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Tausche Maisbrei gegen Steak

Kenia - Als Freiwillige im Waisenheim

Nun sitze ich im Flieger von Frankfurt auf den dunklen Kontinent und kann mich etwas zu-rücklehnen und die letzten Wochen Revue passieren lassen. Die letzten Wochen waren neben dem organisatorischen Part der Reise und auch der Vor-freude und Spannung durchzogen von Zweifeln, die mich überkamen, die jedoch keine Ge-legenheit fanden sich auszubreiten, da ich von vielen lieben Leuten enorm viel Zuspruch bekam und dies mir erheblich den Rücken stärkte. Wie sehr dieser Rückhalt, sei es von Fa-milie, Freunde, Kollegen oder sogar von völlig fremden Leuten, einem weiter bringt, ist den meisten offenbar nicht ganz klar. Mir hat es jedenfalls sehr geholfen und... alles anzeigen expand_more

Nun sitze ich im Flieger von Frankfurt auf den dunklen Kontinent und kann mich etwas zu-rücklehnen und die letzten Wochen Revue passieren lassen.

Die letzten Wochen waren neben dem organisatorischen Part der Reise und auch der Vor-freude und Spannung durchzogen von Zweifeln, die mich überkamen, die jedoch keine Ge-legenheit fanden sich auszubreiten, da ich von vielen lieben Leuten enorm viel Zuspruch bekam und dies mir erheblich den Rücken stärkte. Wie sehr dieser Rückhalt, sei es von Fa-milie, Freunde, Kollegen oder sogar von völlig fremden Leuten, einem weiter bringt, ist den meisten offenbar nicht ganz klar. Mir hat es jedenfalls sehr geholfen und nun sitz ich im Flie-ger und habe neben ganz vielen Sachspenden auch, nach dem Kassensturz der Spenden-box meines Arbeitgebers, 379,02 EUR im Gepäck, mit denen ich vor Ort mit Sicherheit ganz viel leisten kann.



Viele junge Menschen zieht es nach der Schule, der Ausbildung oder während des Studiums ins Ausland. Manche engagieren sich in diversen sozialen Projekten, packen dort an, wo es Not tut. So auch die Autorin, die nicht nur beschreibt, wie sie sich eine berufliche Auszeit ermöglichte, sondern die auch ihre Erlebnisse in diesem Bericht über ihren Freiwilligeneinsatz in Kenia in ihrem Buch festgehalten hat.



Auf geht's

Angekommen

Mzungu! Mzungu!

Chaos der Religionen

Kingston Hospital

Die Umstände im Hospital

Innerhalb der Hotelmauern

Wie viele Personen passen in einen Kombi?

Der Strand ruft

Mein „letzter“ Tag in der Klinik

"Pole Pole" (langsam langsam)

Pausen müssen erlaubt sein

Die Schulbank

Essen

Aufgescheucht

Dämonen

Die Namen

Erneuter Anfall

Schatzsuche

Machtlos

Mombasa

Von einer unruhigen Nacht

Hausfrauen

Rekrutiert

Frohe Weihnachten

Was bringt wohl das neue Jahr?

Safari

Ein neues Schuljahr

Die Buchführung

Unsere Kinder

Religionsunterricht

Das Land der tausend Hügel

Das ist nun mal Kenia

Kinderkrankheiten

Tiwi Beach

Ein Mädel für ein paar Ziegen

Geburtsurkunden

Erwischt

Wie war das noch mal mit den Geburtsurkunden?

Endlich neue Betten

Der Exorzist?



Sarah Fester, Jahrgang 1982, stammt aus Sachsen-Anhalt und wuchs auf dem Lande auf. Nach Abschluss der Ausbildung in einem Rechtsanwaltsbüro zog sie nach Hamburg. Dort jongliert sie nun seit einigen Jahren in einer Wirtschaftskanzlei als Rechtsfachwirtin mit Zahlen und Paragrafen.

Den Hamburger Slogan "Das Tor zur Welt" nahm sie wörtlich. Zum nötigen Ausgleich zu den langen Bürotagen zieht es sie immer wieder in die Natur, aber der Traum von einem längeren und sinnvollen Aufenthalt in einem fremden Land ließ sich erst später verwirklichen. Sie hat starkes Interesse an fremden Ländern und hat das das Reisen auf eigene Faust für sich entdeckt. So kann sie sich ohne starren Zeitplan durch die Zeit, die Kulturen und die Begegnungen mit den Menschen treiben lassen.

Den Wunsch, eine sinnvolle Tätigkeit in Richtung Entwicklungshilfe zu leisten, hegte sie bereits seit einigen Jahren. Hier also endlich umgesetzt in Form ihres Buches.



