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Atlantisches Erbe
Amerikanische Waren, englische Seelen und der Zerfall einer alten Ordnung
England wurde nicht durch Schlachten verwandelt. Es wurde durch Güter verwandelt. Tabak, Zucker und amerikanisches Silber überquerten den Atlantik nicht als bloße Handelswaren — sie trugen in sich das Potential, eine Gesellschaft zu destabilisieren, die seit Jahrhunderten auf der Unveränderlichkeit des Landes beruhte. Die Preisrevolution des 16. Jahrhunderts, angetrieben durch amerikanisches Edelmetall, entwertete feudale Pachtverträge, zersetzte aristokratische Sicherheiten und zwang den englischen Adel, sich einem Markt zu stellen, den er weder verstand noch kontrollierte. Der Bauer, der Tabak rauchte, und der Lord, der Schulden machte — beide wurden auf unterschiedliche Weise Produkte derselben atlantischen Transformation. Das englische Seerecht war auf diese Realität nicht vorbereitet. Königliche Freibriefe für Handelsgesellschaften und die rechtliche Legitimation der Freibeuterei schufen einen juristischen Ausnahmezustand auf See, der die Grenzen zwischen staatlicher Souveränität und privatem Interesse systematisch verwischte. Drake und Hawkins operierten nicht außerhalb des Rechts — sie operierten in einem Recht, das sich in Echtzeit formierte, unter dem Druck atlantischer Rivalitäten und kommerzieller Begehrlichkeiten, die kein Präzedenzfall des Common Law je antizipiert hatte. Die englischen Hafenstädte wuchsen schneller, als die alte Ordnung sie begreifen konnte.
Sie schreibt über historische Lektionen, praktisches Denken im Geschäftsleben und persönliches Wachstum in einem prägnanten und fundierten Stil.
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- Artikel-Nr.: SW9783565631087110164
- Artikelnummer SW9783565631087110164
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Autor
Mara Steinwald
- Verlag epubli
- Seitenzahl 456
- Barrierefreiheit
- ISBN 9783565631087