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Kooperation und Konkurrenz im Wissenschaftsbetrieb

Perspektiven aus der Genderforschung und -politik

Die Frauen- und Geschlechterforschung begann als Provokation für die Wissenschaftstradition und ist längst (maßgeblich) an ihrer Erneuerung beteiligt, wie sich an der personellen Zusammensetzung des wissenschaftlichen Personals zeigt. In den Auseinandersetzungen um egalitäre Geschlechterverhältnisse in Wissenschaft und Gesellschaft spielen Kooperation und Solidarität unter den Frauen/Geschlechterforscherinnen eine große Rolle. Aber auch Konkurrenz und Streit um Positionen und das ‚richtige‘ Verständnis ziehen sich wie rote Fäden durch ihre Entwicklungsgeschichte. Geschichte wird immer auch an Personen und ihren Vorstellungen... alles anzeigen expand_more

Die Frauen- und Geschlechterforschung begann als Provokation für die Wissenschaftstradition und ist längst (maßgeblich) an ihrer Erneuerung beteiligt, wie sich an der personellen Zusammensetzung des wissenschaftlichen Personals zeigt. In den Auseinandersetzungen um egalitäre Geschlechterverhältnisse in Wissenschaft und Gesellschaft spielen Kooperation und Solidarität unter den Frauen/Geschlechterforscherinnen eine große Rolle. Aber auch Konkurrenz und Streit um Positionen und das ‚richtige‘ Verständnis ziehen sich wie rote Fäden durch ihre Entwicklungsgeschichte. Geschichte wird immer auch an Personen und ihren Vorstellungen gemacht, hier den sich emanzipierenden Frauen. Ihnen wird große Aufmerksamkeit gewidmet, ebenso den Akteurinnen und der subjektiven Seite der scheinbar objektiven Bedingungen. Das 21. Jahrhundert wird das Jahrhundert der Frauen sein.



Ich möchte die Lektüre des vorgelegten Bandes all denen empfehlen,

die sich für die Frage der Kooperation und Konkurrenz im

Wissenschaftsbetrieb interessieren. Der Band gibt analytische und

erfahrungsnahe Einblicke in die Praxis der feministischen Kooperationen

und Netzwerke als gelebte Realität und dokumentiert dadurch auch ein

Stück feministischer Wissenschaftsgeschichte.

Feministische Studien 1 / 21




Inhalt

Einleitung

Netzwerke qualifizieren für Kooperation und Konkurrenz 10

Anne Schlüter, Sigrid Metz-Göckel

Teil 1

Das Spektrum von Kooperation und Konkurrenz in lokaler

und globaler Sicht

Vom Charme des Anfangs – Gleichstellung in Hochschulen auf den Weg bringen 28

Anke Brunn

„Zur Entstehung und Entwicklung eines wissenschaftlichen Netzwerks“.

Das Netzwerk Frauen-und Geschlechterforschung NRW 34

Katja Sabisch

Konkurrenz nicht stattgeben: für eine Wissen(schaft)spraxis der Sorge 41

Diana Lengersdorf, Susanne Völker

Globale Ungleichheiten in der Geschlechterforschung und prozessuale Intersektionalität 51

Ilse Lenz

„Zwischen Kochtopf und Maloche“– Patriarchat und Patriarchatskritik im Ruhrgebiet 64

Uta C. Schmidt

Ein Raum für das andere Denken. Die Offene Frauenhochschule als ‚geschichtliche Gegenwart‘ 80

Ulla Hendrix, Jeannette Windheuser

Gleichstellung und Geschlechterforschung. Ein intergenerationelles Gespräch über

‚zwei ungleiche Schwestern‘ 95

Sigrid Metz-Göckel, Heike Mauer

„Schwesternstreit“ in der Wissenschaft. Wie können Führungskräfte weibliche Kooperation

und Konkurrenz im Wissenschaftsbetrieb steuern? Ein Plädoyer für Transparenz 109

Bettina Jansen-Schulz

Rethinking Networks. Herausforderungen und Chancen forschungspolitischer Netzwerke

zur Förderung der Geschlechtergerechtigkeit in Wissenschaft und Forschung

in einer sich verändernden Wissenschaftswelt 125

Maren A. Jochimsen, Brigitte Mühlenbruch

Teil 2

Miteinander – Gegeneinander – Füreinander:

