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Grenzen der Erfahrung
Gesellschaftskritische Perspektiven auf Antisemitismus und Bildung
Wie gelingt antisemitismuskritische Bildung in einer Gesellschaft, die sich zunehmend verhärtet, in Stereotypen flüchtet und immer weniger gemeinsame Erfahrungen teilt? Der Band beantwortet diese Frage aus gesellschaftskritischer Perspektive und zeigt, wie Antisemitismus in strukturelle Grenzen von Bildung eingebettet ist. Die Autor:innen verbinden theoretische Analysen mit konkreten pädagogischen Beobachtungen. Sie stellen das Zusammenspiel von Subjekt, Gesellschaft und Erfahrung ins Zentrum und öffnen neue Zugänge, um Ideologiekritik mit praktischer Bildungsarbeit produktiv zu verbinden.
Thure Alting (M.A.) ist Sozialarbeiter (M.A.) und ist seit 2016 als Bildungsreferent bei Spiegelbild – Politische Bildung aus Wiesbaden e.V. tätig. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der diskriminierungskritischen Organisationsbegleitung und antisemitismuskritischen Bildungsarbeit im Kontext Schule und Kinder- und Jugendhilfe. Er veröffentlichte zuletzt "Die Soziale Arbeit und ihr Umgang mit dem Nationalsozialismus von 1945 bis 1990", in: neue praxis, 3/2024, S. 193–211.
Yevgen Bruckmann studiert Sozialwissenschaften an der Leibniz Universität Hannover und ist seit knapp einem Jahrzehnt in der ehrenamtlichen sowie seit einigen Jahren auch in der hauptamtlichen politischen Bildungsarbeit tätig. Seine inhaltlichen Schwerpunkte liegen in der Antisemitismuskritik, der Vermittlung jüdischer Lebensrealitäten in Deutschland und der lokalen Erinnerungsarbeit. Zurzeit arbeitet er als Referent und engagiert sich ehrenamtlich als stellvertretender Vorsitzender in der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover.
Verena Bunkus (Dr.) hat Geschichte und Osteuropastudien in Berlin und Krakau studiert. Sie promovierte am Forschungskolleg Transkulturelle Studien der Universität Erfurt (2023, Publikation in Vorbereitung). Derzeit ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz mit Fokus auf die Arbeit mit Angehörigen der Bundeswehr sowie Multiplikator*innen zum Thema Antisemitismus und anderen Formen der Diskriminierung. Weitere Arbeitsschwerpunkte: Nationalsozialismus und seine Folgen, Wissensgeschichte, Geschichte des östlichen Europas.
Daniel Burghardt (Prof. Dr.) hat Politikwissenschaft, Philosophie und Pädagogik in Erlangen studiert. Derzeit ist er Professor für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Soziale Ungleichheit und Politische Bildung an der Universität Innsbruck. Seine Arbeitsschwerpunkte sind kritische Pädagogik, Psychoanalyse, Erziehungs- und Bildungsphilosophie sowie Antisemitismus- und Rechtsextremismusforschung. Burghardt ist u.a. Mitautor des Buches Vulnerabilität. Pädagogische Herausforderungen (Stuttgart 2017) und Mitherausgeber der Schlüsselwerke der Vulnerabilitätsforschung (Wiesbaden 2019). Er gab mit Moritz Krebs den Band Verletzungspotentiale – Kritische Studien zur Vulnerabilität im Neoliberalismus (Gießen 2022) heraus. Zuletzt erschien von ihm das Buch Elend und Emanzipation. Über die Politisierung des Leidens (Gießen 2024).
Florian Diddens (M.A.) hat an der Universität Bielefeld Soziologie studiert. Er ist Mitarbeiter am Forschungsbereich "Gesellschaftliches Erbe des Nationalsozialismus" an der Frankfurt University of Applied Sciences und promoviert zur Bedeutung von Familiennarrativen und Identitätsentwürfen für den Unterricht über Nationalsozialismus und Holocaust. Arbeitsschwerpunkte: Antisemitismusforschung, Antisemitismus im Bildungsbereich, Methoden qualitativer Sozialforschung. Veröffentlichung u.a.: Zwischen Hammer und Amboss. Auswirkungen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und des Terrorangriffs der Hamas auf Israel auf jüdisches Leben in Deutschland, Baden-Baden 2025 (mit Julia Bernstein).
Hanna Grabenberger (M.A.) absolvierte ein Lehramtsstudium (Deutsch/Psychologie und Philosophie) und studierte Religionswissenschaft. Derzeit ist sie Universitätsassistentin (prae-doc) an der Universität Innsbruck und promoviert am Institut für Erziehungswissenschaft im Bereich "Migration und Bildung". Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Religion in der postmigrantischen Gesellschaft, Migrationspädagogik, Rassismus- und Antisemitismuskritik.
