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Bargfelder Bote 521-522. Lieferung

Materialien zum Werk Arno Schmidts

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Schmidt hat Goethe immer wieder scharf kritisiert, veröffentlicht wie unveröffentlicht in diesen Jahren; er schrieb vom Egoismus des Privilegierten, der unfähig zum Mitleiden sei; (…) "Goethe und Einer seiner Bewunderer" sollte "ein Rüpelstück" werden, aber "ein virtuoses – ein Stück der Abstoßung […] und der immer wieder einbekannten Anziehung". (…) Erzählt wird, wie Goethe auf einen 15-Stunden-Besuch zurück auf die Erde kommen kann, nachdem es "gelungen" war, "Tote wieder lebendig zu machen". Jeder Revenant muss von einem Kollegen, einer Kollegin auf Erden "geführt" werden; und der Begleiter Goethes ist... alles anzeigen expand_more

Schmidt hat Goethe immer wieder scharf kritisiert, veröffentlicht wie unveröffentlicht in diesen Jahren; er schrieb vom Egoismus des Privilegierten, der unfähig zum Mitleiden sei; (…) "Goethe und Einer seiner Bewunderer" sollte "ein Rüpelstück" werden, aber "ein virtuoses – ein Stück der Abstoßung […] und der immer wieder einbekannten Anziehung". (…) Erzählt wird, wie Goethe auf einen 15-Stunden-Besuch zurück auf die Erde kommen kann, nachdem es "gelungen" war, "Tote wieder lebendig zu machen". Jeder Revenant muss von einem Kollegen, einer Kollegin auf Erden "geführt" werden; und der Begleiter Goethes ist offensichtlich Arno Schmidt. Die beiden machen einen großen Darmstadt-Spaziergang, gehen von der Akademie für Sprache und Dichtung, damals im Ernst-Ludwig-Haus auf der Mathildenhöhe, zum Ostbahnhof, von dort in die Kaufhalle, in eine Zoohandlung, an Stadtkirche und Bismarck-Denkmal vorbei zum Antiquariat Bläschke, in der Beckstraße betrachten sie die Mutter-und-Kind-Plastik von Wilhelm Loth, kehren in der Wohnung Arno Schmidts ein, gehen weiter über den Schnampelweg, in dem Matthias Claudius angeblich das "Abendlied" gedichtet hat, über Sport- und Paulusplatz zum Hauptbahnhof, auf dem Goethe sich pünktlich wieder entmaterialisiert, er löst sich in Luft auf.

Zwischen Ankunft und Verschwinden liegen angeregte Gespräche, in denen alles kommentiert wird, das den beiden auf ihrem Weg begegnet: 'Schmidt' muss 'Goethe' alle zeitgenössischen Erfindungen erklären, Düsenjäger und Telefonzellen, Rolltreppen und die Abteilung für Damenunterwäsche in der Kaufhalle.



Thomas Körber, geb. 1969, studierte Germanistik und Geschichte. Promotion 1997, 1998-2000 Referendariat, ab 2001 Lehrer an Osnabrücker Gymnasien. Seit 2003 Fachleiter für Deutsch am Studienseminar Osnabrück. Studiendirektor. Forschungsschwerpunkte: Romantik, Nietzsche-Rezeption, Arno Schmidt, Didaktik der Moderne. Buchveröffentlichungen: "Arno Schmidts Romantik-Rezeption" (1998), "Nietzsche nach 1945" (2006). Herausgeber der "Schriften" von Hans Wollschläger im Wallstein-Verlag seit 2019 (bisher drei Bände).



Sven Hanuschek

Arno Schmidts Poetik des Übermuts



Winand Herzog

"Die taugen ja Alle nichts!"

oder Wie erstrebenswert es ist, ein Volksschriftsteller zu sein



Bibliografie

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