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Der Kampf um die Presse- und Medienfreiheit

Journalistinnen und Journalisten als Wegbereiter der Meinungsfreiheit und Demokratie

Der Kampf um die Presse- und Medienfreiheit
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Die Medien- und Meinungsfreiheit sind zentrale Elemente demokratischer Gesellschaften – doch ihre Verankerung in den Verfassungen war nie selbstverständlich. Sie sind das Ergebnis jahrhundertelanger Auseinandersetzungen, in denen Journalisten, Publizisten und andere Akteure immer wieder gegen Verfolgung, Zensur und politische Restriktionen antraten. Ihre Interventionen prägten nicht nur die Journalismus- und Mediengeschichte, sondern auch das Verständnis von Öffentlichkeit und Rechtsstaatlichkeit. Dieses Studienbuch bietet einen Überblick über mehr als drei Jahrhunderte journalistischer Rollenfindung. Die Herausgeber Michael Haller und Walter... alles anzeigen expand_more

Die Medien- und Meinungsfreiheit sind zentrale Elemente demokratischer Gesellschaften – doch ihre Verankerung in den Verfassungen war nie selbstverständlich. Sie sind das Ergebnis jahrhundertelanger Auseinandersetzungen, in denen Journalisten, Publizisten und andere Akteure immer wieder gegen Verfolgung, Zensur und politische Restriktionen antraten. Ihre Interventionen prägten nicht nur die Journalismus- und Mediengeschichte, sondern auch das Verständnis von Öffentlichkeit und Rechtsstaatlichkeit.



Dieses Studienbuch bietet einen Überblick über mehr als drei Jahrhunderte journalistischer Rollenfindung. Die Herausgeber Michael Haller und Walter Hömberg bündeln darin Beiträge führender Stimmen aus der Journalismusforschung, die zentrale Etappen, Konfliktlinien und Umbrüche der Medien- und Pressegeschichte verständlich und zugleich wissenschaftlich fundiert darstellen. Neben allgemeinen historischen Entwicklungen nehmen die Texte exemplarische Ereignisse, Debatten und Skandale in den Blick, die den Wandel publizistischer Praktiken bis hinein in die digitale Mediengesellschaft sichtbar machen.



Anschauliche Porträts herausragender Journalistinnen und Journalisten – von Daniel Defoe, Heinrich Heine, Aleksander Puschkin und Karl Marx über Louise Otto, Hedwig Dohm, Nellie Bly, Egon Erwin Kisch und Carl von Ossietzky bis zu Joseph Roth, Erich Schairer, Martha Gellhorn, Rudolf Augstein, Günter Gaus und vielen weiteren – verdeutlichen die intellektuellen und politischen Kämpfe, in deren Verlauf sich der moderne Journalismus ausformen konnte.



Für Studierende und Lehrende der Journalistik, Kommunikations- und Medienwissenschaft, Publizistik und Gesellschaftsgeschichte sowie angrenzender Disziplinen bietet der Band eine verlässliche, gut strukturierte Einführung in zentrale Traditionslinien, Akteurskonstellationen und normative Grundlagen der Pressefreiheit bis ins Zeitalter der Onlinemedien. Und er zeigt, warum unabhängiger Journalismus bis heute unverzichtbar für jede offene Gesellschaft ist.



Mit Beiträgen von Pierre Albert, Stefan Aust, Susanna Böhme-Kuby, Holger Böning, Roger Blum, Fabian Burstein, Tobias Eberwein, Sace Elizabeth Elder, Otto Werner Förster, Christiane E. Fricke, Günter Giesenfeld, F. Elizabeth Gray, Mathias Grunert, Hannes Haas, Jan-Christoph Hauschild, Andreas Hutter, Christian Klenk, Ursula E. Koch, Andrzej Krajewski, Knud Krakau, Haug Von Kuenheim, Juliana Lofink, Kai Lückemeier, Günter Müchler, Horst Pöttker, Manfred Redelfs, Gunter Reus, Eckart Roloff, Thomas Schuler, Earl H. Smith, Michael Sontheimer, Rudolf Stöber, Martina Thiele, Irmtraud Ubbens, Martin Völkel, Hans-Ulrich Wagner, Martin Wagner, Bernd Jürgen Warneken, Andrea Weil, Dieter Wild, Jürgen Wilke und Ulla Wischermann.



Michael Haller, Prof. Dr., hatte bis zu seiner Emeritierung 2010 den Lehrstuhl Journalistik an der Universität Leipzig inne. Seither leitet er das gemeinnützige Europäische Institut für Journalismus- und Kommunikationsforschung (vormals IPJ). Er ist Gründungsherausgeber von Message, einer Quartalszeitschrift für Journalismus (von 1999 bis 2014). Sein Forschungsschwerpunkt: Funktion und Funktionswandel des Journalismus in demokratischen Gesellschaften. Seine Lehrbücher über journalistische Verfahren und Methoden haben für die Medienpraxis und Journalistenausbildung Standards gesetzt.



Walter Hömberg, Prof. Dr., schloss sein Studium geistes- und sozialwissenschaftlicher Fächer mit einer Dissertation zur literarischen Publizistik im Vormärz ab. Nach Tätigkeiten für Presse und Rundfunk war er Professor für Kommunikationswissenschaft und Journalistik, zunächst an der Universität Bamberg, dann an der Universität Eichstätt. Zwei Jahrzehnte lehrte er auch als Gastprofessor an der Universität Wien. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Journalismusforschung, Kultur- und Wissenschaftskommunikation sowie Medien- und Kommunikationsgeschichte. Er hat mehrere Buchreihen und den Almanach »Marginalistik« herausgegeben.



