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Die Journalistin
Lenka von Koerber - Kämpferin für Emanzipation und Menschenrecht
Was führt die wohlbehütete Tochter des Rittergutbesitzers Werner von der Leyen aus der Krefelder Familie der Seidenfabrikanten in die trostlosen Zellen der Gefängnisse von Straubing und Fuhlsbüttel?
Für Helene von der Leyen, die später unter dem Namen Lenka von Koerber eine erfolgreiche Journalistin wurde, war dies kein sozialer Abstieg. Im Gegenteil: es war ein Prozess der Befreiung, den sie nie bereute. Das Abschütteln ihrer von der Familie vorgegebenen Fesseln fing früh an und brachte sie mit faszinierenden Persönlichkeiten und Schicksalen zusammen. Clara Zetkin, Käthe Kollwitz und Elsa Brändström wurden ihre Freundinnen und Vertrauten. Sie sah früh die aufkommende Gefahr der "Völkischen", des Nationalsozialismus und stellte sich ihm auch nach der Machtübernahme entgegen. Rebellisch und unangepasst wie sie war, lehnte sie sich auch nach der Befreiung nicht zurück, sondern mischte sich ein, kuschte nie, legte sich mit Zensoren und Bürokraten an. Sie arbeitete als Fotografin mit den avantgardistischen Tänzerinnen Dore Hoyer und Gret Palucca. Lenka von Koerber reiste auf der Suche nach Alternativen nach Palästina und in die Sowjetunion. Sie war befreundet mit Ernst Rowohlt und Wieland Herzfelde. Ihr Engagement und ihre Empathie galten denen, die nicht ihre Durchsetzungskraft hatten.
Ihr Einsatz für die Frauenrechtsbewegung war pragmatisch. Als Journalistin verweigerte sie sich den frauenspezifischen Themen von „Kinder, Küche, Kirche“ und stieß als Erste in Bereiche vor, die als Domänen der männlichen Kollegen galten.
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- Artikel-Nr.: SW9783000887987458270
- Artikelnummer SW9783000887987458270
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Autor
Giv von Koerber
- Verlag tredition
- Barrierefreiheit
- ISBN 9783000887987