

Investitionen

Odesa

Königin des Krieges

Hauptsache bis September durchhalten

Kulturelle Front

Degeneration

Im Krieg gibt es nicht nur Helden

Zugwind

Land der jungen Witwen

Astamur Gumba (Abchase)

Jugend

Batja

konenmaler



»Der Alltag im Krieg. Eine Begegnung mit dem ukrainischen Autor Andriy Lyubka«. Andriy Lyubka stellte in Warschau sein neues Buch »Die Rückseite des Krieges« vor, welches gerade auf polnisch heraus gekommen ist. Gerhard Gnauck von der FAZ hat ihn getroffen. Lyubka wollte keine Belletristik mehr schreiben, so lange der Krieg dauert. Stattdessen fährt er Immer wieder an die Front und versorgt die Truppen mit militärischen Fahrzeugen. »Aber zu Neujahr 2023 habe er plötzlich gespürt: ›Dieser Krieg hört ja nicht mehr auf. Und da entdeckte ich: Ich habe ein Problem‹«, und er begann dann doch ein Tagebuch in der Ich-Form zu schreiben. »Was er dem Publikum präsentiert, ist ein endloses Wechselbad der Gefühle. Beim Tagebuchschreiben habe er die Absicht gehabt, ›über Gutes zu schreiben. Ich wollte den einfachen, im Kitt anonym gewordenen Menschen ihr Gesicht, ihren Namen, ihre Geschichte wiedergeben.‹ Nun liegt das Tagebuch vor, Ende September erscheint es auch auf Deutsch im Transit Buchverlag.«



Christian Thomas ist einer der besten Kenner der ukrainischen Literatur: »An seiner Existenz als Autor zunächst zweifelnd, tritt Andriy Lyubka mittlerweile wieder auf Literaturveranstaltungen in Westeuropa auf, als Gast in grotesken Situationen, als Fremdelnder. Beheimatet in Transkarpatien, bringt er wie mancher Autor aus diesem Weltwinkel Humor mit, während er auf seine Weise Nachschub an die Front organisiert, sein Zuliefererbetrieb die Armee mit Kraftfahrzeugen versorgt. Lyubkas Texte entstammen dem Nukleus seiner unmittelbaren Umgebung, in der schließlich ›gar keiner mehr übrig war.‹ So erinnern denn Passagen an den verschleppten und ermordet aufgefundenen Kinderbuchautor Wolodymyr Wakulenko oder die durch eine Rakete getötete Schriftstellerin Wiktoria Amelina. Nicht wenige Nekrologe auf den Seiten, Opfer ›im engsten Kreis‹ werden betrauert, die eine oder andere Reportage dient als Porträt. Lyubkas Trotz mobilisiert ›eigene Kräfte und private Ressourcen‹ an einem konkreten Ort: ›im Vorzimmer Europas‹. Als handelte es sich dabei um Russlands Eigentum, beansprucht der Kriegsverbrecher im Kreml.«



»Interessiert und beeindruckt liest Rezensent Christian Thomas Andriy Lyubkas Buch, das verschiedene Texte zum Ukrainekrieg versammelt. Eher assoziativ arbeitet sich Thomas durch einige der reportageartigen Beiträge, zu den behandelten Themen zählen ein vom Autor geleiteter Betrieb, der die ukrainische Armee mit Autos versorgt, ein Lob der Improvisation als ukrainische Kriegs- und Friedensstrategie, außerdem gedenkt Lyubka im Krieg Gefallenen wie Wiktoria Amelina. … er weist auf den Humor der Texte hin und beschreibt, wie vorsichtig sie sich der Front und auch dem Kriegsbeginn im Februar 2022 nähern. … Der Kritiker hat das Buch mit Gewinn gelesen.«



Lyubka erzählt von den kämpfenden Mut dieser Zivilisten, aber er erzählt nicht in einer kämpferischen Rhetorik, sondern in einer ganz präzisen, feinen Prosa. Lyubka ist viel zu Lesungen eingeladen in vielen Ländern. Es gelingt ihm, den Leuten, die aus den Opfern die Täter machen, in ruhigen, präzisen Sätzen zu antworten, dies wird bei ihm nie zu einer wütenden Polemik sondern es führt zu einem ruhig, geradezu heroischen Beschreiben der Tatsachen, was die Ukraine erdulden muss. Ich würde das Buch all jenen empfehlen, die pseudo-pazifistische Appelle unterzeichnen und all jenen, die hier in Deutschland geradezu verzweifeln, ob der Hartleibigkeit vieler Menschen. Dieses Buch gibt Argumente auf der intellektuellen Ebene und es schärft unsere Fähigkeit zum klaren Denken und nicht zuletzt zur emotionalen Emphatie.



»Eindrücklich sind Lyubkas Schilderungen, es ist eine Sammlung besonderer Erlebnisse und Erfahrungen des Freiwilligen Andriy Lyubka aus dem Kriegsalltag, ein Tagebuch. Westeuropa lebt seit 80 Jahren in demokratischen und friedlichen Verhältnissen. Wissen die Bürger diese Freiheit noch zu schätzen? So wie die Ukrainer das tun? Andriy Lyubkas Reportagen aus dem Krieg, die von großem Leid und großem Zusammenhalt künden, könnten dabei helfen.«

Ö1: https://oe1.orf.at/programm/20251107/813168/Fluesse-Ukraine-Kriegstreiberei-Schwarze-Pharaonen



A. Lyubka (*1987) ist mehrfach ausgezeichneter Publizist und umfassend gebildet. In einem freien Land aufgewachsen verteidigt er dessen Unabhängigkeit bedingungslos. Als Helfer an der Front verteilt er u.a. gebrauchte Autos an die Armee, die er mit Hilfe von Spenden erwirbt und wieder einsatztauglich macht, im Zivilschutz ist er wie S. Zadan "Himmel über Charkiw", unermüdlich im Einsatz, seine persönlichen Erlebnisse in einem fragilen Alltag reflektierend. | Lyubkas Essays sind empathisch, zuweilen humorvoll, spannend, aber vollkommen pathosfrei. Im Zentrum steht das Leid der Menschen, die täglich ihr Leben riskieren: in der Eisenbahn, in zerstörten Umspannwerken oder Schulen. Wie in einer Fotokolumne (K. Petrowskaja: "Als wäre es vorbei", bilden Texte und Bilder eine spannungsvolle Einheit, physisches und seelisches Leid (z.B. Porträt der getöteten Schriftstellerin Wiktoria Amelina) erzielen so nachhaltige Wirkung. Der Krieg findet noch im "Vorzimmer" statt, ob er da bleibt ist ungewiss. Für uns inzwischen abgestumpfte Europäer eine aufrüttelnde Lektüre. Mit Farbkarte. Breit empfohlen.

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