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Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus

Religion, Beruf und die Geburt der modernen Arbeitswelt

Warum entstand der moderne Kapitalismus ausgerechnet im protestantischen Nordwesten Europas? Max Webers Antwort auf diese Frage ist die vielleicht berühmteste Studie der Soziologie überhaupt. Weber zeigt, wie aus Luthers Berufsbegriff und der calvinistischen Prädestinationslehre eine "innerweltliche Askese" erwuchs: rastlose Berufsarbeit als Gottesdienst, Gewinn als Zeichen der Erwählung, Konsumverzicht als Pflicht. Aus diesem religiösen Geist, so Webers These, wurde der "Geist des Kapitalismus" – eine Lebensführung, die längst keine Religion mehr braucht und den Menschen der Moderne in ihr "stahlhartes Gehäuse" zwingt. Kaum ein Text... alles anzeigen expand_more

Warum entstand der moderne Kapitalismus ausgerechnet im protestantischen Nordwesten Europas? Max Webers Antwort auf diese Frage ist die vielleicht berühmteste Studie der Soziologie überhaupt. Weber zeigt, wie aus Luthers Berufsbegriff und der calvinistischen Prädestinationslehre eine "innerweltliche Askese" erwuchs: rastlose Berufsarbeit als Gottesdienst, Gewinn als Zeichen der Erwählung, Konsumverzicht als Pflicht. Aus diesem religiösen Geist, so Webers These, wurde der "Geist des Kapitalismus" – eine Lebensführung, die längst keine Religion mehr braucht und den Menschen der Moderne in ihr "stahlhartes Gehäuse" zwingt.



Kaum ein Text der Sozialwissenschaften ist so intensiv diskutiert worden wie die "Protestantische Ethik". Neben Simmels "Philosophie des Geldes" ist sie DER Grundtext der klassischen deutschen Soziologie – Pflichtlektüre für Studierende der Soziologie, Geschichte, Theologie und Ökonomie und eine Entdeckung für alle, die verstehen wollen, warum wir arbeiten, wie wir arbeiten.



Diese digitale Neuausgabe folgt der von Weber selbst überarbeiteten Fassung aus den "Gesammelten Aufsätzen zur Religionssoziologie" (1920), der Ausgabe letzter Hand, mit vollständigem, kapitelgenau verlinktem Inhaltsverzeichnis.



Max Weber (1864–1920) gilt neben Georg Simmel und Émile Durkheim als Begründer der modernen Soziologie. Der Jurist und Nationalökonom lehrte in Freiburg, Heidelberg und zuletzt in München. Nach einer schweren Krise wandte er sich grundlegenden Fragen von Religion, Herrschaft und Wirtschaft zu; die "Protestantische Ethik" (1904/05, erweitert 1920) machte ihn weltberühmt. Sein unvollendetes Hauptwerk "Wirtschaft und Gesellschaft" und die Reden "Wissenschaft als Beruf" und "Politik als Beruf" gehören zum Kanon der Sozialwissenschaften. Webers Begriffe – Charisma, Bürokratie, Entzauberung der Welt – prägen das Denken über die Moderne bis heute.



Max Webers berühmteste Studie – warum der Kapitalismus eine religiöse Seele hat

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