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Zeit der Professoren

Die Marburger Universität von der preußischen Annexion 1866 bis zu den Reformen der 1970er Jahre

Zeit der Professoren
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Die Marburger Universität prägte zwischen 1866 und den 1970er Jahren ein Jahrhundert der Gelehrtenkultur Die erste protestantische Universität der Welt zog von jeher Aufmerksamkeit auf sich. Anlässlich der 500. Wiederkehr der Gründung lenkt Ulrich Sieg den Blick nun speziell auf die Zeit zwischen 1866 und den 1970er Jahren. Seit der Annexion Kurhessens durch Preußen blühte die energisch geförderte Universität auf. 1901 erhielt Emil von Behring den ersten Nobelpreis für Medizin; auch der Marburger Neukantianismus oder die Einführung des BGB machten die Hochschule bekannt. Nach der Katastrophe des Ersten Weltkriegs stand sie... alles anzeigen expand_more

Die Marburger Universität prägte zwischen 1866 und den 1970er Jahren ein Jahrhundert der Gelehrtenkultur



Die erste protestantische Universität der Welt zog von jeher Aufmerksamkeit auf sich. Anlässlich der 500. Wiederkehr der Gründung lenkt Ulrich Sieg den Blick nun speziell auf die Zeit zwischen 1866 und den 1970er Jahren. Seit der Annexion Kurhessens durch Preußen blühte die energisch geförderte Universität auf. 1901 erhielt Emil von Behring den ersten Nobelpreis für Medizin; auch der Marburger Neukantianismus oder die Einführung des BGB machten die Hochschule bekannt. Nach der Katastrophe des Ersten Weltkriegs stand sie für trotzige Rückwärtsgewandtheit und flirrende Modernität. Dies spiegelte sich in der Wirkung von Martin Heidegger und Rudolf Bultmann auf ihre faszinierten Studenten, zu denen Hannah Arendt, Hans-Georg Gadamer oder Karl Löwith zählten. Tief war der Fall im Dritten Reich, an das man sich nach 1945 nur ungern erinnerte. Doch trieb dies den Wandel Marburgs zur »roten Universität« voran, deren Symbolfigur der Politikwissenschaftler Wolfgang Abendroth wurde.

Der Autor schildert die Marburger Universität als einen Ort der Widersprüche. So wurden motivierten Wissenschaftlern erstaunliche Entfaltungsmöglichkeiten geboten. Die Welt einer Universitätsstadt fernab der Metropolen begünstigte aber auch rigide Exklusionsmuster. So gelingt Ulrich Sieg ein faszinierendes Stück moderner Universitätsgeschichte, in dem die Eigenarten einer Gelehrtenkultur aufscheinen.



Ulrich Sieg, geb. 1960, seit 2005 apl. Professor für Neueste Geschichte in Marburg, Lehr- und Forschungsaufenthalte u. a. in Jerusalem, Montreal, Oxford, Frankfurt am Main, München.

Veröffentlichungen u. a.: Die Macht des Willens. Elisabeth Förster-Nietzsche und ihre Welt (2019); Liberalismus als Feindbild (2014, hg. mit Ewald Grothe); Geist und Gewalt. Deutsche Philosophen zwischen Kaiserreich und Nationalsozialismus (2013); Deutschlands Prophet. Paul de Lagarde und die Ursprünge des modernen Antisemitismus (2007).

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  • Artikelnummer SW9783835393646110164
  • Autor find_in_page Ulrich Sieg
  • Autoreninformationen Ulrich Sieg, geb. 1960, seit 2005 apl. Professor für Neueste… open_in_new Mehr erfahren
  • Verlag find_in_page Wallstein Verlag GmbH
  • Seitenzahl 396
  • Barrierefreiheit
    Aktuell liegen noch keine Informationen vor
  • ISBN 9783835393646

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