1. Meilensteine im Kampf um Meinungs-, Presse-, Medien- und Kommunikationsfreiheit

2. Vom Nachrichten- zum Meinungsjournalismus: Das 17. und 18. Jahrhundert

2.1 Einführung

2.2 Scharf beobachtete Parlamentarier: Die öffentliche Kontrolle der Mächtigen

2.3 Der Protagonist der Pressefreiheit: Daniel Defoe

2.4 Ein ›Fehlurteil‹ mit Folgen: ›John‹ Peter Zenger

2.5 Ein Kritiker feudaler Willkür: Christian Friedrich Daniel Schubart

2.6 Der Spion des Publikums: Wilhelm Ludwig Wekhrlin

2.7 Leuchtturm an der Elbe: Der Hamburgische Correspondent

2.8 Nützliche Wahrheiten fürs Volk: Karl Philipp Moritz



3. Vom schriftstellerischen zum redaktionellen Journalismus: Das 19. Jahrhundert

3.1 Einführung

3.2 Frei sein fängt im Kopf an: Johann Gottfried Seume

3.3 Journalist und Hochverräter: Johann Wirth

3.4 »Nichts als Himmel und Särge«: Heinrich Heine

3.5 Öffentlichkeit unter Autokratie: Aleksander Sergejewitsch Puschkin

3.6 »Schmuggelhandel der Freiheit«: Karl Gutzkow

3.7 Das Volk muss aufgeweckt werden: Georg Büchner

3.8 Die Seufzer und Tränen der Sklaven: Elijah Parish Lovejoy

3.9 Die Erfindung des Interviews: kritisch nachfragen! James Gordon Bennett

3.10 Gesellschaftskritik und Kampagnenjournalismus: Karl Marx

3.11 Glockenläuten gegen die Zensur: Alexander Herzen

3.12 Britische Pionierinnen des Journalismus: Die Eroberung der Männerdomäne

3.13 »Die Freiheit ist untheilbar!«: Louise Otto

3.14 Der unbestechliche Kriegsreporter: William Howard Russell

3.15 Meldungen aus dem Draht: Technische Neuerungen des Journalismus

3.16 Mit der Hundepeitsche: Henry Morton Stanley

3.17 Eine starke Stimme für die Frauen: Hedwig Dohm

3.18 ünf Pfund für ein 13-jähriges Kind: William Thomas Stead

3.19 Die Frau, die in die Irrenanstalt ging: Nellie Bly

3.20 »J'Accuse …!« Der Fall Dreyfus: Émile Zola



4. Zwischen Expansion und politischen Restriktionen: Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts

4.1 Einführung

4.2 »Miststocherer« als Ehrentitel: Samuel S. McClure

4.3 Als Verkleideter sah er die Wirklichkeit: Max Winter

4.4 Einsatz für die Journalistenausbildung: Joseph Pulitzer

4.5 Kampf gegen die Revolverblätter: Ernst Spitz

4.6 Das Gewissen von Moabit: Paul Schlesinger

4.7 Als »rasender Reporter« in fünf Kontinenten: Egon Erwin Kisch

4.8 Wenn Richter richten: Moritz Goldstein

4.9 Mit spitzer Feder gegen den Krieg: Carl von Ossietzky

4.10 »Ich zeichne das Gesicht der Zeit«: Joseph Roth

4.11 Die authentische Sozialreporterin: Maria Leitner

4.12 Wenn die Mehrheit die Minderheiten verachtet: Jan Skala

4.13 In den Zentren der Macht: Erich Salomon

4.14 Mit der Kamera in den Kampf: Gerda Taro

4.15 Katholizismus im Untergrund: Nikolaus Groß

4.16 Unbeugsam und unbequem: Erich Schairer

4.17 »Unser Spion bei den Nazis«: Fritz Sänger

4.18 Damit sich alle Franzosen erheben: Französischer Journalismus in der Résistance

4.19 Der vergessene Chronist: Konrad Heiden

4.20 Krieg aus der Sicht der Betroffenen: Martha Gellhorn

4.21 Der Totalneutrale aus der Schweiz: Jean Rudolf von Salis

5. Vom Neuanfang zur digitalisierten Medienwelt: Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts

5.1 Einführung

5.2 Die Stunde null gut genutzt: Curt Frenzel

5.3 Als »Brutstätte antidemokratischer Hetze« diffamiert: Der Nordwestdeutsche Rundfunk

5.4 Der Ritt gen Westen: Marion Dönhoff

5.5 Der Ehrfurchtsverweigerer: Rudolf Augstein

5.6 Einen Schlag mit zehn vergelten: Jacques Derogy

5.7 »Spiegel tot, Freiheit tot«: Pressefreiheit und Spiegel-Affäre

5.8 »Hätte ich es verhindern können?«: Ronald Haeberle

5.9 »Was wusste der Präsident?«: Die Watergate-Affäre

5.10 Mit Team-Recherchen zum Erfolg: Der Mordfall Don Bolles

5.11 Die Spürnase der österreichischen Nation: Alfred Worm

5.12 Ehrlich und entlarvend: Günter Gaus (Michael Haller)

5.13 Journalisten im polnischen Untergrund: Verbotene Zeitungen im kommunistischen Polen

5.14 Mit beiden Augen: Heinz Knobloch

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