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Leningrad.

Ein satirischer Kurzroman. Herausgegeben von Michael Düring.

In diesem neu zu entdeckenden Roman gerät der namenlose Ich-Erzähler vom Anfang des 20. Jahrhunderts durch eine Zeitreise in das ihm fremde Leningrad der 1950er-Jahre. Allerdings hat er den Weltkrieg ebenso »verschlafen« wie die Russische Revolution. Dadurch fällt sein Vergleich der »alten« Zeit mit der fiktiven Gegenwart der 50er-Jahre besonders deutlich aus. Er bewegt sich wie ein Fremder im eigenen Land, in dem der Bestohlene aufgrund ihres »Reichtums« verurteilt werden und Diebe aufgrund ihres proletarischen Hintergrundes straffrei bleiben. Vor dem Auge des Lesers entsteht das Zerrbild einer zukünftigen Gesellschaft, das... alles anzeigen expand_more

In diesem neu zu entdeckenden Roman gerät der namenlose Ich-Erzähler vom Anfang des 20. Jahrhunderts durch eine Zeitreise in das ihm fremde Leningrad der 1950er-Jahre. Allerdings hat er den Weltkrieg ebenso »verschlafen« wie die Russische Revolution. Dadurch fällt sein Vergleich der »alten« Zeit mit der fiktiven Gegenwart der 50er-Jahre besonders deutlich aus.

Er bewegt sich wie ein Fremder im eigenen Land, in dem der Bestohlene aufgrund ihres »Reichtums« verurteilt werden und Diebe aufgrund ihres proletarischen Hintergrundes straffrei bleiben. Vor dem Auge des Lesers entsteht das Zerrbild einer zukünftigen Gesellschaft, das damals im Entstehen war und bis heute in eine beängstigende Gegenwart Russlands hinein wirkt: Die Presse existiert lediglich zu Propagandazwecken, die Kultur ist zensiert und uniformiert, die Gesellschaft ist auf Lüge und Doppelmoral aufgebaut, und die Menschen versuchen, in dieser »verkehrten Welt« jeder auf seine Weise und nach seinem Verstand zurechtzukommen.

Mit Leningrad hat Michail Kosyrew vor genau100 Jahren einen bemerkenswerten negativen Staatsroman und zugleich einen prophetischen Text verfasst. Er geriet ab Mitte der 1920er-Jahre ins Visier der Kulturpolitik, in den 1930er-Jahren wurde er seiner Publikationsmöglichkeit beraubt, und 1942 starb er in Haft in Saratow an der Wolga, vermutlich in einem Gefängnishospital.



Michael Düring, geboren 1963 in Münster, studierte Slavistik und Anglistik in Münster. Seit 2006 hat er den Lehrstuhl für Slavistische Kultur- und Literaturwissenschaft an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel inne, seit 2018 die Ehrenprofessurwürde der Staatlichen Universität Irkutsk. Zahlreiche Publikationen und Übersetzungen zur polnischen, russischen und tschechischen Literatur. Zuletzt erschien von ihm (Hg.) Antoni Slonimski, "Zwei Mal das Ende der Welt" (Wachholtz 2023) und "Russische Satire nach dem Zerfall der Sowjetunion" (2024).

Der russische Schriftsteller MICHAIL KOSYREW (1892–1942) zählt mit seinem satirischen Roman "Leningrad" (1925) zu den fortschrittlichen und systemkritischen Schriftstellern der frühen Sowjetunion, neben Jewgenij Samjatin oder Andrej Platonow. Kosyrew Leningrads-Roman reiht sich ein in den großen Strom der russischen St. Petersburg-Petrograd-Leningrad-Literatur von Fjodor Dostojewski über Alexander Blok bis zu Olga Martynowa.

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  • Artikelnummer SW9783529087097110164
  • Autor find_in_page Michail Kosyrew
  • Mit find_in_page Michael Düring
  • Autoreninformationen Der russische Schriftsteller MICHAIL KOSYREW (1892–1942) zählt mit… open_in_new Mehr erfahren
  • Wasserzeichen ja
  • Verlag find_in_page Wachholtz Verlag
  • Seitenzahl 264
  • Barrierefreiheit
    Aktuell liegen noch keine Informationen vor
  • ISBN 9783529087097

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