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Sichtbarkeitskämpfe

Die Rolle von Augenzeugenvideos während der Gelbwesten-Proteste

Sichtbarkeitskämpfe
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Mit der digitalen Medienrevolution ist mediale Sichtbarkeit zu einem zentralen Mittel der Konfliktaustragung geworden – und dadurch selbst so umkämpft wie nie. Ganz entscheidend hierbei: Augenzeugenvideos, mit denen Amateure auf Social Media Gegensichtbarkeit zu den Bildern der professionellen Berichterstattung erzeugen. Am Beispiel der französischen Gelbwesten-Proteste fragt dieses Buch deshalb nach den heutigen Bedingungen und Praktiken medialer Augenzeugenschaft. Zu diesem Zweck rekonstruiert es das vehemente Ringen um die Darstellung einzelner Protestereignisse: Welche Strategien und Ressourcen setzten staatliche Akteure, Aktivisten und professionelle... alles anzeigen expand_more

Mit der digitalen Medienrevolution ist mediale Sichtbarkeit zu einem zentralen Mittel der Konfliktaustragung geworden – und dadurch selbst so umkämpft wie nie. Ganz entscheidend hierbei: Augenzeugenvideos, mit denen Amateure auf Social Media Gegensichtbarkeit zu den Bildern der professionellen Berichterstattung erzeugen.





Am Beispiel der französischen Gelbwesten-Proteste fragt dieses Buch deshalb nach den heutigen Bedingungen und Praktiken medialer Augenzeugenschaft. Zu diesem Zweck rekonstruiert es das vehemente Ringen um die Darstellung einzelner Protestereignisse: Welche Strategien und Ressourcen setzten staatliche Akteure, Aktivisten und professionelle Journalisten ein? Hatten sie damit Erfolg? Auf der Basis der gewonnenen Erkenntnisse entsteht ein neues Modell für die Analyse jener "Sichtbarkeitskämpfe", aus denen die mediale Sichtbarkeit heutiger politischer Konflikte hervorgeht.



Dr. Lara Luttenschlager, Jahrgang 1992, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medienwissenschaft der Eberhard Karls Universität Tübingen. In Tübingen absolvierte sie zunächst ein Bachelorstudium der Medienwissenschaft, Politikwissenschaft und Sinologie und war mehrere Jahre als Redaktionsassistentin und Dolmetscherin bei den Französischen Filmtagen Tübingen/Stuttgart tätig. Es folgte ein Masterstudium der Internationalen Studien/Friedens- und Konfliktforschung an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Parallel dazu arbeitete sie als wissenschaftliche Hilfskraft am PRIF Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung im Projekt Norm-Linkage als Legitimitätspolitik: Die Interaktion von Schutz- und Strafverfolgungsnormen in Debatten über humanitäre Kriseninterventionen. Im Anschluss promovierte sie bei Prof. Dr. Bernhard Pörksen zum Einfluss von Augenzeugenvideos im Internet auf die mediale Sichtbarkeit von sozialen Konflikten und auf journalistische Praktiken. Zu ihren zentralen Themengebieten und Forschungsinteressen gehören: Media Witnessing, Medienaktivismus, visuelle Kommunikation sowie Veränderungen in Journalismus und Gesellschaft durch die Digitalisierung.



1. Einleitung



Teil I: Grundlagen



2. Die Gelbwesten – Konturen einer Protestbewegung

2.1 Entstehung und Zusammensetzung

2.2 Forderungen

2.3 Protestformen: Netzförmigkeit und Repräsentationsverweigerung

2.4 Reaktionen der Politik: Repression und »Große Nationale Debatte«



3. Forschungsstand

3.1 Sichtbarkeit und ihre Ambivalenzen

3.3 Augenzeugenschaft als Schlüsselprinzip medialer Sichtbarkeitskonstruktion

3.4 Bedingungen der Augenzeugenschaft im digitalen Zeitalter

3.5 Begründung des eigenen Ansatzes



4. Theoretischer Ansatz

4.1 Grundbegriffe der Bourdieu'schen Feldtheorie

4.2 Ereigniskonstruktion im Feld der medialen Augenzeugenschaft

4.3 Revolutionen und Übergriffe: Dynamiken des Wandels in Feldern

4.4 Mediale Sichtbarkeit als Frage des Framings



5. Methodisches Vorgehen

5.1 Forschungsfragen

5.2 Method(olog)ische Herausforderungen einer Bourdieu'schen Feldanalyse

5.3 Grounded Theory als reflexiver Verfahrensrahmen

5.4 Theoretical Sampling als Strategie der Fallauswahl

5.5 Materialrecherche und -erhebung

5.6 Fallanalyse und -vergleich: Codieren mit der Grounded Theory

5.7 Die Rolle theoretischen Vorwissens

5.8 Grounded Theory und die Gütekriterien qualitativer Forschung

5.9 Zur Präsentation der Ergebnisse



Teil II: Analyse



6. ZEIGEN: Die aktive Herstellung von Sichtbarkeit

6.1 Kampf um die Darstellung der Bewegung

6.2 Kampf um die Darstellung der Polizei

6.3 Exkurs: Plattformen als intervenierender Faktor



7. VERSCHLEIERN: Das Ringen um Unsichtbarkeit

7.1 Staatliche Bilderkontrolle

7.2 Polizeiliche Versuche des Sichtbarkeitsmanagements



8. DEUTEN: Sichtbarkeitskämpfe als Deutungskämpfe

8.1 Amateurvideos als Objekt des Deutungskampfs

8.2 Amateurvideos als Ressource journalistischer Beweisführung



9. FÄLSCHEN: Diffamierende Fakes

9.1 Gefälschte Amateurvideos als Skandalisierungsinstrumente

9.2 Regierungs-Fake-News als Skandalisierungsinstrumente



10.REGULIEREN UND NORMIEREN: Kämpfe um Regeln, Normen und Routinen der Augenzeugenschaft

10.1 Aktivistische Normierungsversuche

10.2 Staatliche Regulierungsversuche



11. Resümee: Das neue Feld der medialen Augenzeugenschaft

12. Ausblick

13. Quellenverzeichnis

14. Abbildungsverzeichnis

15. Anhang

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