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Knie nieder!
Eine Kulturgeschichte von Unterwerfung und Widerstand
Als Alexander der Große im vierten Jahrhundert vor unserer Zeit an seinem Hof den ehrerbietigen Kniefall einführen will, entbrennt ein folgenschwerer Disput darüber, was Religion ausmacht – der Glaube oder die Praxis. Im Mittelalter unterwandern christliche Mönche in den Klöstern gewitzt die stundenlangen kräfteraubenden Gebete, indem sie das Knien für ein Nickerchen nutzen. Und als der Footballspieler Colin Kaepernick 2016 beim Singen der US-amerikanischen Nationalhymne kniet, wird damit nicht nur die Forderung von Black Lives Matter sichtbar, es wird auch klar: Wer auf die Knie geht, unterwirft sich nicht, er stellt die Macht infrage. Von Unterwerfung und Herrschaft erzählt diese ungewöhnliche Kulturgeschichte anhand der nur vermeintlich eindeutigsten aller Gesten.
Dass das Knien keine Kuriosität ist, sondern im Zentrum der Symbolik von Macht steht, zeigt Andreas Gehrlach so kenntnisreich wie zugewandt. Dazu birgt er Kniefallszenen aus den letzten fünftausend Jahren und zeigt mit jeder davon aufs Neue, dass Widerstand etwas ganz und gar Menschliches ist. Vielleicht sogar das, was uns zu Menschen macht.
Andreas Gehrlach, 1981 geboren, studierte Literaturwissenschaft in Tübingen und ist Wissenschaftlicher Programmdirektor am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften in Wien. Er beschäftigt sich mit modernen und antiken Kulturtheorien, prekären, kriminellen und politischen Ökonomien und forscht zur Geschichte der Hierarchie und ihrer Infragestellung.
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Vorbestellerartikel: Dieser Artikel erscheint am 29. Oktober 2026
- Artikel-Nr.: SW9783751821759110164
- Artikelnummer SW9783751821759110164
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Verlag
Matthes & Seitz Berlin Verlag
- Veröffentlichung 29.10.2026
- ISBN 9783751821759
- Veröffentlichung 29.10.2026