Nordlicht über Palmen

Wissenschaftlich-fantastische Erzählung

Eine US-amerikanische Millionärsfamilie will auf dem Flug nach Stockholm den Nordpol überfliegen, gerät aber in ein Unwetter, hat einen Motorschaden und muss kurz vorm Nordpol notlanden. Nicht etwa im ewigen Eis, sondern auf einer mittels Atomsonnen freigeschmolzenen sowjetischen Insel mit subtropischem Klima und üppiger Vegetation. Roboter schürfen wertvolle Erze und verarbeiten sie in automatischen Fabriken. Sie werden freundlich empfangen. Man zeigt ihnen bereitwillig alle technischen Anlagen und repariert das Flugzeug. Da fallen die beiden Klimaroboter aus und die Insel steht kurz davor, wieder vollständig zu vereisen. An einen Sabotageakt von militanten Klimaschützern dachte der... alles anzeigen expand_more
Eine US-amerikanische Millionärsfamilie will auf dem Flug nach Stockholm den Nordpol überfliegen, gerät aber in ein Unwetter, hat einen Motorschaden und muss kurz vorm Nordpol notlanden. Nicht etwa im ewigen Eis, sondern auf einer mittels Atomsonnen freigeschmolzenen sowjetischen Insel mit subtropischem Klima und üppiger Vegetation. Roboter schürfen wertvolle Erze und verarbeiten sie in automatischen Fabriken. Sie werden freundlich empfangen. Man zeigt ihnen bereitwillig alle technischen Anlagen und repariert das Flugzeug. Da fallen die beiden Klimaroboter aus und die Insel steht kurz davor, wieder vollständig zu vereisen. An einen Sabotageakt von militanten Klimaschützern dachte der Autor 1957 noch nicht wie auch nicht an die verheerenden Folgen für Klima und Umwelt. Aus heutiger Sicht ist die Zukunftsvision des Autors unvorstellbar, so dass man das spannende Buch nicht unkritisch lesen wird.

Eine US-amerikanische Millionärsfamilie will auf dem Flug nach Stockholm den Nordpol überfliegen, gerät aber in ein Unwetter, hat einen Motorschaden und muss kurz vorm Nordpol notlanden. Nicht etwa im ewigen Eis, sondern auf einer mittels Atomsonnen freigeschmolzenen sowjetischen Insel mit subtropischem Klima und üppiger Vegetation. Roboter ...

Lando lächelte gezwungen. „Sie werden Verständnis für meine Lage haben. Gerade Sie müssen es …!“ „Tut mir leid, mein Lieber“, entgegnete Edward. „Mit solchen :Dingen will ich nichts zu tun haben.“ „Überlegen Sie sich das gut!“ „Ich habe nur noch zu überlegen, ob ich dieses Gespräch vergessen oder ob ich Mr. Rostowski davon unterrichten soll.“ „Nun gut, dann werde ich mit Ihnen deutlicher sprechen.“ Lahdos Gesicht verzerrte sich, es zeigte den Ausdruck äußerster Entschlossenheit. „Ich habe den Auftrag, die weitere Erzförderung auf der Insel zu verhindern. Sie ist gefährlicher, als Sie denken, … für Sie, Mr. Taylor“, fügte Lando hinzu, und ein zynisches Lächeln glitt über seine Züge, „Seit Monaten versuche ich, mich dieses verdammten Auftrages zu entledigen. Es gibt für mich aber nur eine Flucht durch die Sowjetunion. Und auf diesem Wege würde ich nicht weit kommen. Ich kenne den Sicherheitsdienst der Sowjets und vermute, dass sie schon auf meiner Spur sind. Es geht jetzt um mein Leben. Sie werden mir helfen!“ „Nein! Sehen Sie zu, wie Sie aus dem Geschäft herauskommen, in das Sie sich eingelassen haben.“ Edward erhob sich, die Unterredung war für ihn beendet. Lando sprang hoch. Auf seiner Stirn standen Schweißtropfen. „Eine einzige Chance bietet mir der Zufall, Herr: Ihr Flugzeug! In ein paar Stunden kann ich im Ausland sein. Und was nach dem Start hier geschieht, das geht weder Sie noch mich etwas an. Man wird selbstverständlich annehmen, dass ich mit der Insel zugrunde gegangen sei. Damit wäre der Fall erledigt.“ „Nein!“ Lando trat dicht an Edward heran. Sein Kinn zitterte. „Nein? Nein haben Sie gesagt? Dann passen Sie einmal gut auf! Ich habe mein Leben aufs Spiel gesetzt … das ist meine Sache. Die letzte Chance, es zu retten, nehmen Sie mir – und das ist Ihre Sache. Aber wenn ich mein Leben schon verlieren soll … durch Ihren Starrsinn … dann nicht allein … dann werden Sie mit zum Teufel gehen!“ Sein Blick richtete sich auf den Atommeiler. „Entweder Sie helfen mi r… oder diese Insel verschwindet mit allem, was auf ihr lebt … auch mit Ihnen … und Ihren Eltern. Rechnen Sie nicht damit, an dieser Wahl vorbeizukommen. Also: wählen Sie!“ Grauen lähmte Edward und nahm ihm fast die Besinnung. Lando stand unbeweglich am Tisch. Seine Finger klopften auf die Platte, als zählten sie die Sekunden. Unheimlich glomm sein Blick in den tiefen Augenhöhlen. Er hatte seine letzte Karte ausgespielt. „Nun, gewählt?“ Edward sah wieder alles klar, die beiden Roboterschränke, die Leuchttafeln, die weite Halle und vor sich diesen Menschen, diesen … Maßlose Wut packte ihn. „Sie Schuft, Sie elender Schuft!“, schrie er und stürzte sich auf Lando. Der wich dem Angriff gewandt aus und zog einen Revolver hervor. „Nein, mein Freund, so nicht!“ Der Anblick der Waffe steigerte Edwards Wut, und er drang von Neuem auf den anderen ein. Lando war mit einem Satz bei den Robotern. In Sekundenschnelle hatte er einige Schalthebel niedergerissen. Bläuliche Blitze zuckten auf, ein grässliches Schrammen war zu hören. Edward umklammerte die Arme des Mechanikers. Doch Lando konnte sich frei machen. Er hob den Revolver, um dessen Knauf auf Edwards Kopf niedersausen zu lassen. Er verfehlte indes sein Ziel, streifte aber Edwards linke Schulter. Trotz des stechenden Schmerzes gelang es Edward, Lando die Waffe aus der Hand zu schlagen. Polternd fiel sie auf den Fliesenboden. In diesem Moment wurden die keuchenden Männer mit harten Griffen voneinander getrennt, Edward fühlte seine Hände auf dem Rücken festgehalten. Der Schmerz in der verwundeten Schulter ließ ihn taumeln. Da hörte er Lando russische Worte sagen. Er verstand den Ausdruck „Sabotage“.

