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»Du mußt nur die Laufrichtung ändern.«

Zum Werk von Hermann Kinder

»Du mußt nur die Laufrichtung ändern.«
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Kinders Werk steht für die Aporien der 1968er Generation, vom Aufbruch aus verkrusteten gesellschaftlichen Strukturen über den Weg durch die sog. "Instanzen" bis hin zu Alter und körperlichem Verfall. Hermann Kinder hat die Aporien der 1968er Generation so umfassend und gültig dargestellt, wie wenig andere Autoren der Nachkriegsliteratur: von der Schilderung des Aufbruchs dieser Generation aus verkrusteten gesellschaftlichen Strukturen über ihren Weg durch die sog. "Instanzen" bis hin zu Alter und körperlichem Verfall. Die Kritik hat Kinders Werk wiederholt zu würdigen gewusst: Selten sei ein Generationengefühl »so präzise und... alles anzeigen expand_more

Kinders Werk steht für die Aporien der 1968er Generation, vom Aufbruch aus verkrusteten gesellschaftlichen Strukturen über den Weg durch die sog. "Instanzen" bis hin zu Alter und körperlichem Verfall.



Hermann Kinder hat die Aporien der 1968er Generation so umfassend und gültig dargestellt, wie wenig andere Autoren der Nachkriegsliteratur: von der Schilderung des Aufbruchs dieser Generation aus verkrusteten gesellschaftlichen Strukturen über ihren Weg durch die sog. "Instanzen" bis hin zu Alter und körperlichem Verfall. Die Kritik hat Kinders Werk wiederholt zu würdigen gewusst: Selten sei ein Generationengefühl »so präzise und grimmig komisch« beschrieben worden, wie von diesem »ungemein klugen und skrupulösen Erzähler«, so Hilmar Klute. Aleida Assmann wiederum würdigt die »Autorität eines Kenners, der ohne Mätzchen, Schnörkel, Effekte und andere Selbstvergrößerungstechniken auskam.«

Trotz seiner erzählerischen Qualitäten war Kinder Zeit seines Lebens ein vom Betrieb marginalisierter Autor. Gerade seine Randständigkeit macht ihn indes zu einem der spannendsten "Fälle" für eine Sozial- und Literaturgeschichte verbindende Perspektive. Seine weitgehend prekäre Rezeptionsgeschichte zeigt viel über das Funktionieren des literaturkritischen wie literaturwissenschaftlichen Betriebes der Bundesrepublik seit den 1970er Jahren (bzw. gesamtdeutsch seit 1990). Der Sammelband untersucht systematisch sowohl die Rezeptionsgeschichte als auch sämtliche Werkphasen dieses "halbvergessenen" Autors.



Christof Hamann, geb. 1966 in Überlingen am Bodensee, ist Schriftsteller und Professor für Literaturwissenschaft an der Universität zu Köln.

Veröffentlichungen u.a.: Institutionen der Pädagogik. Studien zur Kultur- und Mediengeschichte ihrer ästhetischen Formierungen (Mithg., 2016); Zwischen Normativität und Normalität. Zur diskursiven Position der ›Mitte‹ in populären Zeitschriften nach 1848 (2014); Nur ein Schritt bis zu den Vögeln. Roman (2012).



Christoph Jürgensen, geb. 1972, ist Akademischer Oberrat a.Z. für Allgemeine Literaturwissenschaft / Neuere deutsche Literaturgeschichte an der Universität Wuppertal.

Veröffentlichungen u.a.: Younger than yesterday – 1967 als Schaltjahr des Pop (Mithg., 2017); Schnitzler Handbuch. Leben – Werk – Wirkung (Mithg., 2014).



Antonius Weixler, geb. 1978, ist Lehrkraft für besondere Aufgaben an der Bergischen Universität Wuppertal. Letzte Buchpublikation: Alltag erzählen. Narrative Dimensionen des Gewöhnlichen. (Mithg., 2025)

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