Die Abwärtsspirale
Formen, Paradoxien, Störungen des Sportjournalismus und Wege aus seinem Krisenmodus
Ist Sportjournalismus tatsächlich so einfältig, wie es ihm oftmals vorgeworfen wird? Sind Sportjournalisten keine seriösen Reporter, sondern nur Fans, die es über die Absperrbande geschafft haben und ihre Idole anhimmeln? Ist Sportjournalismus minderwertiger Journalismus?
Die Genese des Sportjournalismus ist aus wirtschaftlicher und publizistischer Hinsicht einzigartig. Dieses Buch zeigt, welche spezifischen journalistischen Handlungs- und Verhaltensmuster sowie Herausforderungen, Probleme und Paradoxien aus diesem Ursprung entstehen.
Um dies nachweisen zu können, wird in der vorliegenden Monografie zu diesem Themenfeld erstmals ein theoretischer Rahmen gewählt, der die wirtschaftlichen und publizistischen Besonderheiten herausarbeitet und viele Spezifika des Sportjournalismus nicht nur verdeutlicht, sondern auf seine Grundmuster und Genese zurückführen kann.
Fundiert durch eine wirtschaftshistorische Betrachtung des Sportjournalismus wird aus wirtschaftlich-publizistischer Perspektive aufgezeigt, dass der Sportjournalismus in seiner heutigen Erscheinung in starke Bedrängnis geraten ist. Zahlreiche Top-Experten und -Expertinnen beschreiben in Tiefeninterviews die schwerwiegenden Probleme, Paradoxien und Formen des Sportjournalismus. Im vorliegenden Buch werden diese Probleme als Herausforderungen für die Zukunft verstanden. Daher werden mögliche Lösungsmuster entwickelt, die abschließend in eine systematische Form gebracht werden und zahlreiche Wege aus der Abwärtsspirale des Sportjournalismus eröffnen.
In der Studie werden damit die spezifischen Formen, Paradoxien und Störungen des Sportjournalismus seit seiner Entstehung in Deutschland herausgearbeitet und mögliche Wege aus seiner in Teilen existenziellen Krise angeboten.
Christoph Bertling, geb. 1974, arbeitet seit mehreren Jahrzehnten in leitender Funktion am Institut für Kommunikations- und Medienforschung (IKM), u.a. als Studiengangsleiter und Privatdozent des B.A. Sportjournalismus und des M.A. Sport, Medien- und Kommunikationsforschung, an der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS). Als Strategie- und Kommunikationsberater ist er seit zwei Jahrzehnten für zahlreiche Top-Sportorganisationen und Medienunternehmen weltweit aktiv. Als Sportjournalist arbeitete er über ein Jahrzehnt als Reporter für zahlreiche Medien; u.a. Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Deutsche Welle, Spiegel-Verlag. In seiner Promotion sowie in zahlreichen nationalen und internationalen Veröffentlichungen beschäftigte er sich in den vergangenen Jahrzehnten mit dem komplexen Verhältnis von Sport, Medien und Journalismus.
Vorwort
1. Einleitung
1.1 Ausgangslage
1.2 Erkenntnisinteresse
1.3 Theoretische Rahmung
1.4 Forschungsstand
1.5 Definitorische Einordnungen
1.6 Vorgehensweise
2. Sportjournalismus: Vielfältiger Dienstleister einer offenen Gesellschaft
2.1 Einleitung
2.2 Klassische Funktionszuschreibung des Journalismus
2.3 Kritische Einordnung des klassischen Journalismus
2.4 Journalismus als medienökonomische Dienstleistung
2.5 Kritische Einordnung und Erweiterung des Journalismus als medienökonomische Dienstleistung
2.6 Die besondere Relevanz der Zuschreibung des Sportjournalismus als medienökonomische Dienstleistung
2.7 Resümee
3. Wirtschaftshistorische Entstehungsgeschichte des Sport-Medien-Komplexes
3.1 Einleitung
3.2 Frühe Politik-, Wirtschafts- und Sportberichterstattung
3.3 Sport als neues, modernes Körper- und Bewegungskonzept
3.4 Die moderne Sportberichterstattung in Deutschland
3.5 Resümee
4. Wirtschaftshistorische Veränderungen im Sport-Medien-Komplex in der Weimarer Republik
4.1 Einleitung
4.2 Internationale Einflüsse auf die Sportberichterstattung
4.3 Der Printsektor der Sportberichterstattung
4.4 Der Radiosektor der Sportberichterstattung
4.5 Resümee
5. Wirtschaftshistorische Veränderungen im Sport-Medien-Komplex in der frühen Bundesrepublik Deutschland
5.1 Einleitung
5.2 Die Entwicklung des Printsektors
5.3 Die Entwicklung des auditiven Sektors
5.4 Die Entwicklung des audiovisuellen Sektors
5.5 Resümee
6. Wirtschaftshistorische Veränderungen im Sport-Medien-Komplex in der späten Bundesrepublik Deutschland
6.1 Einleitung
6.2 Veränderungen durch die Kommerzialisierung
6.3 Veränderungen durch Digitalisierung und Internationalisierung
6.4 Resümee
7. Neue Akteurskonstellationen und Konfigurationen im Sport-Medien-Komplex
7.1 Einleitung
7.2 Das Property-Rights-Paradigma
7.3 Auflösungserscheinungen des Sportjournalismus
7.4 Resümee
8. Choices without Rules: Grauzonen, Grenzüberschreitungen und Kontrollverluste
8.1 Einleitung
8.2 Akteurs-Konstellationen, Informationsasymmetrien und moralische Risiken
8.3 Das Prinzipal*innen-Agent*innen-Dilemma im Sportjournalismus
8.4 Lösungsansätze
8.5 Resümee
9. Choices within Rules: Verfassungsökonomische Grundüberlegungen zum Sportjournalismus
9.1 Einleitung
9.2 Medienethische Ansätze
9.3 Medienethik als Wirtschaftsethik
9.4 Stakeholder-Management
9.5 Qualitätsmanagement
9.6 Resümee
10. Expert*innen zu Entwicklung, Status Quo und Wandel des Sportjournalismus
10.1Einleitung
10.2Theoriegeleitete zentrale Annahmen
10.3Methodik
10.4Expert*innenauswahl
10.5Datenverarbeitung und -auswertung
10.6Zentrale Ergebnisse
10.7Resümee
11.Gesamtüberblick, Erkenntnisse, Forschungsprogramme
Literaturverzeichnis
Versandkostenfreie Lieferung! (eBook-Download)
Als Sofort-Download verfügbar
- Artikel-Nr.: SW9783869627380110164
- Artikelnummer SW9783869627380110164
-
Autor
Christoph Bertling
- Verlag Herbert von Halem Verlag
- Seitenzahl 324
- Veröffentlichung 15.04.2026
- Barrierefreiheit
- ISBN 9783869627380