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Russische Matrjoschka
Roman
Ihre Geburt hält den ganzen Haushalt im alten Petersburg auf Trab. Jelisaweta Karlowna Miller erblickt das Licht der Welt nicht ohne Mühen. Und wer wollte darin kein Omen sehen? Die petite princesse wächst zur Sozialrevolutionärin heran, und als ihr Vater dahinterkommt, erliegt er den Folgen eines Schlaganfalls. Mit Georgi, dem Freund ihres Bruders, verbindet sie tiefe Liebe, doch in den Umbrüchen jener Jahre verlieren sie sich aus den Augen. Sie, die »arme Lizzy«, verschlägt es nach England, er lässt sich auf eine Behelfsehe ein, lernt Lager und Krebskrankenhaus kennen. Beide leben nicht das Leben, das sie für sich geplant hatten. Und beide suchen nach einer Erklärung dafür, wie ihnen jemand die Zügel aus der Hand nehmen konnte. Wie war es möglich, dass sie sich mit Ersatz und Surrogat zufriedengaben? Zwei Generationen später folgt Georgis Enkel Oleg zusammen mit seinem Freund Hamid von Taschkent aus ihren Spuren. Die Suche nach Antworten führt sie durch Raum und Zeit, und weil es zwei Leser – und zwei Schriftsteller – sind, auch durch die prägenden Genres der Literatur: Bildungsroman und Briefroman, Action und Absurdität, Persiflage und Zwangsoriginalität.
Die Russische Matrjoschka ist auf der Suche nach dieser Suche, betrachtet sie von außen, schafft wie in einer stereoskopischen Aufnahme unvergessliche Bilder – und doch: Nichts ist in diesem Roman so, wie es auf den ersten Blick scheint. Bis zum Schluss bleibt die Frage aller Fragen: Was ist Wirklichkeit, Fake, Ersatz und Attrappe?
Hamid Ismailov, 1954 geboren in Tokmok im Norden Kirgisistans, an der Grenze zu Kasachstan, ging als junger Mann nach Usbekistan, wo er die Militärschule absolvierte; 1992 musste er das Land aufgrund seiner politischen Überzeugungen verlassen. 1994 zog er nach London, wo er bis 2019 als Journalist für den BBC World Service arbeitete. Anfang der 1990er Jahre begann er, zusammen mit dem französischen Komponisten Michel Karsky mit musikalischer Musik zu experimentieren. 2019 gewann er den EBRD Literaturpreis für The Devils' Dance (Der Tanz des Teufels). Seine Bücher sind vielfach ausgezeichnet und in viele Sprachen übersetzt, in Usbekistan sind sie noch immer verboten. Heute lebt Hamid Ismailov in Prag.
Christiane Pöhlmann, 1968 geboren, studierte Slawistik, Germanistik, Geschichte und Übersetzen in Berlin und Moskau. Sie übersetzt aus dem Russischen und Italienischen und schreibt als Literaturkritikerin u. a. für die taz und die FAZ.
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Vorbestellerartikel: Dieser Artikel erscheint am 29. April 2027
- Artikel-Nr.: SW9783751880893110164
- Artikelnummer SW9783751880893110164
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Autor
Hamid Ismailov
- Mit Christiane Pöhlmann
- Verlag Friedenauer Presse
- Seitenzahl 800
- Veröffentlichung 29.04.2027
- Barrierefreiheit
- ISBN 9783751880893
- Mit Christiane Pöhlmann