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2000 Tage Dachau
Berichte und Tagebücher des Häftlings Nr. 16921
Zwei SS-Männer stehen vor der Tür. Karl Adolf Groß weiß sofort, warum sie gekommen sind.
Aus Protest gegen die Verhaftung des Pfarrers Martin Niemöller hatte der Theologe, Verleger und Antifaschist Hunderttausende von Postkarten mit Texten des mutigen Kirchenmannes drucken und über ganz Deutschland verteilen lassen. Das genügte dem Regime: Als Häftling Nr. 16921 verbrachte Groß zweitausend Tage in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Dachau.
Was er darüber aufschrieb – zunächst unter dem Pseudonym Ekkehard Gotthelf, 1946 in München erschienen – ist eine der eigenwilligsten und eindrücklichsten Stimmen der deutschen KZ-Literatur. Groß schildert das System Konzentrationslager in seiner zerstörerischen Sinnlosigkeit, seiner bizarren Normalität und seiner systematischen Unmenschlichkeit – ohne Anklagepathos, mit dem ruhigen, prüfenden Blick eines Mannes, der im Äußersten nicht aufgehört hat zu denken und zu glauben. Ausgerechnet in der Hölle des Lagers entdeckt er, was es bedeutet, ein Mensch zu sein – unter Herdenmenschen und Herrenmenschen, unter Mitgefangenen und Bewachern.
Neben Ernst Wiecherts "Totenwald" gehört dieses Buch zu den frühesten und literarisch bedeutendsten deutschen Zeugnissen über die Konzentrationslager des Nationalsozialismus – und ist heute kaum noch bekannt.
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- Artikel-Nr.: SW9783693430316110164
- Artikelnummer SW9783693430316110164
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Verlag
Jazzybee Verlag
- ISBN 9783693430316