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Fanny
Der Roman »Fanny« von 1858 – hier in der Übersetzung Alfred Wolfensteins von 1911 neu aufgelegt – begründet den literarischen Erfolg des Schriftstellers Ernest-Aimé Feydeau (1821–1873). Darin beschreibt er mit großer Beobachtungsgabe, mit scharfem, realistischem Blick die französische Oberschicht und ihre Dekadenz, wobei er nicht davor zurückschreckt, auch intimste Momente einer Ménage-à-trois zu schildern.
Insbesondere die Balkonszene, in der Fanny sich dem betrogenen Gatten anbietet, treibt den getäuschten Geliebten in taumelnde Raserei, in der dieser versucht, Selbstmord zu begehen, was allerdings misslingt. Er zieht sich in ein einsames Haus am Meer zurück und schreibt sich seinen Seelenschmerz infolge der verlorenen Liebe von der Seele.
Feydeau kommen Zweifel, ob er die Realistik derartiger Szenen einer Dreiecksbeziehung dem Lesepublikum zumuten kann und darf. Er hat Sorgen wegen eines handfesten Skandals. Diese Skrupel teilt er dem Kollegen und Freund Gustave Flaubert mit, die in die Frage nach einer generellen Veröffentlichung münden. Flaubert fordert die Drucklegung und droht bei Nichtbefolgung gar mit der Aufkündigung ihrer Freundschaft. Feydeau gehorcht und der Roman evoziert den vorhergesagten Eklat. So erweist sich »Fanny« angesichts der literarischen Kühnheit nicht nur als Grundstein von Feydeaus Erfolg, sondern auch als heute noch immer sehr lesenswertes Werk.
Ernest-Aimé Feydeau (1821–1873) war ein französischer Schriftsteller. Er wurde vor allem durch seinen Roman »Fanny« (1858) bekannt, der einen Literaturskandal auslöste und ihm große Aufmerksamkeit verschaffte. Sein literarisches Schaffen ist im Umfeld des Realismus zu verorten und zeichnet sich durch sorgfältige Milieuschilderungen sowie eine differenzierte Figurenpsychologie aus. Zu seinem intellektuellen Umfeld zählte unter anderem Gustave Flaubert. Feydeau war zudem der Vater des berühmten Dramatikers Georges Feydeau.
Reihenherausgeber: Hermann Haarmann, geb. 1946, Dr. phil. habil., Professor (bis 2014) für Kommunikationsgeschichte und Medienkulturen mit dem Schwerpunkt Exil, anschließend Seniorprofessor (bis 2019) an der Freien Universität Berlin, Lehre und Forschungen zur Exilliteratur und -publizistik, Kultur- und Medientheorie der Moderne, Kommunikationsgeschichte seit dem 18. Jahrhundert. Herausgeber der Werke von Alfred Wolfenstein, Carl Einstein, Alfred Kerr, Paul Zech u.a.
Übersetzer: Alfred Wolfenstein (1883–1945) war ein expressionistischer Lyriker, Dramatiker und Übersetzer. Protegiert von Dichtern wie Robert Musil und Rainer Maria Rilke hielt er sich lange Zeit im Zentrum der literarisch-politischen Avantgarde Frankreichs und Deutschlands auf. Verfolgt von den Nationalsozialisten, nahm er sich im Januar 1945 in Paris das Leben.
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Vorbestellerartikel: Dieser Artikel erscheint am 18. November 2026
- Artikel-Nr.: SW9783755210405110164
- Artikelnummer SW9783755210405110164
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Autor
Ernest-Aimé Feydeau
- Mit Hermann Haarmann, Alfred Wolfenstein
- Verlag Büchner-Verlag
- Seitenzahl 184
- Veröffentlichung 18.11.2026
- Barrierefreiheit
- ISBN 9783755210405
- Mit Hermann Haarmann, Alfred Wolfenstein