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Zwei in Italien

Ein Mann und eine Frau fahren mit dem Automobil nach Italien. Beide sind alleinstehend, man ist bereits in der reiferen Lebensphase angekommen und weiß um die Gefahren des Sich-Verliebens. Man hat Respekt vor der Liebe und noch mehr vor ernsthaften Beziehungen. Ein Sittenbild der fünfziger Jahre, flüssig und modern erzählt. Es ist die Geschichte einer (namenlosen) Innenarchitektin und ihres Freundes Paul, die hier mit viel Witz und Charme erzählt wird. Paul ist Architekt, ihn erwartet ein größerer Geldbetrag in Rom, dorthin soll die gemeinsame Reise gehen – nachdem sie sich ausdrücklich versichert haben, dass sie keine Liebe,... alles anzeigen expand_more

Ein Mann und eine Frau fahren mit dem Automobil nach Italien. Beide sind alleinstehend, man ist bereits in der reiferen Lebensphase angekommen und weiß um die Gefahren des Sich-Verliebens. Man hat Respekt vor der Liebe und noch mehr vor ernsthaften Beziehungen. Ein Sittenbild der fünfziger Jahre, flüssig und modern erzählt.



Es ist die Geschichte einer (namenlosen) Innenarchitektin und ihres Freundes Paul, die hier mit viel Witz und Charme erzählt wird. Paul ist Architekt, ihn erwartet ein größerer Geldbetrag in Rom, dorthin soll die gemeinsame Reise gehen – nachdem sie sich ausdrücklich versichert haben, dass sie keine Liebe, sondern nur Freundschaft füreinander empfinden. Beide sind alleinstehend, eine Anziehung ist da, doch man ist bereits in der reiferen Lebensphase angekommen und weiß um die Gefahren des Sich-Verliebens. Man hat Respekt vor der Liebe, und noch mehr vor ernsthaften Beziehungen.

Doch schon zu Beginn der Reise zeigt es sich, dass Theorie und Praxis recht verschiedene Dinge sind. Es kommt zu mancherlei Komplikationen, und außerdem erweist sich Paul als reichlich launenhafter Begleiter. Je schwieriger er wird, desto souveräner wird seine Freundin.



Was Juliane Kay mittels der heiteren Reiseerzählung verhandelt, ist die ewige Frage nach der Freundschaft zwischen Mann und Frau. Muss eine solche Freundschaft "rein" bleiben, riskiert man ihr Ende, sobald man sich "hinreißen" lässt? Und – der Roman wurde auch in den fünfziger Jahren geschrieben – ist es schicklich für eine Frau, mit einem Mann, der nicht der Gatte ist, zu verreisen?



Ein Roman über das Geschlechterverhältnis in den fünfziger Jahren. Mit Reflexionen über das Älterwerden und die vielfältigen, auch widersprüchlichen Anforderungen an Frauen.



"Dieses Zimmer", sagte er sinnend, "ist ausgesprochen gemütlich, behaglich …" Und ohne den Ton zu ändern, mit gelassener Ruhe, fügte er hinzu: "Ich weiß nicht, ob zwei kluge, vernünftige Leute nicht EINE Entgleisung riskieren könnten, um dann nie wieder daran zurückzudenken …"

Ich wusste, dass vernünftige Leute dergleichen riskieren konnten, aber ich wusste auch, dass es schwer sein würde, nie wieder daran zurückzudenken. Was ich fühlte, war die alberne, nackte Angst, nochmal und wiederum in den Brunnen zu fallen.



Geb. 1904 in Wien, gestorben 1968 ebenda. Gebürtig Ernestine Baumann. Kay war ab 1923 literarisch tätig und verfasste zunächst Bühnenstücke, die sie selbst inszenierte, wie 1934 ihr Volksstück Das Dorf und die Menschheit, wobei Agnes Straub die Hauptrolle übernahm. Ihr Roman Abenteuer im Sommer wurde mit dem Jugendpreis des Verbandes deutscher Erzähler ausgezeichnet. 1939 lieferte sie ihr erstes Filmdrehbuch. In den 1950er Jahren war sie als Co-Autorin an vielen sehr erfolgreichen Filmen beteiligt, darunter: Vagabunden mit Paula Wessely und Attila Hörbiger, Eine Frau von heute mit Luise Ulrich und Curd Jürgens, Im Prater blüh'n wieder die Bäume. 1953 erhielt Juliane Kay einen Bundesfilmpreis als beste Drehbuchautorin für Vergiss die Liebe nicht. In späteren Jahren schrieb sie vorwiegend Romane. Sie lebte lange in München und kehrte zuletzt nach Wien zurück.



Dieser Roman ist eine Entdeckung: Intelligent und unterhaltsam und – und vor allem - im Zentrum steht eine ungewöhnliche Frauenfigur, eine berufstätige Ich-Erzählerin, eine, die sou-verän auf die Verirrungen der Liebe, auf die ewig weibliche Suche nach d e m Richtigen schaut.

1957 erschien "Zwei in Italien" von Juliane Kay. Die Autorin war Ende 50, vier Jahre vorher war ihr ein deutscher Bundesfilmpreis verliehen worden als beste Drehbuchautorin für die erfolgreiche Ehekomödie "Vergiss die Liebe nicht". In diesem Film kehrt die vernachlässigte aufmüpfige Ehefrau und Mutter am Ende brav wieder in die Familie zurück. Das musste da-mals so sein, auch wenn man diesen reumütigen Entschluss der Heldin heute nicht wirklich versteht.

Juliane Kay war eine versierte, eine erfahrene Autorin; in der Jugend stand sie als Schauspiele-rin auf der Bühne, begann dann – erfolgreiche – Theaterstücke, später Filmdrehbücher zu schreiben. In den 1960er Jahren endete ihre Karriere, obwohl sie noch eine Reihe Romane veröffentlichte, die ihr jedoch keine besondere Aufmerksamkeit mehr einbrachten. Heute ist sie vergessen – und der Milena Verlag ist gar nicht genug zu loben, dass er "Zwei in Italien" wieder herausgebracht hat, mit einem kundigen Nachwort der Literaturwissenschaftlerin Ve-ronika Hofeneder, die der Autorin attestiert, mutig sei an dieser Geschichte nicht zuletzt die Darstellung der traditionellen Geschlechterrollen als durchlässig und veränderbar sowie der Fokus auf eine emanzipierte Frauenfigur, die mit Selbstbewusstsein, Professionalität und Witz alternative Verhaltensweisen und Handlungsspielräume für Frauen eröffnet.

[...]

Die Erzählerin ist eine emanzipierte, eine selbständig handelnde und denkende Frau – in einer Zeit, in der die Frauen doch besser folgsame und brave Hausfrauen sein sollten. Dass Juliane Kay eine versierte Drehbuchautorin war, das merkt man an diesem rasant erzählten Roman, der punktgenaue Dialoge hat. Und: In Zeiten, in denen das Reisen nicht gerade einfacher wird, begleitet man die Beiden besonders gerne auf ihrer Fahrt, staunt mit ihnen über die Spu-ren der römischen Geschichte - und schaut auf der Via Appia mit der Heldin in die Sterne.

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