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In der Schweiz des Jahres 1847 ist Heimat kein Gefühl, sondern ein unerbittlicher Rechtsstatus, über den das Überleben entscheidet. Wer keinen gültigen Heimatschein seiner Gemeinde vorweisen kann, existiert juristisch nicht – weder als Bürger noch als Mensch. In einer Zeit, in der die Kartoffelfäule das Land auszehrt und der Schatten des drohenden Sonderbundskrieges über den Kantonen liegt, wird Armut zum Verbrechen. Vor diesem Hintergrund entfaltet sich das Schicksal dreier Menschen: Jakob, ein jenischer Kesselflicker, flieht mit seiner Familie durch den eisigen Nebel des Aargaus in einem gnadenlosen Wettlauf gegen die Landjäger und ein System, das Menschen lediglich als Bestände behandelt. Elisabeth, die in den mahlenden Webstühlen der Zürcher Fabriken ihre Identität zu verlieren drohte, findet im Untergrund der Stadt eine neue Waffe: das gedruckte Wort. Zeitgleich erkennt Caspar, ein kleiner Kanzlist in Bern, inmitten staubiger Akten die mörderische Wahrheit hinter den Deportationslisten der Regierung. Verbunden durch ein illegales Flugblatt und die unzerstörbare Sehnsucht nach Würde, riskieren sie alles, um das Schweigen der Mächtigen zu brechen. "Vaganten" ist ein archaisches Epos über ein vergessenes Unrecht der Schweizer Geschichte – und über jenen Moment, in dem ein Mensch aufhört, nur eine Nummer in einem Register zu sein.
Olivia Humbald hat sich als Autorin der Aufgabe verschrieben, vergessene Kapitel der Schweizer Industriegeschichte literarisch aufzuarbeiten. Mit einem feinen Gespür für die sozialen Verwerfungen des 19. Jahrhunderts verwandelt sie akribische historische Recherchen in atmosphärische Erzählungen. Ihre Werke zeichnen sich durch eine tiefe Verwurzelung in der Schweizer Landschaft und eine ehrliche Auseinandersetzung mit den Lebensbedingungen vergangener Generationen aus.
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- Artikel-Nr.: SW9783565423996110164
- Artikelnummer SW9783565423996110164
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- ISBN 9783565423996