Beam fragt ... Yvonne Lacina-Blaha

Das Exklusiv-Interview bei Beam: Autorin Yvonne Lacina-Blaha hat im September 2019 ihren ersten Roman veröffentlicht. Doch "Zitronen aus Fribello" ist nicht das erste Buch aus der Feder der 1977 geborenen Wienerin, von ihr stammen auch "Fred & Otto unterwegs in Wien: Stadtführer für Hunde", "Das Hundebuch für Angsthasen", "Pecorino: die Reisen eines Promenadenmischlings" und das Kinderbuch "Ella & Emil  – Das Einschlafbuch"

 Yvonne Lacina-Blaha mit ihrem ersten Roman Zitronen aus Fribello

 © Yvonne Lacina-Blaha

 

Frisch, fruchtig aber auch irgendwie friedlich und warm. Daran habe ich gedacht, als ich das Cover von “Zitronen aus Fribello” zum ersten mal sah. Wie war es für Sie, Ihren ersten Roman in der Hand zu halten? Der erste Moment nach dem Auspacken muss aufregend sein.

Das war ein wirklich schöner Moment, der mir gezeigt hat, dass es wichtig ist, an seine Träume zu glauben und auch dranzubleiben.

Jahrelang habe ich Frauenromane gelesen und mir immer wieder gedacht, dass ich auch gerne einen Roman schreiben möchte. Ich hatte immer wieder Zweifel, kann ich das überhaupt, wer sollte das lesen, bin ich gut genug? Es ist eine Herausforderung, keine Frage, man verlässt die Komfortzone, aber man bekommt so viel zurück, wenn man sein Werk in der Hand in der Hand hält.

Ich bin sehr dankbar, dass Fribello so gut angenommen wird. Danke dafür!

In einem Artikel habe ich gelesen, dass Sie selbst Kräutersalze und Seife herstellen. Ich persönlich male viel und verschenke auch Bilder. Womit macht man Ihnen am besten eine Freude? 

Ich freue mich sehr über selbstgemachte Kräutersalze oder Pflanzen aus dem Garten, die ich dann einsetzen kann. Und Schokolade geht natürlich auch immer.

Drei Monate Auszeit in Italien klingen fast zu schön um wahr zu sein … leider bleibt das für viele wohl ein Wunschtraum. Was tun Sie, um zur Ruhe zu kommen und ein wenig Kraft zu tanken, wenn der Alltag mal wieder an den Reserven zehrt?

Ich bin wahnsinnig gerne in der Natur, ich bin auch sehr gern in meinem Garten. Ich liebe es, in meinem Gemüsebeet zu stehen, aus Blüten getrocknete Seifen, Kräutersalze etc zu machen. Da verliere ich mich im Moment, da spüre ich die Ruhe in mir. Ich liebe es, Dinge auszuprobieren, die ich mit den eigenen Händen machen kann. Dinge, die auch Geduld, Konzentration und Zuversicht erfordern. Ich habe nicht unbedingt einen grünen Daumen, aber ich probiere das alles mit viel Leidenschaft aus.

Romane behandeln alle möglichen Themen: Trennung, erste Liebe, Freundschaft, Tod, um nur einige zu nennen. Inwiefern sehen Sie Romane als ein geeignetes Mittel, um persönliche Erlebnisse zu verarbeiten?

Ich hatte nicht den Anspruch, persönliche Erlebnisse zu verarbeiten. Ich wollte eine lockere lustige Geschichte erzählen, die der Leserin/dem Leser Vergnügen bereitet, Sehnsüchte weckt und träumen lässt. Ich hatte sie/ihn auch immer wieder vor Augen, am Sofa liegend, am Strand liegend, mein Buch in der Hand. Natürlich kann man einen Roman nicht losgelöst vom Autor schreiben, irgendetwas fließt immer mit ein, bei mir war es die Sehnsucht nach dem Meer, die Sehnsucht nach Italien. Nach einem anstrengenden Tag habe ich mich schon richtig auf mein kleines Dorf Fribello gefreut.

Gibt es ein Buch, das so einen Eindruck bei Ihnen hinterlassen hat, dass es Ihr Leben oder Ihre Denkweise nachhaltig verändert hat?