Als mir ein kleiner Junge auffällt, dem ständig die Hose bis zum Boden rutscht, hole ich Nähzeug, um diese etwas enger zu nähen. Auf einmal halten mir die anderen Kinder ihre Sachen unter die Nase und zeigen mir die Löcher, die sie auch noch geflickt haben möchten. Ob ich auch deren Schuluniformen nähen kann, die mittlerweile total zerfetzt sind, werde ich gefragt. Beim Nähen starren mir die Kinder so sehr auf die Hände, dass ich aufpassen muss, sie nicht zu stechen. Ich schaffe nur zwei Hosen, dann ist es bereits dunkel und ich kann nix mehr sehen.



Der Priester kommt sofort auf uns zu und stellt sich uns vor. Einige Leute beten. Aber keinesfalls so, wie wir das aus Deutschland kennen. Vielmehr schreien sie ihre Gebete in Richtung Himmel. Es wird gesungen und zu afrikanischen Klängen getanzt, bevor der Pfarrer mit seiner – zum Glück englischsprachigen – Predigt anfängt, die zwei Stunden dauert. Danach ging es noch vier Stunden weiter. Ich bin mir nicht mehr sicher, wo ich hier tatsächlich gelandet bin. Es ist mir alles zu laut, zu emotional und ich habe den Eindruck, dass sich die Leute in eine Art Trancezustand beten, singen und tanzen. Eine Frau kippt um, ein Herr wälzt sich auf dem Boden. Ich erlebe eine Zeremonie, die mir etwas unbehaglich ist und möchte nach mittlerweile sechs Stunden einfach nur wieder zurück ins Heim.



Jedes Kind gibt mir zur Begrüßung schüchtern die Hand! Dann versammeln sie sich alle um mich her-um und starren mich an - den ganzen Abend.

Ich fühle mich auf anhieb wohl. Von Nora, einer weiteren deutschen Freiwilli-gen, die bereits seit ei-ner Woche hier ist, werde ich dem Heimleben etwas näher gebracht. In unserem Zim-mer ist Platz für drei Betten und eine Kommode. Zwei Räume weiter befinden sich die Toilet-ten und Waschräume. Die Toiletten beste-hen aus Keramiklöchern im Boden. Fließendes Wasser gibt es nicht, aber auf dem Hof befindet sich ein Heimbrunnen. Außerdem befindet sich circa 100 Me-ter vom Heim entfernt ein weite-rer Brunnen, aus dem wir Wasser holen können, welches wir jedoch bezahlen müssen. Strom gibt es ebenfalls nicht. Seit Monaten warten wir darauf, dass eine entsprechende Leitung gelegt wird. Für Licht sorgen Kerosin-lampen. Die Kinder – insge-samt sind es circa 30 zwischen sechs und 17 Jahren – teilen sich vier Zimmer. Diese sind nach Ge-schlechtern getrennt, nicht nach Alter. Die älteren Kinder passen auf die jüngeren auf. In den Zimmern ste-hen einfache aber auch Doppelstockbetten. Teil-weise teilen sich drei Kinder ein Bett. In der Küche befindet sich eine offene Feuerstelle. Einen Abzug gibt es nicht, sodass beim Kochen die komplette Kü-che zugeräuchert wird. Ny-anja (ist Kiswahili und bedeutet Oma) lebt im Heim und kümmert sich um kleinere Be-lange, ebenso schläft hier ein Lehrer, der stellvertretende Direktor Mr. Nyambu aus Si-cherheits-gründen. Der Tag neigt sich bereits dem Ende und es wird dun-kel. Während ich gerade mit Nora mit dem Rücken an der Wand gelehnt auf dem Boden sitze, der von der Hitze am Tag noch ange-nehm warm ist, lasse ich den Trubel.



Bericht über einen Freiwilligeneinsatz in Kenia.

Manches, was uns so selbstverständlich erscheint, ist in anderen Ländern undenkbar. Was man alles nicht braucht, merkt man, wenn man es einfach nicht mehr hat und nicht vermisst.

In Likoni, einem ärmeren Stadtteil der kenianischen Küstenstadt Mombasas, hat die Autorin in einem Waisenheim einige Monate lang mitgeholfen, den Alltag von 30 Waisenkindern zu erleichtern und nebenbei in einem kleinen Krankenhaus versucht, trotz mangelnder medizinischer Kenntnisse etwas Hilfe zu leisten. Eine spannende Erfahrung, die prägt, eigene Einstellungen berichtigt und einem an einem Konflikt teilhaben lässt, der scheinbar so sehr festgefahren ist zwischen Tradition und Moderne.

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