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Jude ans Kreuz
Ein zu Unrecht vergessener Roman der deutsch-jüdischen Literatur der Weimarer Republik
Berlin, späte Weimarer Republik. Die Hakenkreuze mehren sich auf den Straßen, die Parolen werden lauter, und ein jüdischer Schriftsteller sitzt an seinem Schreibtisch und stellt sich die Frage, die keine Antwort haben darf und doch eine haben muss: Was bedeutet es, Jude zu sein – in einem Land, das einen nicht will?
Kurt Münzer, 1879 in Gleiwitz als Sohn eines orthodox-jüdischen Kaufmanns und Enkel eines Rabbiners geboren, war kein behäbiger Heimatdichter des jüdischen Lebens. Er war ein Provokateur, ein Expressionist, ein Autor, dessen Romane die Leser gleichermaßen fesselten und erschreckten. In "Jude ans Kreuz" wagt er sein kühnestes und persönlichstes Werk: eine tiefgründige, poetisch-literarische Auseinandersetzung mit dem Wesen des Jüdischseins angesichts einer Gesellschaft, in der der Antisemitismus nicht mehr am Rand steht, sondern in die Mitte drängt. Der Titel ist kein Zufall – er ist eine Zumutung, die den Leser von der ersten Seite an mit der brutalen Logik des Hasses konfrontiert.
Was den Roman aus heutiger Sicht so erschütternd macht, ist seine visionäre Kraft: "In Jude ans Kreuz" nahm Münzer gleichsam visionär die Schrecken des NS-Regimes vorweg – fünf Jahre bevor Hitler Reichskanzler wurde, fünfzehn Jahre bevor die Vernichtungslager in Betrieb gingen. Münzer selbst überlebte: Er emigrierte 1933 in die Schweiz und starb 1944 in Zürich, als Schriftsteller ohne Publikum, als Mensch ohne Heimat.
Diese Neuauflage präsentiert einen zu Unrecht vergessenen Roman der deutsch-jüdischen Literatur der Weimarer Republik – ein Werk, das nicht nur literaturhistorisch bedeutsam ist, sondern in seiner Dringlichkeit und Wahrhaftigkeit bis heute nichts von seiner Wirkungskraft verloren hat.
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- Artikel-Nr.: SW9783693430248110164
- Artikelnummer SW9783693430248110164
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Verlag
Jazzybee Verlag
- ISBN 9783693430248