The Doll Factory

Eine Frau in einer Puppenwerkstatt, ein attraktiver Maler und ein verrückter Konservator im viktorianischen London. Dieser Roman ist anders als andere historische Romane und macht durch seinen ungewöhnlichen Plot Lust auf mehr.

Schon alleine der Titel des Romans von Elizabeth Macneal: The Doll Factory – und dann spielt der Roman auch noch im viktorianischen London um 1850. Das hört sich reizvoll an, der? So richtig schlau geworden bin ich zunächst allerdings nicht daraus, worum genau es im Roman nun geht.

Im Mittelpunkt stehen Iris und ihre Zwillingsschwester Rose. Iris ist seit der Geburt einen schief gewachsenen Knochen nicht frei von Makel. Rose hingegen sollte hoffnungsvoll an einen jungen Gentleman verheiratet werden, bis die Pocken sie entstellten. Da beide auf dem Heiratsmarkt also keine guten Aussichten haben, arbeiten sie in einer Puppenwerkstatt, in der sie für die etwas schrullige, medikamentenabhängige Chefin schuften.

Obwohl der Roman den Titel The Doll Factory trägt, geht es aber eigentlich fast gar nicht um diese Puppenwerkstatt, sondern vor allem Iris´ Wunsch, Malerin zu werden. Sie macht zufällig die Bekanntschaft eines Malers, der sie porträtieren und ihr im Austausch dazu Malunterricht geben will. Während zwischen beide langsam eine spannungsgeladene Beziehung entsteht, zeichnet sich ab, dass der Roman auf noch eine ganz andere Geschichte hinausläuft - ein zurückgezogen lebender, kauziger.Tierpräparator hat ein Auge auf Iris geworfen und verfolgt sie.

Es ist ziemlich schwer, diesen Roman zu bewerten, da er sich schlecht in eine bestimmte Schublade stecken lässt. Zu Beginn ist es ein eher typisch historischer Roman, doch die feinsinnige Beschreibung der Protagonisten und die Wandlung fast schon zu einemThriller am Ende macht ihn schwer greifbar. An vielen Stellen jedenfalls hat mich der Erzählstil an Luca di Fulvio erinnert - und da dieser ja einer der großen Erzähler ist, zeigt dies wohl, dass sich in diesem Roman einiges Potenzial verbirgt.

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