Da gibt es viele Bücher, die mich inspiriert haben. Leon und Louise“ von Alex Capus hat mich in seiner Sprachintensität und Erzählweise als Autorin sehr geprägt. Kerstin Gier hat mit ihrem fantastischen Witz und Talent für Geschichten zwischen den Zeilen die Lust am Schreiben in mir geweckt.

Mit welcher Figur aus “Zitronen aus Fribello” würden Sie gerne mal einen Kaffee trinken gehen? Und welche Frage würden Sie dann gerne stellen?

Mit Mister Bride, ich stelle mir einen Abend mit ihm sehr amüsant vor. Er ist ein Autor, der auf der Suche nach seinem Talent für Geschichten ist, da stelle ich mir spannende Gespräche vor. Er ist auch schon seit einigen Wochen in Fribello. Ich würde ihn gerne fragen, wie er sich in Fribello fühlt, was seine Motivation ausmacht, hier in diesem kleinen Dorf die richtigen Worte für seinen Roman zu finden.

Sie haben eine kleine Tochter, Felicia. Sie ist jetzt in einem Alter, aus dem viele Menschen ihre ersten bewussten Erinnerungen haben und sie lernt momentan sicherlich ganz viel Neues. Aber was haben Sie bisher von Ihrer Tochter gelernt?

Eine ganze Menge, sie ist mein Spiegel. Sie zeigt mir jeden Tag ganz deutlich, worauf es im Leben ankommt. Sie hat keinen Stress, sie verliert sich im Moment und erfreut sich an Kleinigkeiten. Das ist schön, das möchte ich ihr lange ermöglichen. Meine Tochter und ich haben ein Ritual. Wir besprechen jeden Abend, was wir alles am Tag gemacht haben, da zählen wir chronologisch die Dinge auf. Und oft fällt mir auf, dass wir dann Kleinigkeiten, über die wir uns geärgert haben, gar nicht mehr erwähnen, weil es letztlich nicht relevant ist, ob ein Tag gut war oder nicht.

Neil Gaiman ist bekannt dafür, dass er an Flughäfen öfter mal heimlich seine eigenen Bücher signiert. Haben Sie mal daran gedacht? Welche Widmung würden Sie in ein Buch schreiben, das erst noch gekauft werden muss und von dem Sie nicht wissen, bei wem es letztendlich landen wird?

Eine schöne Idee!

Liebe Leserin, lieber Leser, schön, dass sie nach Fribello gefunden haben. Ich wünsche Ihnen vergnügliche Stunden in diesem kleinen Dorf. Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich im Zitronenduft verlieren und die Meeresluft einatmen. Herzlichst, ihre Yvonne Lacina-Blaha

Wenn Sie Ihrem jüngeren Ich eine Sache mitteilen könnten, was wäre das?

Fang früher mit all diesen Dingen an, hinterfrage dich, aber zweifle nicht ständig an dir. Das wäre meine Botschaft an mein jüngeres Ich. Das Alter schenkt einem die fantastische Eigenschaft, dass man nicht mehr so darauf achtet, ob andere es auch gut finden, man probiert es einfach aus.

 

Kurze Frage, knappe Antwort: 


Bei welchem Film haben Sie zuletzt herzhaft gelacht? Monsieur Claude und seine Töchter, ein grandioser Film. 

Was ist Ihr Lieblings-Snack beim Schreiben? Schokolade, Nüsse, Mandarinen.

Was haben Sie als Kind gehasst, aber lieben Sie heute? Kälte, Schnee. Das war als Kind nicht wirklich mein Gebiet. Heute finde ich die Idee schön, für ein Wochenende in die Berge zu fahren, um Schneemänner zu bauen.

Welcher ist Ihr Lieblings-Wochentag? Ich habe keinen Lieblings-Wochentag. Tut mir leid, das ist wirklich so.

Sie dürfen den Rest Ihres Lebens nur noch die Musik von 3 KünstlerInnen oder Bands hören: Welche sind es? Wanda (Anm. d. Red.: österreiche Rock-Band, bekannt für den Titel "Ciao Baby"). Annett Louisan, ich finde sie großartig. Ihre Texte inspirieren mich immer wieder. Ich höre gerne Soundtracks von italienischen Filmen, zum Beispiel Solino

 

Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für uns genommen haben, Frau Lacina-Blaha!

Mehr zur Autorin: Instagram-Profil von Yvonne Lacina-Blaha

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