Beam Shop

Und ich dachte für mich

Autobiographie

Und ich dachte für mich
Vorbestellbar
NEU
Žemaitė (1845–1921) wurde in eine polnischsprachige kleinadlige Familie in der westlitauischen Žemaitija geboren (nach der sie ihren Kunstnamen wählte) und fühlte sich zeitlebens dem einfachen Landleben nahe. Gegen den Willen ihrer Eltern heiratete sie einen Litauer, einen ehemaligen Leibeigenen. Mit fast 50 Jahren begann sie auf Litauisch zu schreiben: Geschichten über meist bäuerliche Frauenschicksale. Das Kopftuch nahm sie aus Solidarität mit der Landbevölkerung nie ab: Es wurde zum ikonischen Signum ihrer Erscheinung. Über soziale Verhältnisse und politische Umbrüche hinweg setzte sie sich für die Verbesserung... alles anzeigen expand_more

Žemaitė (1845–1921) wurde in eine polnischsprachige kleinadlige Familie in der westlitauischen Žemaitija geboren (nach der sie ihren Kunstnamen wählte) und fühlte sich zeitlebens dem einfachen Landleben nahe. Gegen den Willen ihrer Eltern heiratete sie einen Litauer, einen ehemaligen Leibeigenen. Mit fast 50 Jahren begann sie auf Litauisch zu schreiben: Geschichten über meist bäuerliche Frauenschicksale. Das Kopftuch nahm sie aus Solidarität mit der Landbevölkerung nie ab: Es wurde zum ikonischen Signum ihrer Erscheinung. Über soziale Verhältnisse und politische Umbrüche hinweg setzte sie sich für die Verbesserung der Lage der Frauen und eine Modernisierung der Gesellschaft ein.



Ihre Prosa ebenso wie ihre erstaunliche Autobiographie verfasste sie in mündlichem Ton, auf Litauisch mit žemaitischem Gepräge und polnischen, weißrussischen, russischen, jiddischen und deutschen Einflüssen. Was sie zu erzählen hatte, formulierte sie so, dass die Menschen sie verstanden. Allein das war schon ein politischer Akt, denn das Polnische galt als Sprache des Adels und der Oberschicht, und das Russische Reich versuchte, das Litauische und die lateinische Schrift aus der Öffentlichkeit zu verbannen. Žemaitė war ein freiheitsliebender Geist – wenn es etwa um Frauenrechte ging oder um Religion und Ethik. Claudia Sinnig folgt in ihrer Übersetzung akribisch den sprachlichen Spuren, in denen sich die Ideen- und Sozialgeschichte niederschlägt, und bringt den humorvollen Erzählreichtum in eine lebenssatte deutsche Sprache, die über den Weg einer bis heute aufregenden Feministin vor der Zeit und über deren Lebens- und Liebesumstände Auskunft gibt.



Žemaitė (bürgerlicher Name: Julija Beniuševičiūtė-Žymantienė, 1845–1921) stammte aus niederem, polnischsprachigem Landadel, doch das einfache Leben der žemaitischen Bauern zog sie an. Elementare Bildung erhielt sie, ausschließlich in polnischer Sprache, zunächst durch ihren Vater und später durch Privatlehrerinnen auf dem Gut einer Tante. Žemaitė erlebte die politischen Umbrüche ihrer Zeit, etwa den Januaraufstand 1863/1864 gegen die brutale russische Fremdherrschaft und die nationalen Erweckungsbewegung Litauens. Mit einem litauischsprachigen ehemaligen Leibeigenen gründete sie eine Familie. Trotz der stets prekären bäuerlichen Existenz und der vielen Kinder hat sie ihre autodidaktischen Bemühungen nie aufgegeben. Nach dem Tod ihres Mannes veröffentlichte sie mit knapp 50 Jahren ihr erstes Werk, fortan verfasste sie insgesamt mehr als 350 Erzählungen, Novellen, Reden und Theaterstücke. Im Schreiben widmete sie sich den Verhältnissen, die sie aus ihrem eigenen Leben kannte: harte Arbeit, Kinder, Natur, Alltagsbräuche, Ohnmacht und Ermächtigung der Frauen. Nach der Jahrhundertwende reiste sie bis in die USA und nahm an verschiedenen internationalen Frauenkongressen teil.

weniger anzeigen expand_less
Weiterführende Links zu "Und ich dachte für mich"

Versandkostenfreie Lieferung! (eBook-Download)

Vorbestellerartikel: Dieser Artikel erscheint am 4. September 2026

date_range Veröffentlichung voraussichtlich in
0 Tag Tagen 0 Stunde Stunden 0 Minute Minuten 0 Sekunde Sekunden
0 Sekunde Sekunden
eBook
20,99 €

  • SW9783912259988110164

Ein Blick ins Buch

Book2Look-Leseprobe

Andere kauften auch

Andere sahen sich auch an

info