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Die Schnulze

Warum wir sie trotzdem lieben. Erkundungen an den Grenzen des Geschmacks

Von Freddy Quinn über Hildegard Knef und Sam Smith bis Adele – Schnulzen sind allgegenwärtig. Obwohl sie fester Bestandteil der Popkultur sind, werden sie oft nur belächelt; aus kulturwissenschaftlicher Perspektive wurden sie bisher kaum betrachtet. Warum ist das so? Michael Corsten und Volker Schubert gehen den Besonderheiten dieser popmusikalischen Erscheinung nach. Sie zeigen an einschlägigen Schnulzen, was an diesen über die verschiedenen Stilrichtungen hinweg bewegt und anrührt: Stimmen und Sound inszenieren Gefühlslagen von sehnsüchtiger Liebe bis tiefer Verzweiflung. So entsteht ein popkulturelles Archiv aus Stimmungen, Haltungen... alles anzeigen expand_more

Von Freddy Quinn über Hildegard Knef und Sam Smith bis Adele – Schnulzen sind allgegenwärtig. Obwohl sie fester Bestandteil der Popkultur sind, werden sie oft nur belächelt; aus kulturwissenschaftlicher Perspektive wurden sie bisher kaum betrachtet. Warum ist das so?

Michael Corsten und Volker Schubert gehen den Besonderheiten dieser popmusikalischen Erscheinung nach. Sie zeigen an einschlägigen Schnulzen, was an diesen über die verschiedenen Stilrichtungen hinweg bewegt und anrührt: Stimmen und Sound inszenieren Gefühlslagen von sehnsüchtiger Liebe bis tiefer Verzweiflung. So entsteht ein popkulturelles Archiv aus Stimmungen, Haltungen und Narrativen.

Die Schnulze ist mehr als nur Kitsch – sie ist ein eigenständiges soziales, kulturelles und ästhetisches Phänomen.



Michael Corsten ist Professor für Soziologie an der Universität Hildesheim. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Lebenslaufsoziologie, Kultursoziologie und soziologische Theorien. Auswahl Publikationen: Lebenslauf und Sozialisation (VS Springer 2020); Praxis. Ausüben. Begreifen (als Herausgeber), (Velbrück Wissenschaft 2021); »Tod und Schnulze«, Jahrbuch »Tod und Gesellschaft« (Juventa 2025, zusammen mit Volker Schubert)



Volker Schubert war Professor für Erziehungswissenschaft an der Universität Hildesheim. Zuvor lehrte er Deutsche Sprache und Literatur an der Universität Kumamoto (Japan) und Pädagogik an den Universitäten Mainz und Marburg. Arbeitsgebiete: Theorie der Erziehung, Vergleichende Erziehungswissenschaft (Schwerpunkt Ostasien und Ozeanien) und Ästhetische Erziehung. Auswahl Publikationen: Der Pädagoge als Ingenieur (Beltz Juventa 2019); Alles kann besser werden, außer dem Menschen. Anthropologie und Pädagogik bei Bertolt Brecht (Velbrück Wissenschaft 2025).