Henning Gutfleisch (Mag.) studierte Ethnologie, Soziologie und Erziehungswissenschaft in Heidelberg und Santiago de Chile. Derzeit arbeitet er am Berliner Kompetenzzentrum für antisemitismuskritische Bildung & Forschung. An der Johannes Gutenberg-Universität Mainz lehrt und promoviert er zu den Bedingungen politischer Bildung nach Auschwitz.
Henning Gutfleisch, Alexander Hermert, Elke Rajal, Kai E. Schubert, Vanessa Walter
Grenzen der Erfahrung. Gesellschaftskritische Perspektiven auf Antisemitismus und Bildung
Stefan Müller
Gesellschaft, Kritik und Antisemitismus. Herausforderungen einer Bildung gegen Antisemitismus
Beschädigte Erfahrung – Bedingungen und Grenzen antisemitismuskritischer Bildung
János Varga
Die langsame Wendung aufs Subjekt. Adorno, Horkheimer und die Bildungsarbeit gegen Antisemitismus in der jungen Bundesrepublik
Alexander Hermert
"Aus der Kritik der alten Welt die neue finden". Ideengeschichte als reflexives Moment antisemitismuskritischer Bildung
Henning Gutfleisch
Negative Didaktik. Grenzen antisemitismuskritischer Bildung
Colin Kaggl
Ticketdenken und Psychoanalyse. Perspektiven für die antisemitismuskritische Bildungsarbeit?
Ingolf Seidel
Die Grenzen einer "Erziehung nach Auschwitz". Historisch-politische Bildung in der heteronomen Gesellschaft
Hanna Grabenberger
"Gesellschaftskritik" in der antisemitismuskritischen Vermittlung. Überlegungen in Bezug auf gesellschaftliche Bedingungen in Österreich
Versäumte Erfahrung – Leerstellen der historisch-politischen Bildung
Nina Rabuza, Daniel Burghardt
Das Subjekt des Erinnerns. Eine antisemitismustheoretische Kritik der Erinnerungspädagogik
Yevgen Bruckmann, Jasper M. Köster, Moritz Y. Meier, Vanessa Walter
Herschel Grynszpans Geschichte als Kritik erzählen. Ein Ausstellungskonzept gegen metaphysische Nationaldialektik und identifikatorische Heldenerzählungen des bundesrepublikanischen Gedenkens an den Nationalsozialismus und die Shoah
Aya Zarfati, Verena Bunkus
Von der Leerstelle zur Intervention. Antisemitismuskritische Bildung in der Praxis einer NS-Gedenk- und Bildungsstätte
Niklas Schäfer
Kritik durch Erinnerung. Adornos Imperativ, Anamnetische Solidarität und das Selbstverständnis politischer Bildung nach Auschwitz
Verhinderte Erfahrung – Analysen der Schul- und Lehrer:innenbildung
Florian Diddens
Bedingungen und Kontexte der Holocaust Education in der Schule. Eine rekonstruktive Analyse familien- und kollektivbiografischer Prägungen von Lehrkräften beim Unterrichten über den Holocaust
Anna Lienau
Antisemitismuskritik in der universitären Geschichtslehrer:innenausbildung. Ergebnisse aus der empirischen Lehrforschung
Thure Alting, Jana-Marie Müller, Benny Momper
Antisemitismusprävention oder antisemitismuskritische Bildung? Antisemitismuskritik im Handlungsfeld Schule
Aufgehobene Erfahrung – Herausforderungen antisemitismuskritischer Bildungsarbeit
Romina Wiegemann, Alexander Vasmer
"Vielleicht hätte es mehr Empathie für die Juden hier gegeben, wenn ..." Herausforderungen antisemitismuskritischer Bildungsarbeit mit Erwachsenen nach dem 7. Oktober
Elana Jacobs
Über das Spannungsverhältnis zwischen den Generationen in der antisemitismuskritischen Bildungsarbeit. Überlegungen zu einem konstruktiven Umgang mit sogenanntem provokativen Verhalten von jungen erwachsenen Lernenden
Carl Julius Reim
Luft von anderem Planeten. Mit der Wendung aufs musikalische Subjekt gegen Antisemitismus
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- Artikel-Nr.: SW9783756617807110164
- Artikelnummer SW9783756617807110164
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Mit
Henning Gutfleisch, Alexander Hermert, Elke Rajal, Kai E. Schubert, Vanessa Walter
- Verlag Wochenschau Verlag
- Seitenzahl 288
- Barrierefreiheit
- ISBN 9783756617807
- Verlag Wochenschau Verlag