Zeitkurier

Zeitkurier
In einer zerstörten Zukunft liegt die letzte Hoffnung in der Vergangenheit Die Erde hat sich in...
Zeitkurier
Chu , Wesley
In einer zerstörten Zukunft liegt die letzte Hoffnung in der Vergangenheit

Die Erde hat sich in der Zukunft in ein verseuchtes Ödland verwandelt, und die Menschheit musste ins äußere Sonnensystem ausweichen. Dort, in den Weiten des Alls, sind Ressourcen allerdings ein seltener Luxus, und so bedient sich die menschliche Zivilisation der Zeitreise als letztes Mittel. Sogenannte Zeitkuriere reisen in die Vergangenheit, um dort nach Ressourcen und Antworten zu suchen. Bei seinem letzten Auftrag macht der Zeitkurier James Griffin-Mars jedoch den größten Fehler: Er greift in die Zeitlinie ein – und rettet eine Frau. Jetzt bleibt ihnen nur noch die Flucht in die Gegenwart …



»Was für ein Zeitreise-Abenteuer! Unbedingt lesen!«

»Wesley Chu hat das Genre der Zeitreiseromane neu erfunden. Zeitkurier ist ein gnadenlos brillantes Buch!«
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Produktinformationen

Artikelnummer:
SW9783641184438
Autor:
Chu , Wesley
Mit:
Langowski, Jürgen
Wasserzeichen:
ja
Verlag:
Heyne Verlag
Seitenzahl:
496
Veröffentlichung:
14.08.2017
ISBN:
9783641184438
Kundenrezensionen für "Zeitkurier"
21.08.2017

Vom Himmel in die Lesehölle in 500 Seiten

Die Erde hat sich in der Zukunft in ein verseuchtes Ödland verwandelt, und die Menschheit musste ins äußere Sonnensystem ausweichen. Dort, in den Weiten des Alls, sind Ressourcen allerdings ein seltener Luxus, und so bedient sich die menschliche Zivilisation der Zeitreise als letztes Mittel. Sogenannte Zeitkuriere reisen in die Vergangenheit, um dort nach Ressourcen und Antworten zu suchen. Bei seinem letzten Auftrag macht der Zeitkurier James Griffin-Mars jedoch den größten Fehler: Er greift in die Zeitlinie ein – und rettet eine Frau. Jetzt bleibt ihnen nur noch die Flucht in die Gegenwart … (Klappentext)

Der nachfolgende Text kann Spoiler enthalten.

Das ist wieder eines der Bücher, die mir Magenschmerzen bereiten. Es hat sehr sehr gut und spannend angefangen – um dann mit fragwürdigen Charakteren, idiotischen Handlungen der betreffenden Personen und absolute Langatmigkeit zu enden.

James ist ein emotional instabiler Chronaut in einer sehr zerstörten Zukunft, der mehr als nur latent selbstmordgefährdet ist. Angesichts seiner Realität aber alles andere als verwunderlich. Ein wenig fällt mir der Zugang zu seinem Charakter schwer. Ich mag auch Protagonisten nicht, die nur durch die Zufuhr von Unmengen an Alkohol überleben können. Und wegen einer seiner unüberlegten Handlungen lernen wir auch Elise kennen, die er verbotenerweise rettet und für die er unerwarteterweise Gefühle entwickelt hat. Also klammert er, und zwar gewaltig.

Elise ist der Typ „Ich tue aus Prinzip nicht das, was du gesagt hast“ und damit bringt sie mich fast zur Weißglut. Es gibt einen kleinen, aber feinen Unterschied zwischen Mut bzw. Selbstbewusstsein und Dummheit und den hat sie definitiv überschritten. Warum es leicht haben, wenn man es allen noch viel schwerer machen kann? Selbstgerecht ist sie auch noch und verhält sich im Allgemeinen wie ein kleines Kind, die durch ihre Taten alle in Gefahr bringt, sich aber für wahnsinnig emanzipiert hält.

Man kann also sagen, dass die Schilderung von Frauen durch den Autor nicht sehr realistisch ist, denn die beiden einzigen anderen weiblichen Figuren in diesem Buch sind eine sadistische Sicherheitsoffizierin, die an dem Gedanken, tausende Menschen umzubringen nicht wirklich was auszusetzen findet, und eine völlig von sich selbst eingenommene, abgehobene Wissenschaftlerin, die auch als die Mutter der Zeit bekannt ist, und sich sowieso für das klügste je lebende Geschöpf hält. Alle anderen sind unter ihrer Würde.

Abgesehen von den nervigen Charakteren beginnt die Handlung ziemlich gut. Der Stil des Autors ist exzellent, auch die Entwicklung der Geschichte zeigt großes Potential. Allerdings konzentriert sie sich recht schnell nicht mehr auf die Intrigen innerhalb der Behörde, sonder nur noch auf Elise und ihre selbstgerechten Forderungen. Es verhält sich wie meistens: Sobald auf Biegen und Brechen eine Romanze mit eingebaut wird, kann man die spannende Geschichte vergessen. Bei Verzicht hätte es zusätzlich ein paar Seiten langatmigen Geplappers gespart und den Fokus vielleicht wieder mehr auf das Thema des Buches – nämlich Zeitreisen – gelegt.

Auch ihre „Mission“, die Erde zu retten, verplempert meiner Ansicht nach ihr Potenzial. Da schreibt man schon eine Geschichte über Zeitreisen und lässt dann Wissenschaftler nach einem Heilmittel fanden, anstatt zu versuchen in die Zeitströmen einzugreifen – was ja nur schon längst geschehen ist. Tatsächlich sind die Zeitreisen an sich sehr spärlich gesät, zumindest die, über die man etwas erfährt. Und am Ende des Buches hat sich eigentlich immer noch nichts getan.

Es wiederholen sich auch einfach dumme Verhaltensweisen immer wieder, so scheint es z. B. keiner der beiden „Wissenschaftlerin“ großartig zu stören, ob sie mit den ständigen Zeitreisen irgendwelche Zeitströme verändern oder Menschen in der Vergangenheit schaden. Niemand blickt wirklich über seinen Tellerrand und sie führen nur weiter ihre Verfolger zu sich und bemühen sich nicht einmal, vorsichtig zu sein.

Dieses Buch ist mal wieder ein grandioses Beispiel dafür, wie man ein gutes Konzept versenken kann. Ich wünsche mir wirklich mehr weibliche Charaktere zu sehen, die nicht nur Statisten sind oder sich wie verzogene kleine Gören benehmen und sich dabei auch noch wie der Gipfel der Schöpfung zu fühlen. Eine Science-Fiction Geschichte ohne eine krampfhaft in den Plot konstruierte Romanze würde mein Herz auch erfreuen. Denn man kann auch spannende Geschichten schreiben, ohne dass von jeder Seite der Kitsch triefen muss. Und Emanzipation hat nichts damit zu tun, auf Teufel komm raus genau das Gegenteil von allem zu machen, dass ein Mann zu einem sagt.

Offenbar ist dies der Eröffnungsband einer Trilogie, wenn man den Informationen zu dem Originaltitel glauben darf. Das könnte auch die künstlich in die Länge gezogene Handlung im Mittelteil erklären. Für mich ist dieser „Zeitstrom“ allerdings versiegt, denn ich spüre kein Bedürfnis, Elise und James je wieder zu sehen.

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