1. Fragen an ein ästhetisches Alltagsphänomen S. 9

1.1 Erste Beispiele S. 12

Seemann, deine Heimat – eine selbst-widersprüchliche Anrufung S. 12

You're Beautiful – das Unvergessliche anpreisen S. 14

Immergrüne Liebesschnulzen im Pop S. 16

Forever Young – Covered and Uncovered S. 17

Bitte, nehmt mir die schönen Dinge nicht weg! S. 19

1.2 Ein Unbegriff: Schnulzen müssen nicht defi niert werden S. 22

2. Am Anfang war keine Schnulze S. 29

2.1 Soundverschiebungen S. 30

2.2 Kulturelle Aneignungen S. 32

Die Verschnulzung schwarzer Musik: Ol' Man River S. 34

Summertime S. 41

2.3 Ausdifferenzierungen: Schmaltzies, Schnulzen und weitere Traditionslinien S. 47

3. Stimmungen und Gefühlslagen der Schnulze S. 58

3.1 Liebe: With or Without You S. 59

Unchained Melody S. 60

Blue-Eyed Soul – Kulturelle Aneignung der »Schwarzen Seele«? S. 68

Without You S. 70

Let It Be Me S. 74

Opfer sein und Opfer werden S. 78

Bye Bye Love – Wenn Männer weinen S. 81

3.2 Unterwegs, ohne anzukommen S. 88

Wie blau ist das Meer, wie groß kann der Himmel sein S. 92

Das Lied der Straße S. 96

Reminiszenzen an den Aufbruch und seine Versprechungen S. 101

Der Weg der Prüfungen S. 104

3.3 In weiter Ferne, so nah S. 107

La Mer. Beyond the Sea. Das Meer. De zee. Boлнa (Volna). S. 108

Capri-Fischer und die Exotik-Sehnsucht der 1950er Jahre S. 114

Exotik. Kitsch. Schnulze S. 117

Fernweh und Melancholie gleich um die Ecke: Vom Griechischen Wein nach Bochum S. 119

3.4 Ein Wir anrufen: ausdrückliche Vergemeinschaftungen S. 121

Die Schnulze – politisch? S. 124

Erbauliche Geschichten S. 130

Vergemeinschaftung privater Gefühlslagen S. 132

3.5 Leben und Tod S. 134

Der große Abschied S. 137

Life in vain S. 139

Tränen im Himmel S. 142

Goodbye Johnny S. 144

Tod und Verklärung S. 147

4. Stimme und Stimmung – die musikalische Formation von Haltungen S. 151

4.1 Variationen der Stimme S. 155

Die Semantik der Stimmlagen S. 159

Eine erste idealtypische Matrix S. 162

Bewegungen im Stimmregister: von dunkel zu hell, von unverstellt zu verstellt S. 167

Klar und hell – himmlische Zuversicht S. 168

Die Klagen der hochgetriebenen Männerstimmen S. 172

Unreif im Stimmbruch – Die Stimme des jugendlichen Mannes S. 175

Vom Leiden wundgeriebene Frauenstimmen S. 176

Tiere in Kommunionsanzügen: The House of the Rising Sun S. 178

Sich in die Tiefe(n) fallen lassen: Die dunklen

Herzensbrecher-Stimmen der Männer S. 181

4.2 Von der Stimme zur Haltung von

Personenfiguren S. 182

Selbstbehauptung – weiblich und männlich S. 184

Die gebrochene Stimme einer Anschmiegsamen S. 187

It Was a Very Good Year S. 189

Authentizitätsfiktionen – zur Identität von Song-, Aufführungs- und Starperson S. 190

Starstimmen als Personenfiguren S. 196

5. Wertungen S. 200

Wertungslogiken S. 202

Geschmack und Gebrauch S. 206

Gebrauchsweisen und Gebrauchswerte S. 209

Die Kunst der Schnulze S. 216

6. Ästhetisches Erleben von Schnulzen S. 219

6.1 Eine Ästhetik des ästhetisch Illegitimen? S. 223

Play it again, Sam S. 228

Alles nur leere Worte S. 230

Die kleine Form und die großen Gefühle S. 234

Sehnsucht und Sentimentalität S. 241

Parodie und Ironie S. 248

Das Schwinden des Subjekts S. 252

6.2 Archiv des Vermissten S. 257

Ne me quitte pas S. 260

Verschnulzung der Verzweiflung? S. 266

If You Go Away S. 269

Blueberry Hill S. 275

Vom Bodensatz der Erinnerungskultur S. 281

Phänomenal, faszinierend, unvergleichlich S. 284

Irgendwo auf der Welt S. 287

Literatur S. 289

Tabellen S. 298

Register S. 299

Titel S. 299

Interpret:innen S. 303



[...] ein vergnüglicher und informativer Streifzug in die seichten Gefilde der Herz-Schmerz-Musik.

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