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Die Leuchte des Hathayoga
Hathayogapradîpikâ
Die Hathayogapradîpikâ – wörtlich "die Leuchte des Hathayoga" – ist das berühmteste Lehrbuch des körperorientierten Yoga. Der Yogi Svâtmârâma fasste im 15. Jahrhundert das über Jahrhunderte mündlich überlieferte Wissen seiner Tradition in vier Kapiteln ("Unterweisungen") zusammen. Sein erklärtes Ziel: Der Hathayoga ist die Leiter, auf der der Übende zum Râjayoga, der meditativen Versenkung, hinaufsteigt – Körperarbeit ist nie Selbstzweck, sondern Vorbereitung des Geistes.
Das erste Kapitel behandelt die äußeren Voraussetzungen und die Körperhaltungen (Âsana): den geeigneten Ort und Lebenswandel des Yogi, die förderliche und die schädliche Ernährung sowie die klassischen Sitzhaltungen bis hin zum Lotossitz. Schon hier zeigt sich der praktische Charakter des Textes: Svâtmârâma nennt zehn Yama und zehn Niyama (sittliche Gebote und Verhaltensregeln), warnt vor Übertreibung und betont Mäßigkeit im Essen als erstes aller Gelübde.
Das zweite Kapitel ist das Herzstück für die Atemarbeit: Prânâyâma, die Reinigung und Beherrschung des Atems. Beschrieben werden die Reinigung der Nâdîs (der feinstofflichen Leitbahnen), die sechs Reinigungshandlungen (Shatkarma) für den Körper sowie die acht Arten der Atemanhaltung (Kumbhaka) mit ihren Wirkungen und Gefahren. Der Grundgedanke: Ist der Atem unruhig, ist der Geist unruhig; wird der Atem still, wird der Geist still – "darum zügle man den Atem".
Das dritte Kapitel stellt die Mudrâs vor, die "Siegel", mit denen die im Körper geweckte Kraft (Kundalinî) gelenkt und bewahrt wird – von Mahâmudrâ über Uddîyâna, Mûlabandha und Jâlandhara bis zu Viparîtakaranî. Das vierte Kapitel führt zum Ziel: Samâdhi, die Versenkung, mit den Stufen des Nâda-Yoga, des Lauschens auf den inneren Klang, bis zum Zustand vollkommener Stille, in dem der Geist sich auflöst "wie Salz im Wasser".
Die Ausgabe folgt wortgetreu der wissenschaftlichen Erstübersetzung von Hermann Walter (München 1893) samt seiner Einleitung über Quellen, Handschriften und die physiologischen Vorstellungen der Yogis sowie allen Anmerkungen. Wer wissen will, woher moderne Atemarbeit ihre Begriffe hat – von Prânâyâma bis Kumbhaka –, findet hier die Quelle in ihrer klassischen deutschen Fassung.
Svâtmârâma war ein indischer Yogi des 15. Jahrhunderts aus der Tradition der Nâtha-Yogis. Mit der Hathayogapradîpikâ schuf er das bekannteste klassische Lehrbuch des Hathayoga. Der Übersetzer Hermann Walter (1863–1952) legte 1893 in München die erste wissenschaftliche deutsche Übersetzung vor.
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- Artikel-Nr.: SW9783985440764110164
- Artikelnummer SW9783985440764110164
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Autor
Svâtmârâma
- Mit Hermann Walter
- Verlag isid.de - media production
- Seitenzahl 96
- Barrierefreiheit
- ISBN 9783985440764
- Mit Hermann Walter