Downton Abbey in Hinterpommern

Der Erfolg der Gut Greifenau Romane von Hanna Caspian hat wohl auch den Knaur-Verlag überrascht. Aus einer Trilogie, die eigentlich mit dem Band Morgenröte abgeschlossen war, wird nun eine Serie.

Oktober 2018, Dezember 2018 und Februar 2019 - die Gut Greifenau-Saga wurde in kurzer Zeit direkt hintereinander veröffentlicht und stieß auf ein großes Echo. Knaur selbst warb für die Reihe mit „Downton Abbey in Hinterpommern“. Zwar lässt sich das einsam gelegene Gut nicht direkt mit Downtown Abbey vergleichen, die Erzählmechanismen sind aber ähnlich: Ein herrschaftliches Haus mit Tradition, eine große Familie und viele Hausangestellte, die Dynamik in die Geschichte bringen. Hinzu kommt der Erste Weltkrieg, der das Leben auf dem Gut ordentlich durcheinanderwürfelt.

Uneheliche Kinder, Dienstboten in Nöten, Töchter die gut verheiratet werden sollen und unstandesgemäße Beziehungen - es gibt auf Greifenau alles, was eine spannende Familiensaga ausmacht. Besonders viel Ortsspezifisches gibt es nicht, außer, dass das Gut durch seine Lage natürlich ziemlich isoliert liegt. So spielt sich die Handlung allein im Kosmos des Gutshauses und des dazugehörigen Dorfes ab. Das macht es aber keineswegs langweilig, denn es kommen immer wieder neue Figuren von außen hinzu.

Während viele Familiensagas sich eher auf große Zeiträume beziehen, erzählt Gut Greifenauf eher kleinschrittig. So umfasst jeder Band immer rund zwei Jahre, sodass mit - Stand jetzt - fünf Bänden der Zeitraum von 1913 bis 1923 abgedeckt wird. Erstaunlicherweise bedeutet dieses kleinschrittige Erzählen aber keineswegs Langeweile, da es viele verschiedenen Handlungsstränge gibt.

Urpsrünglich als Trilogie geplant, erzählen die ersten drei Bände vor allem vom Ende der Monarchie in Deutschland und dem langsamen Verfall des Adels. Der vierte Teil dagegen wirkt deutlich lockerer konzipiert: Die Charaktere sind alle so ausgearbeitet, dass sich die Geschichten einfach weitererzählen lassen. Nun ist nicht mehr allein Gut Greifenau Mittelpunkt der Handlung, sondern auch Berlin, wo die Grafentochter inzwischen wohnt, bildet einen zweiten großen Erzählstrang. Arbeiterrechte, die Goldenen Zwanziger, reaktionäre Geister, die das Kaiserreich zurückhaben wollen - all dies lässt sich die spontane Forsetzung der einstigen Gutshaus-Saga nicht langweilig werden. Und so es gibt Hoffnung darauf, dass die Saga von Hanna Caspian vielleicht noch um weitere Bände erweitert wird...

 

Die Bände der Gut Greifenau Saga von Hanna Caspian im Überblick: In diesen Jahren spielen die Romane


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