Netzwerkbildung als Ressource und Gegenmacht

Die Bedeutung von informellen und professionellen Netzwerken für Wissenschaftlerinnen im

Wissenschaftsbetrieb – das Beispiel des Netzwerks Frauen- und Geschlechterforschung NRW 138

Birgit Riegraf

Gleichstellung versus Exzellenz? Wie Chancengleichheit im Zeitalter wettbewerblicher

Steuerung in Hochschulen zugleich gefördert und verhindert wird 147

Ute Klammer

„Netzwerken ist eine Strategie, um ‚lichte‘ Energien und fördernde Synergien zu erzeugen“ 153

Nicole Auferkorte-Michaelis, Birgit Weustermann

Gleichstellungspolitik und Geschlechterforschung – eine Verbindung für mehr

Geschlechtergerechtigkeit im Wissenschaftsbereich 161

Ingrid Fitzek

Eiliges Zusammentreffen und große kollektive Oper 167

Uta Brandes

Teil 3

Wachsen oder Untergehen? Solidarität und kooperative Konkurrenz

im Karriereverlauf des wissenschaftlichen Mittelbaus

Gelebte Interdisziplinarität im Team-Teaching 176

Lisa Mense, Stephanie Sera

Gemeinsam weiterkommen, zusammen weiter kommen – solidarische Vernetzung

unter Nachwuchswissenschaftler*innen in der Geschlechterforschung 185

Jenny Bünnig, Judith Conrads, Meike Hilgemann, Jennifer Niegel

Kooperative Kommunikation in der Wissenschaft. (Un-)Möglichkeitsraum im kompetitiven Feld?

Theoretische Überlegungen und Umsetzungen am Beispiel von Mentoring 193

Nicole Justen, Babette Mölders

Der Weg in die Wissenschaft als gelebte Erfahrung 202

Sabine Schäfer

Teil 4

Kooperation und Konkurrenz aus fachkultureller Perspektive

Konkurrenz- und Kooperationspraxen in Fach- und Berufskulturen:

Ein Blick auf ungleiche Ausgangs- und Zugangsbedingungen 212

Anne Schlüter

Konkurrenz, Kooperation und Netzwerkbildung unter katholischen Theologinnen 223

Marie-Theres Wacker

„Man kann nur mit jemandem kooperieren, mit dem man konkurriert“ – Wie sich Frauen

in Leitungsfunktionen in diese männliche Arbeitskultur mit Netzwerken einfügen 231

Felizitas Sagebiel

‚Wilde Kapitalist_innen‘? Konkurrenz und Kooperation in den Biowissenschaften 238

Sandra Beaufaÿs

Ich bin die erste Sängerin! Humorlose Bemerkungen zu einem komischen Singspiel 245

Rebecca Grotjahn

Die Etablierung des Forschungsfeldes über Verhältnisse zwischen Geschlecht

und Behinderung im Spannungsfeld von Konkurrenz und Kooperation 252

Ulrike Schildmann

Außer Konkurrenz: das Modell Sisyphos und die feministische Literaturwissenschaft 258

Sigrid Nieberle

Teil 5

Anhang

Lebenslauf von Beate Kortendiek 269

Publikationstätigkeit Dr. Beate Kortendiek 271

Veröffentlichungen zum Netzwerk (Auswahl) 279

Verzeichnis der Autorinnen 281

Fotografische Impressionen aus der Arbeit des Netzwerks 287



Prof. Dr. Anne Schlüter, Professorin für Weiterbildung und Frauenbildung an der Universität Duisburg-Essen (i.R.)
Prof. Dr. Sigrid Metz-Göckel, Leiterin des HDZ der TU Dortmund (i.R.)
Dr. Lisa Mense, stellvertretende Leiterin der Koordinations- und Forschungsstelle des Netzwerks Frauen- und Geschlechterforschung an der Universität Duisburg-Essen
Prof. Dr. Katja Sabisch, Leiterin der Gender Studies an der Ruhr-Universität Bochum und Sprecherin des Netzwerks Frauen- und Geschlechterforschung
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