Erzähl es den Bäumen

Als ihre ehemalige Schulfreundin Kat verschwindet, wittert die Journalistin Martina Hölderlein die Chance auf Bestsellerromanstoff. Sie beginnt eine akribische Recherche, die sie unter anderem zu einer Öko-Sekte führt, wo sie lernt mit Bäumen zu reden. Zuletzt landet sie in Polen, denn angeblich lebt Kat jetzt allein im Wald. Die junge Journalistin Martina Hölderlein sucht ihre ehemalige Schulfreundin Kat. Diese fehlte beim Klassentreffen. Unterschiedlichste Gerüchte kursieren, was aus Kat geworden ist. Sitzt sie in einer psychiatrischen Anstalt fest? Hat sie ihren Mann und die Kinder sitzen lassen, um auf Kreta als Hundesitterin zu arbeiten? Als... alles anzeigen expand_more

Als ihre ehemalige Schulfreundin Kat verschwindet, wittert die Journalistin Martina Hölderlein die Chance auf Bestsellerromanstoff. Sie beginnt eine akribische Recherche, die sie unter anderem zu einer Öko-Sekte führt, wo sie lernt mit Bäumen zu reden. Zuletzt landet sie in Polen, denn angeblich lebt Kat jetzt allein im Wald.



Die junge Journalistin Martina Hölderlein sucht ihre ehemalige Schulfreundin Kat. Diese fehlte beim Klassentreffen. Unterschiedlichste Gerüchte kursieren, was aus Kat geworden ist. Sitzt sie in einer psychiatrischen Anstalt fest? Hat sie ihren Mann und die Kinder sitzen lassen, um auf Kreta als Hundesitterin zu arbeiten? Als ihre Mutter felsenfest behauptet, ihre Tochter sei an einer Überdosis Marihuana verstorben, wittert die ehrgeizige Journalistin eine Story. Das ist der Stoff, aus dem Bestseller bestehen! Die Geschichte soll als Vorlage für Martinas Roman dienen, der sie aus dem langweiligen Redaktionstrott in den Olymp des Literaturbetriebs katapultiert.

Hölderlein taucht in Kats Leben ein, spricht mit den wichtigsten Menschen und einem Teddybären. Jeder zeichnet sein ganz persönliches Bild der jungen Frau. Martina erfährt von zerbrochenen Freundschaften, zweifelhaften Arbeitsbedingungen, gesundheitlichen Problemen und der Sehnsucht nach Stille. Für ihre Recherche schleust sie sich in eine bizarre Öko-Glaubensgemeinschaft ein, versucht Kontakt zu Bäumen herzustellen, riskiert Beziehungsprobleme und reist in einen der letzten Urwälder Europas. Kat und damit des Rätsels Lösung erscheint ihr ständig zum Greifen nahe.



Edie Calies neuer Roman handelt davon, den eigenen Lebensweg zu finden. Feministische Grundsätze treffen auf geteilte Geistesstörungen, brennende Heiligtümer auf sinnsuchende Manager und mütterliche Fehlannahmen auf einen harmlosen Goth. Vielleicht ist es am Ende doch das Beste, alles den Bäumen zu erzählen.



"Ich sage ihr, dass du hier warst." – "Telefoniert ihr oft?" – "Wie denn? Im Wald hat sie kein Handy." – "Wieso Wald?" – "Da gibt's keine Steckdose zum Aufladen!" – "In ihrer Wohnung gibt's keinen Strom?" – "Im Wald! Sie lebt im Wald! Sie richtete sich ein Camp ein. Mit Verpflegung." – "Sie lebt im Wald?" – "Hab ich doch gesagt!"



Edie Calie



Geb. 1987, wuchs in Norddeutschland und Kärnten auf, Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaften. Das Studium der Digitalen Kunst an der Universität für Angewandte Kunst schmiss sie nach drei Jahren, nachdem man ihr mehrfach vorgeworfen hatte, zu kommerziell zu sein. 2013 erschien ihr Debütroman "3 a.m.", 2019 folgte "Kein Eintritt für Erleuchtete".



Es kommt nicht oft vor, dass man ein Buch öfter absetzen muss, um über das Gelesene herzlich zu lachen. Die 1987 geborene Wahlwienerin Edie Calie hat mit ihrer sympathisch-selbstironischen Ich-Erzählerin Martina Hölderlein eine Figur geschaffen, von der man sich gerne auf eine Recherchemission mitnehmen lässt. Ihr Job bei einer kleinen deutschen Zeitung langweilt die junge Journalistin. Im Verschwinden der ehemaligen Schulkollegin Katharina wittert sie allerdings eine ganz große Geschichte, der sie zum Missfallen ihres Lebensgefährten an jedem freien Wochenende nachgeht. Sie bringt die HR-Managerin eines Hotels dazu, ihr bei mehreren Gläsern Sekt indiskrete Personalinfos anzuvertrauen, schleust sich quasi undercover bei einer Wiener Öko-Sekte ein und reist zu einem Urwald nach Polen. Hochkomisch wird es, wenn sie im Wiener Schwarzenbergpark mit Bäumen sprechen soll – und sich später dafür geniert, dem Wald allzu Persönliches gebeichtet zu haben.

In die eigentliche Geschichte streut Edie Calie die unverblümten Gedanke und Kommentare ihrer Ich-Erzählerin ein und lässt es so wirken, als ob sich diese damit direkt an die Lesenden richten. Das erinnert an TV-Serien wie "Fleabag", wo die Protagonistin in den seltsamsten Situationen die vierte Wand durchbricht. Bei Calie geschieht das oft in langen Gesprächen mit Informationen, die der Journalistin dabei helfen, das Puzzle um die rätselhafte Katharina zusammenzusetzen.

Pures Lesevergnügen.

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