Gehirn&Geist 5/2018 Das Ernährungs-Paradox

Warum wir essen, was wir nicht wollen

Schokoladenfreie Zone. Auf meinem Schreibtisch liegt für gewöhnlich eine Tafel Schokolade. Meine Notration fürs Nachmittagstief ist so nur einen Handgriff entfernt. Laut einer aktuellen Umfrage im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft bin ich damit keineswegs allein: 20 Prozent der Frauen und 17 Prozent der Männer essen sogar täglich Süßes. Unsere Autorin Nanette Ströbele-Benschop von der Universität Hohenheim wird hingegen bei Schokolinsen mit Erdnusskern schwach. Im Titelthema dieser Ausgabe ab S. 12 schildert die Professorin für Ernährungspsychologie anhand ihres eigenen Tagesablaufs,... alles anzeigen expand_more

Schokoladenfreie Zone. Auf meinem Schreibtisch liegt für gewöhnlich eine Tafel Schokolade. Meine Notration fürs Nachmittagstief ist so nur einen Handgriff entfernt. Laut einer aktuellen Umfrage im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft bin ich damit keineswegs allein: 20 Prozent der Frauen und 17 Prozent der Männer essen sogar täglich Süßes. Unsere Autorin Nanette Ströbele-Benschop von der Universität Hohenheim wird hingegen bei Schokolinsen mit Erdnusskern schwach. Im Titelthema dieser Ausgabe ab S. 12 schildert die Professorin für Ernährungspsychologie anhand ihres eigenen Tagesablaufs, welche Faktoren unser Essverhalten mitbestimmen – ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Verschiedene Experimente weisen darauf hin, wie sehr die Umgebung beeinflusst, was und wie viel wir essen und wie lecker wir es finden. Das macht es mitunter schwer, gute Vorsätze einzuhalten. Dabei wollen sich die meisten Menschen gesund ernähren: 92 Prozent der Deutschen halten es nach eigenen Angaben für wichtig. Manchmal nimmt dieses Streben allerdings extreme Ausmaße an: Im Namen der Gesundheit stellen einige Menschen für sich immer strengere Essensregeln auf (S. 18). Halten sie sich nicht an die eigenen Vorgaben, entwickeln sie Schuldgefühle und Selbsthass. Der US-Mediziner Steven Bratman prägte 1997 den Begriff "Orthorexia nervosa" für eine möglicherweise pathologische Fixierung auf gesundes Essen und die richtige Ernährung. Ob es sich hierbei um ein gesellschaftliches Phänomen, eine eigenständige psychische Störung oder eine Variante der Anorexie handelt, ist unklar. Die Forschung dazu steht erst am Anfang. Nanette Ströbele-Benschop rät Menschen indes, nachsichtig mit sich selbst zu sein: Es sei nicht schlimm, mal mehr zu konsumieren als geplant, weil man höflich sein oder seine Kinder zum Essen animieren will. Immerhin gibt es jeden Tag neue Chancen, wie wir unsere Umwelt mit wenig Aufwand verändern können – und damit die eigene Ernährung. Und ich? Ich habe meine Tafel Schokolade direkt in den Schrank verbannt. Viel Freude mit diesem Heft wünscht Ihnen Liesa Klotzbücher



Geistesblitze; Therapie kompakt; Hirschhausens Hirnschmalz; Ernährung: Ein Tag voller Verlockungen; Orthorexie: Ist das noch gesund?; Brandstiftung: Flammen der Frustration; Lügen: wenn die Wahrheit Pause macht; Produzieren wir kluge Dummköpfe?; Erziehung für den Führer; Tapetenwechsel für die Psyche; KI: Lernen wie ein Kind; Koma: Unsicherer Diagnose; Neuropsychiatrie; Worna erkennt man beginnende Demenz?

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