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Der Souveränitätseffekt

Wirtschaftskrisen bieten die Chance zur Realisierung des politisch Unbequemen, formulierte Milton Friedman einmal. Die Finanzkrise hat in ihrer jüngsten Zuspitzung zu einer unverkennbaren Krise des Regierens geführt, zu einer Notstandspolitik in der Grauzone zwischen Wirtschaft und Politik: Die Regierungsgeschäfte haben Expertenkomitees, improvisierte Gremien und ›Troikas‹ übernommen, deren Legitimation der Ausnahmefall ist. Diese Entwicklung ist allerdings keineswegs neu. Wie Joseph Vogl in seinem neuen Buch zeigt, sind die Dynamiken des kapitalistischen Systems und des Finanzkapitalismus durch eine Ko-Evolution von Staaten und Märkten... alles anzeigen expand_more

Wirtschaftskrisen bieten die Chance zur Realisierung des politisch Unbequemen, formulierte Milton Friedman einmal. Die Finanzkrise hat in ihrer jüngsten Zuspitzung zu einer unverkennbaren Krise des Regierens geführt, zu einer Notstandspolitik in der Grauzone zwischen Wirtschaft und Politik: Die Regierungsgeschäfte haben Expertenkomitees, improvisierte Gremien und ›Troikas‹ übernommen, deren Legitimation der Ausnahmefall ist.



Diese Entwicklung ist allerdings keineswegs neu. Wie Joseph Vogl in seinem neuen Buch zeigt, sind die Dynamiken des kapitalistischen Systems und des Finanzkapitalismus durch eine Ko-Evolution von Staaten und Märkten geprägt, in der sich wechselseitige Abhängigkeiten etablieren und verstärken. Vom frühneuzeitlichen Fiskus und dem Auftritt des privaten Financiers über die Entstehung von Zentralbanken hin zur Herrschaft von Finanzökonomie und »global governance« zeichnen sich Souveränitätsreservate eigener Ordnung ab, die autonom innerhalb der Regierungspraxis wirken und im Interesse privater Reichtumssicherung die Geschicke unserer Gesellschaften bestimmen: als ungenannte Vierte Gewalt im Staat.



Die aktuelle Dominanz von Finanzmärkten wird so als jüngste Spielart einer Ökonomisierung des Regierens begriffen, in der die Verschränkung von Machtausübung und Kapitalakkumulation informelle ›Souveränitätseffekte‹ erzeugt.









































































































































7 - 9 Vorbemerkung (Joseph Vogl)
11 - 27 Funktionale Entdifferenzierung (Joseph Vogl)
29 - 67 Ökonomie und Regierung (Joseph Vogl)
69 - 105 Die seigniorale Macht (Joseph Vogl)
107 - 142 Apotheose der Finanz (Joseph Vogl)
143 - 199 Vierte Gewalt (Joseph Vogl)
201 - 251 Souveränitätsreserven (Joseph Vogl)
253 - 291 Anmerkungen (Joseph Vogl)
293 - 319 Literaturverzeichnis (Joseph Vogl)




»Wer ist der Souverän im modernen Staat? Indem er detektivisch den historischen Voraussetzungen der aktuellen Finanz- und Haushaltskrisen und dem Zusammenspiel von Finanzmärkten und Regierungshandeln nachspürt, gibt Joseph Vogl eine politisch brisante Antwort.« Jury »Preis der Leipziger Buchmesse«





»Ein ebenso kühner wie kluger Traktat zur politischen Ökonomie ... Ein heftiger Streit über diesen Essay wäre hoch willkommen, er wäre ein Streit über das Selbstbild des Westens, die Verteidigung von Ausnahmezuständen und die Möglichkeiten, mit fiskalischer Verzweiflung zu leben.« Jens Bisky, Süddeutsche Zeitung





»Eine profunde kleine Theoriegeschichte der Allianzen von Staat und Finanzmarkt ... ›Der Souveränitätseffekt‹ analysiert eine Macht, die im Kern demokratischer Wirtschaftsgesellschaften entsteht, eine Macht, von der Angela Merkel gerne behauptet, dass sie ›alternativlos‹ sei. Bevor wir das akzeptieren, müssen wir aber überhaupt erst verstehen, worauf wir uns eingelassen haben. Dabei leistet Joseph Vogls Buch unschätzbare Dienste.« Birger P. Priddat, Der Tagesspiegel





»Gewinnbringende Wirtschaftsgeschichte.« Thorsten Giersch, Handelsblatt.com





»Vogls Buch ist ein wohl durchdachter Debattenbeitrag und eine intellektuelle Freude in einer Zeit des Schwarz-Weiß-Zeichnens.« Regina Krieger, Handelsblatt





»Gut für den Griechenland-Urlaub.« Frankfurter Rundschau





»Ein Buch von hoher Brisanz.« DIE ZEIT





»Die Theoretisierung der ökonomisch grundierten politischen Verfasstheit der Gegenwart braucht die analytische und denkgeschichtliche Tiefenschärfe von Denkern wie Vogl.« Manuel Bauer, Literaturkritik.de





»Vogls ›historisch-spekulativer Versuch‹, wie er seinen eigenen Text nennt, muss im Frühjahr 2015 als das ökonomische Buch der Stunde gelten.« literaturkritik.de





»Indem er die Geschichte und Vorgeschichte der Finanzkrise der Jahre 2006 ff. als Geschichte der Singularität des modernen Finanzwesens insgesamt rekonstruiert, nutzt Joseph Vogl die Lizenz der Kulturwissenschaften, Geschichten über Geschichten zu erzählen, meisterhaft.« Dirk Baecker, Zeitschrift für Germanistik





»Wer verstehen will, was die Griechenlandkrise für das heutige Staats- und Demokratieverständnis bedeutet, der sollte dieses Buch lesen.« Daniel Binswanger, Das Magazin

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  • Artikelnummer SW9783037345597450914
  • Autor find_in_page Joseph Vogl
  • Autoreninformationen Joseph Vogl ist Professor für Neuere deutsche Literatur, Literatur-… open_in_new Mehr erfahren
  • Wasserzeichen ja
  • Verlag find_in_page Diaphanes
  • Barrierefreiheit
    • Keine Angabe: Keine Informationen zur Barrierefreiheit bereitgestellt
  • ISBN 9783037345597

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