Geboren am 5. Juli 1905 in Berlin, gestorben am 14. April 1990 in Berlin Sein Entwicklungsgang wurde durch die Folgen der Inflation beeinflusst. Er musste das Ingenieurstudium aufgeben und arbeitete zunächst als Monteur für Hochspannungstechnik. Gleichzeitig schrieb er mit Erfolg Kurzgeschichten. Seine ersten Romane dagegen wurden abgelehnt, weil er sich weigerte, die sozialkritische Aussage nach den Wünschen der Verlage zu verändern. Jahrelang war Günther Krupkat beim Funk als Leiter der Pressepropaganda tätig, bis die Faschisten ihn, den kommunistischen Betriebsratsvorsitzenden, verdrängten. Illegale Arbeit, auch nach seiner Einberufung zum Kriegsdienst, und schließlich Desertion runden das Bild des antifaschistischen Kämpfers ab. Nach Kriegsende war er zunächst stellvertretender Pressechef im Berliner Polizeipräsidium, danach Chefredakteur einer Zeitschrift für den demokratischen Staatsaufbau. Erst zehn Jahre später konnte er sich wieder der literarischen Arbeit zuwenden. Die nun in rascher Folge erscheinenden Erzählungen, Schauspiele, Fernsehspiele und Romane machten ihn einem großen Leserkreis bekannt. Bibliografie (Auszüge) Erzählungen 1956: ''Gefangene des ewigen Kreises'' (Das neue Abenteuer Nr. 86) 1957: ''Kobalt 60'' (Das neue Abenteuer Nr. 114) 1957: ''Nordlicht über Palmen'' (Kleine Jugendreihe Nr. 4/57) 1969: ''Insel der Angst'' (erschienen in der Anthologie ''Das Molekular Cafe'' beim Verlag Das Neue Berlin) 1974: ''Das Duell'' (erschienen in der Anthologie ''Das Raumschiff'' beim Verlag Neues Leben) 1975: ''Bazillus phantastikus'' (erschienen in der Anthologie ''Der Mann vom Anti'' beim Verlag Das Neue Berlin) 1975: ''Der Mann vom Anti'' (erschienen in der gleichnamigen Anthologie beim Verlag Das Neue Berlin) Romane 1956: ''Die Unsichtbaren'', Verlag Volk und Welt und Gelbe Reihe 1957: ''Das Schiff der Verlorenen'' (Titanic-Roman) 1958: ''Das Gesicht'' (1962 auch Fernsehspiel) 1960: ''Die große Grenze'', Das Neue Berlin 1963: ''Als die Götter starben'', Das Neue Berlin 1968: ''Nabou'', Das Neue Berlin weniger anzeigen expand_less
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  • SW9783965211438458270.1
  • Artikelnummer SW9783965211438458270.1
  • Autor Günther Krupkat
  • Verlag EDITION digital
  • Seitenzahl 80
  • Veröffentlichung 22.07.2019
  • ISBN 9783965211438

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